Seit der Übernahme durch Korg hat Aguilar seine Produktpalette nicht nur optisch modernisiert, sondern auch um einige spannende Neuentwicklungen erweitert. Gleichzeitig spendierten die New Yorker mit dem TLC Compressor und dem Octamizer gleich zwei ihrer beliebtesten Pedale eine umfangreiche „Deluxe-Kur“. Der Aguilar Octamizer gehört seit vielen Jahren zu den etablierten Bass-Octavern am Markt und genießt vor allem wegen seines druckvoll-organischen Sounds einen ausgezeichneten Ruf. Die neue Deluxe-Version baut auf eben diesem Konzept auf, erweitert es aber um zahlreiche neue Möglichkeiten. Neben zwei unterschiedlich abgestimmten Octave-Down-Modi bietet der Octamizer DLX aber auch erstmals eine Oktave nach oben. Alle drei Oktavstimmen verfügen über einen eigenen Filter-Regler und das Clean-Signal lässt sich nunmehr per separatem Fußschalter unabhängig von den Oktavstimmen aktivieren oder stummschalten. Wie sich die Deluxe-Version im Praxiseinsatz schlägt, schauen wir uns jetzt genauer an.

- erstklassiges Tracking, keine Latenz
- zwei unterschiedlich abgestimmte Octave-Down-Sounds
- zuschaltbare Oktave nach oben
- wirkungsvolle Filter für jedes Signal
- Clean-Mute per Fußschalter
- tadellose Verarbeitung
- -/-
Wie ist der erste Eindruck vom Aguilar Octamizer DLX?
Im Gegensatz zum traditionellen Octamizer kommt die neue Deluxe-Version im Querformat, was der Integration von gleich drei Fußschaltern geschuldet ist – auf deren Funktionen kommen wir natürlich gleich noch zu sprechen. Entsprechend fällt auch das Gehäuse etwas größer aus und misst jetzt 145 × 60 × 86 mm. Angesichts des deutlich erweiterten Funktionsumfangs bleibt das Pedal aber erfreulich kompakt und findet auch auf kleineren Pedalboards problemlos seinen Platz.
Das robuste Metallgehäuse präsentiert sich im neuen Aguilar-Design, das mit seiner aufgeräumten Gestaltung, klaren Grafiken und gut lesbaren Beschriftungen einen modernen und hochwertigen Eindruck hinterlässt. Auch qualitativ gibt es nichts zu beanstanden – Verarbeitung und Haptik bewegen sich auf dem gewohnt hohen Aguilar-Niveau.
Welche Regler und Schalter umfasst der Aguilar Octamizer DLX?
Alle sechs Regler sitzen gut erreichbar in einer Reihe auf der Oberseite des Pedals. Sie sind angenehm groß und griffig, sodass sie auch im Eifer des Gefechts auf der Bühne feinfühlig bedient werden können. Die Bedienung ist insgesamt erfreulich intuitiv: Für jede der drei Signalanteile – Oktave nach unten, Cleansignal und Oktave nach oben – gibt es jeweils einen Filter- und einen Lautstärkeregler. Entsprechend finden wir die Regler Down Filter, Down Level, Clean Filter, Clean Level, Up Filter und Up Level.
Die drei Signalanteile lassen sich also unabhängig voneinander in der Lautstärke mischen und klanglich anpassen. Bei den Filterreglern handelt es sich im Grunde um Höhenregler mit Boost-/Cut-Funktion. Über die genauen Einsatzfrequenzen und Regelbereiche schweigt sich Aguilar allerdings leider aus.
Nicht ganz so selbsterklärend sind die drei Fußschalter, denn zwei von ihnen übernehmen jeweils eine Doppelfunktion. Hat man dieses Prinzip jedoch erst einmal verstanden, so ist die Bedienung schnell verinnerlicht: Mit dem linken Oct Down/Mode-Taster wird zunächst die untere Oktave ein- beziehungsweise ausgeschaltet. Hält man den Schalter länger gedrückt, wechselt das Pedal zwischen den beiden Octave-Down-Modi A und B. Modus A liefert laut Aguilar den modernen Octamizer-Sound, während B eine Vintage-inspirierte Variante mit etwas mehr Charakter und deutlichen Synth-Vibes bereithält.
Der mittlere Fußschalter (de)aktiviert das Pedal: Hält man diesen länger gedrückt, so wird zusätzlich das Clean-Signal stummgeschaltet, sodass ausschließlich die Oktavstimmen zu hören sind – ideal für reine Subbass- oder Synth-Sounds. Welche Funktion gerade aktiv ist, verraten die LEDs über den Fußschaltern: Bei den Zweitfunktionen wechseln sie ihre Farbe von Blau auf Rot. Der rechte Oct Up-Taster schließlich schaltet ganz unkompliziert die obere Oktave ein oder aus.
Über welche Anschlüsse verfügt der Aguilar Octamizer DLX?
Die Anschlüsse befinden sich wie gewohnt auf der Gehäuserückseite und beschränken sich auf das Wesentliche. Neben den beiden 6,3-mm-Klinkenbuchsen für Ein- und Ausgang gibt es lediglich die Buchse für das Netzteil.
Ein Netzteil liegt dem Octamizer DLX allerdings nicht bei. Das Pedal wird mit einer handelsüblichen 9-Volt-Gleichspannungsversorgung (Minuspol innen) betrieben und benötigt laut Hersteller 500 mA. Für ein DSP-basiertes Pedal ist das ein durchaus üblicher Wert und mit den meisten aktuellen Pedalboard-Netzteilen problemlos zu realisieren.































