Cherry Audio vereint im SH-MAX gleich drei Vintage-Synthesizer-Legenden der 70er-Jahre: Roland SH-3, SH-5 und SH-7. Diese Originale findet man heute kaum noch in Kleinanzeigen oder selbst in größeren Studios – trotz ihres großartigen Klangs sind sie längst zu begehrten Sammlerobjekten geworden. Währenddessen ist der SH-101 als Soft- und Hardware-Klassiker bis heute fester Bestandteil unzähliger Techno- und Electronic-Produktionen.

- Moderner kraftvoller Sound
- Top Preis/Leistung
- Einfache Bedienung
- Große Preset Library

Zwar existiert mit dem Behringer MS-5 ein erschwinglicher Nachbau des SH-5, doch schon jetzt lässt sich sagen: Der Cherry Audio SH-MAX integriert sich deutlich produktiver in den modernen DAW-Workflow – und dürfte damit im Alltag wesentlich häufiger zum Einsatz kommen.
Neugierig habe ich das neue Plugin für euch getestet und kann vorwegnehmen: SH-MAX ist nicht nur unverschämt günstig, sondern vor allem enorm praxisnah umgesetzt – ein echtes Arbeitstier für Vintage-Sounds mit zeitgemäßem Komfort.
DETAILS & PRAXIS
Was bietet die bis zu 16-stimmige Klangerzeugung des SH-MAX?
Der erste Blick aufs ansprechende GUI verrät euch viel: Cherry Audio konzentriert sich auf den Roland SH-5 und nimmt einige Features des SH-3A und SH-7 als Extras hinzu.
So bekommt ihr die leistungsstarken Dual-Oszillatoren, zwei tempo-synchronisierbare LFOs, zwei ADSR-Hüllkurven mit Velocity- und Loop-Option, die parallele Filtersektionen mit Multimode- und Bandpass-Filter für eigenständige wie kraftstrotzende Sounds.
Einen Ringmodulator sowie eine Sample&Hold-Funktion für experimentellere Klänge ist ebenfalls dabei. Übrigens: Wer sich näher für die Klangerzeugung des SH-5 interessiert, sollte sich den Behringer MS-5 Test vornehmen.

Vom SH-7 stammen praktische Zugaben wie Autobend, Duophonie, Filter-FM und synchronisierbare Oszillatoren mit zusätzlichen Wellenformen. Der additiv aufgebaute Oszillator des SH-MAX ist ein Vermächtnis des Roland SH-3A und macht den Basisklang noch flexibler. Schon jetzt wird klar: Der SH-MAX lässt beim Soundtüfteln keine Langweile aufkommen.
Zwei Besonderheiten beim SH-MAX: Mixer und Touch Effects
Sehr ergiebig finde ich vor allem die vom Roland SH-5 übernommene Mixersektion. Sie findet man in dieser Ausführlichkeit bei nur wenigen analogen Synthesizern und erlaubt einzigartige Layer.

Das Touch-Effects-Panel des Cherry Audio SH-MAX besteht aus vier frei zuweisbaren Reglern und unterstützt polyphonen Aftertouch. Ihr müsst sie unbedingt ausprobieren, wenn euch ausdrucksvolles Spiel wichtig ist.

Obendrein bietet der SH-MAX optionale Drift- und Slop-Regler für Oszillatoren, Filter, Verstärker und die beiden Hüllkurvengeneratoren – analoges Klangverhalten will simuliert werden.
Schließlich hört auch das Auge mit: Ihr könnt fürs GUI zwischen drei Interface-Designs wählen. Am besten gefällt mir der SH-MAX im Look des Roland SH-7.

Gibt es Sequenzer und Effekte beim SH-MAX?
Aber natürlich! Hier spielt der SH-MAX eindeutig seine Stärken gegenüber den historischen Vorbildern aus. Ihr trefft auf einen vom Model 104 inspirierten Step-Sequenzer mit vier Kanälen und jeweils bis zu 16 Schritten, die sich für 32- oder 64-Step-Zyklen verketten lassen.
Der Sequenzer kann übrigens MIDI-Noten direkt an die Timeline der DAW senden.

Der Cherry Audio SH-MAX integriert noch 20 Studio-Effekte, die sich gut programmieren lassen und kompatibel zu den Synthesizern Mercury-8 oder Trident von Cherry Audio kompatibel sind. Insgesamt stehen euch vier separate, beliebig konfigurierbare Effektketten bereit.
Natürlich müsst ihr euch einen guten Überblick verschaffen und die einzelnen Bereiche des Synthesizers erkunden. Extrem herausfordernd ist die Bedienung des Cherry Audio SH-MAX aber nicht.

Wie klingt der Cherry Audio SH-Max?
Klanglich trägt der SH-MAX klar die Handschrift von Cherry Audio: modern, druckvoll und mit spürbarem Detailgrad umgesetzt. Zahlreiche Presets demonstrieren das klangliche Spektrum mit hörbarem Know-how und musikalischem Feingefühl.
Die Factory Library umfasst monophone Bässe und Leads, charakterstarke Duophonic-Sounds, Chords und Plucks sowie praxisnahe Presets aus den Bereichen Pads, Poly und Strings. Insgesamt verteilen sich die Sounds auf 14 Kategorien und verstehen sich weniger als historische Rekonstruktion – ein SH-MAX existiert schließlich nicht als Hardware-Vorbild –, sondern als eigenständiges, zeitgemäßes Instrument.
Besonders hervorzuheben ist die Kategorie Motion: Hier greifen Sequenzer, Modulationen und Effekte kreativ ineinander und liefern dynamische Klangverläufe, die unmittelbar zu neuen musikalischen Ideen inspirieren.
Fazit: SH-Max Test
Für nur 59 Euro erweist sich dieses virtuelle Instrument als echter No-Brainer. Mit seiner großen klanglichen Bandbreite sowie den umfangreichen Programmier- und Einsatzmöglichkeiten übertrifft der SH-MAX die originalen Analog-Synthesizer der 70er-Jahre in der Summe deutlich – nicht klanglich im nostalgischen Sinne, wohl aber in Flexibilität, Workflow und kreativer Praxis.
Allein die Idee, drei rare Roland-SH-Modelle in einem modernen Plugin zu vereinen und sinnvoll weiterzudenken, verdient Respekt. Ein Wunsch bleibt dennoch: den Klassiker SH-101 in ähnlich konsequenter Form aus Cherry Audios Hand zu erleben.
Unterm Strich hat Cherry Audio erneut hervorragende Arbeit geleistet. Der SH-MAX präsentiert sich als praxisnaher Sound- und Ideenlieferant für die DAW – die Demo lässt sich sofort herunterladen und ganze 30 Tage lang testen.
Features
- Emulation dreier Roland SH-Modelle Effekt-System, Arpeggiator, Step-Sequenzer
- Ab Windows 7, Mac OS X 10.13 (M1 Support), Online-Aktivierung, VST, VST3, AU, AAX, Standalone.
- PREIS: 59 Euro (Straßenpreis vom 10.02.2026)























