Die Sechziger-Jahre: Flower Power, Peace & Love, Woodstock … Kaum ein anderes Jahrzehnt war derart von Freiheit und sprudelnder Kreativität geprägt wie die “Swingin’ Sixties”. Klar, dass dieses beeindruckende Jahrzehnt auch zahllose prägende Basslines hervorgebracht hat – klassische Bassläufe, die sich tief in unser kollektives Bewusstsein eingebrannt haben. In diesem Artikel präsentieren wir euch eine kleine Auswahl der besten Basslinien der 1960er-Jahre.

Auswahlkriterien
Natürlich könnte man diese Liste problemlos mit zehn Basslines von James Jamerson oder Paul McCartney füllen. Doch wir haben uns dafür entschieden, dass jeder Bassist nur einmal vorkommen darf und dass sich die jeweilige Bassline tief in unser „kollektives Bass-Gedächtnis“ eingeprägt haben und bis heute Inspiration für Bassleute sein sollte.
Es ist natürlich selbstverständlich, dass eine solche Auswahl nie wirklich objektiv sein kann. Seid also nicht traurig, wenn euer Favorit nicht Teil unserer Liste ist. Also, auf geht’s – hier findet ihr unsere Top Ten der besten Sixties-Basslines:
▶ „Come Together“
- Band: The Beatles
- Song: Come Together
- Album: Abbey Road
- Jahr: 1969
- Bassist: Paul McCartney
Wir erwähnten es bereits: „Sir“ Paul McCartney könnte diese Liste problemlos alleine füllen. „Come Together“ ist aber zweifellos DAS bekannteste Bass-Riff der Beatles. Jeder ambitionierte Bassist sollte diese Linie in seinem Repertoire haben, dient der Song doch bis heute regelmäßig als Basis für Jam-Sessions, Coverversionen und vieles mehr.
▶ Hier gibt es einen ausführlichen Workshop zur Bassline von “Come Together”.
▶ „Bernadette“
- Band: The Four Tops
- Song: Bernadette
- Album: Reach Out
- Jahr: 1967
- Bassist: James Jamerson
Genauso wie Sir Paul könnte James Jamerson hier die Plätze 1 bis 10 vollkommen stressfrei alleine belegen. Ohne James Jamerson würden heutige Basslines fraglos anders klingen. Der „Haus-und-Hof-Bassist“ des legendären Motown-Plattenlabels war und ist nun einmal der Vater des modernen E-Bassspiels. Die Basslinie zum Song „Bernadette“ von The Four Tops beinhaltet alles, was James Jamersons Genialität ausmacht und steht somit exemplarisch für zahllose weitere Basslines des Meisters.
▶ Hier findet ihr einen ausführlichen Workshop zur zum Thema “James Jamerson”.
▶ „Stand By Me“
- Band: Ben E. King
- Song: Stand By Me
- Album: Don’t Play That Song
- Jahr: 1961
- Bassist: Lloyd Trotman
Dieser Klassiker hält eine wichtige Besonderheit parat, repräsentiert die Bassline doch zusammen mit der Melodie bereits den kompletten Song! Der Bassist Lloyd Trotman schuf hier ein echtes Riff für die Ewigkeit, welches bis heute ein fester Bestandteil des Bassunterrichts ist und auf keiner „Beginner Bass Riffs“-Liste fehlen darf. Habt ihr die Bassline schon in eurem Repertoire?
▶ „I Want You Back“
- Band: The Jackson Five
- Song: I Want You Back
- Album: Diana Ross Presents The Jackson 5
- Jahr: 1969
- Bassist: Wilton Felder
Was für ein rhythmisches wie melodisches Meisterwerk von Bassist Wilton Felder! Die zeitlose Bassline prägt den Song maßgeblich und bildet eine ganz nebenbei eine überaus gekonnte Gegenmelodie zum Gesang des damals noch sehr jungen Michael Jackson.
▶ Hier gibt es einen ausführlichen Workshop zur Bassline von “I Want You Back”.
