Equalizer gehören zu den eher unspektakulären Werkzeugen im Effektarsenal und lösen selten große Begeisterung oder gar einen Wow-Effekt aus. Dennoch sind sie gerade für Bassleute häufig entscheidend, geht es beim Bass doch meist weniger um spektakuläre Klangverfremdung als darum, den tiefen Frequenzbereich kontrolliert in den Raum zu transportieren, sich im Bandgefüge durchzusetzen und problematische Frequenzen gezielt in den Griff zu bekommen. Daher ist es wichtig, dass ein EQ konsequent für Bass und die entsprechenden Frequenzbereiche entwickelt wird. Exakt diesen Anspruch verfolgt der Bass ParaEQ von Empress Effects! Aufbauend auf dem Erfolg des ParaEQ MKII und des vielgelobten Empress Bass Compressors präsentiert sich der Bass ParaEQ als hochwertiger bassspezifischer Equalizer im Pedalformat – mit angepassten Frequenzbereichen, einem wählbaren 10-MΩ-Hi-Z-Eingang für Piezo-Tonabnehmer oder Kontrabass, Hochpass-, Tiefpass-, Low-Shelf- und High-Shelf-Filter und, und, und … Wie sinnvoll sich ein derart präzises Werkzeug im Bass-Alltag einsetzen lässt und welche Sounds mit dem Pedal möglich sind, klären wir im Test.

- extrem flexibler, vollparametrischer EQ speziell für Bass
- umfangreiche Filtersektion (HPF, LPF, High- und Low-Shelving)
- sehr transparenter Sound
- Hi-Z-Eingang für Piezo-Systeme und Kontrabass
- Advanced Mode mit separat nutzbarem Boost
- automatische Erkennung für symmetrischen Ausgang
- hoher interner Headroom
- hochwertige Verarbeitung und durchdachtes Bedienkonzept
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Empress Effects Bass ParaEQ: Erster Eindruck
Der Bass ParaEQ von Empress Effects kommt im Empress-typisch robust wirkenden Metallgehäuse daher. Das Pedal bewegt sich größenmäßig im klassischen Standard-Pedalformat: Die genauen Maße betragen 66 x 122 x 64 mm. Die Verarbeitung ist tadellos, sämtliche Bedienelemente vermitteln einen hochwertigen Eindruck.
Optisch setzt Empress auf das bekannte dezente Blau mit einem „ParaEQ“-Schriftzug auf der Oberseite sowie dezente weiße Beschriftungen der Regler. Das Herzstück des Pedals ist der parametrische Equalizer, der mit insgesamt neun (!) Reglern eine ungewöhnlich umfangreiche Kontrolle bietet.
Welche Frequenzbereich deckt der Empress Effects Bass ParaEQ ab?
Der Bass ParaEQ arbeitet mit drei vollständig parametrischen EQ-Bändern, die sinnvoll auf unterschiedliche Frequenzbereiche verteilt sind und sich zudem deutlich überlappen. Das Low-Band deckt den Bereich von 35 Hz bis 500 Hz ab, das Mid-Band arbeitet von 100 Hz bis 1,6 kHz, und das High-Band reicht von 350 Hz bis hinauf zu 9,7 kHz. Jedes der drei Bänder lässt sich dabei um bis zu ±15 dB anheben oder absenken, wodurch auch sehr massive Eingriffe in den Klang möglich werden.
Zusätzlich kann für jedes Band die Bandbreite der Bearbeitung stufenlos eingestellt werden. Der Q-Faktor reicht dabei von breitbandigen Eingriffen („wide“, ca. 1,5 Oktaven) bis hin zu sehr schmalbandigen Einstellungen („narrow“, etwa 1/3 Oktave). Die silbernen Regler für die Frequenzwahl und Gain fallen angenehm groß und griffig aus, während die darüberliegenden schwarzen Q-Regler deutlich kleiner geraten sind und etwas Fingerspitzengefühl erfordern, was logischerweise dem kompakten Pedalformat geschuldet ist.
Damit ist in Sachen Klangformung beim Bass ParaEQ allerdings noch nicht Schluss! Zusätzlich zum parametrischen EQ steht ein weiterer Filterbereich zur Verfügung, der über vier kleine schwarze Regler bedient wird: Auf der linken Seite arbeitet ein High-Pass-Filter, mit dem sich tiefe Frequenzen im Bereich von 10 bis 200 Hz gezielt beschneiden lassen. Rechts davon befindet sich der Low-Pass-Filter, der den oberen Frequenzbereich zwischen 215 Hz und 22 kHz begrenzt.
Zwischen diesen beiden Filtern sitzen ein Low-