▶ „Good Times Bad Times“
- Band: Led Zeppelin
- Song: Good Times Bad Times
- Album: Led Zeppelin I
- Jahr: 1969
- Bassist: John Paul Jones
Schon der erste Track von Led Zeppelins Debütalbum offenbart den ganz eigenen Ansatz ihres Bassisten John Paul Jones. Rhythmisch und melodisch versiert und ausgestattet mit einem soliden musikalischen Background aus seiner Zeit als Komponist und Arrangeur zeigt John, dass Rock-Bassspiel auch aus anderen Komponenten bestehen darf als nur aus Moll-Pentatonik und Achtelnoten.
▶ Mehr Infos über den Led-Zeppelin-Bassisten John Paul Jones gefallig? Dann schnell hier klicken!
▶ „Black Sabbath“
- Band: Black Sabbath
- Song: Black Sabbath
- Album: Black Sabbath
- Jahr: 1969
- Bassist: Geezer Butler
Dieser Song gilt vollkommen zu Recht als Geburtsstunde des Heavy Metal und alleine aus diesem Grund bereits ein echtes Stück Musikgeschichte. Das langsame Tempo und der Tritonus als dominierendes melodisches Element sorgen für eine bedrohliche Gänsehaut-Stimmung. Im Jahr 1969 hatte man so etwas schlicht und ergreifend noch nicht gehört: Jedem war daher klar, dass mit der Band Black Sabbath eine neue Zeitrechnung begonnen hatte.
▶ Was zeichnet das Spiel des Black-Sabbath-Bassisten Geezer Butler aus? Dieser Artikel verrät es dir!
▶ „Sunshine Of Your Love“
- Band: Cream
- Song: Sunshine Of Your Love
- Album: Disraeli Gears
- Jahr: 1967
- Bassist: Jack Bruce
Auch Jack Bruce setzte mit diesem Riff Maßstäbe und stellte unter Beweis, wie kraftvoll die Moll-Pentatonik sein kann. „Sunshine Of Your Love“ ist bis zum heutigen Tag ein Muss für alle rockaffinen Bassleute!
▶ Wer war der Cream-Bassist Jack Bruce? Hier gibt es alle Infos!
▶ „Jumpin’ Jack Flash“
- Band: Rolling Stones
- Song: Jumpin’ Jack Flash
- Album: The Rolling Stones In Mono
- Jahr: 1966
- Bassist: Keith Richards
So eigen das Gitarrenspiel von Keith Richards ist, so eigen ist auch sein Ansatz, wenn er den E-Bass zur Hand nimmt. Seine zeitlose Bassline zu „Jumpin’ Jack Flash“ von The Rolling Stones ist in vielerlei Hinsicht interessant und durch ihre Verzahnung mit den anderen Instrumenten innovativ und funky – gerade für die damalige Zeit!
▶ „Good Vibrations“
- Band: The Beach Boys
- Song: Good Vibrations
- Album: Smiley Smile
- Jahr: 1967
- Bassist: Carol Kaye
Carol Kayes genialer Bass-Beitrag zu „Good Vibrations“ von The Beach Boys beinhaltet zahlreiche wirklich wunderbare musikalische Ideen, vom melodischen Ansatz über die Registerwechsel hin zum gedämpften Sound und dem Anschlag mit dem Pick. Fantasievoller kann Pop-Bass nicht sein!
▶ „I Can’t Turn You Loose“
- Band: Ottis Redding
- Song: I Can’t Turn You Loose
- Album: The History of Otis Redding
- Jahr: 1967
- Bassist: Donald „Duck“ Dunn
Auch diese Basslinie von Donald „Duck“ Dunn steht exemplarisch für eine Art der Begleitung, welche heute bassistischer Standard ist, zur damaligen Zeit aber gerade erst entstand. Die Technik, Dur-Akkorde aus einer Kombination aus Grundton, Quinte und Sexte und Moll-Akkorde mit Grundton, Quinte und Septime darzustellen, geht vor allem auch auf Donald „Duck“ Dunn zurück. Heute ist dies eine der wichtigsten Blaupausen für Soul-, Pop- und Funk-Basslines und darf in keinem Bassunterricht fehlen.
▶ Hier gibt es einen ausführlichen Workshop über die Arbeit von Basslegende Donald “Duck” Dunn.
Habt ihr noch persönliche Favoriten-Basslinien aus den Sechziger-Jahren? Dann schreibt sie uns gern in die Kommentare – wir sind gespannt!
Bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt























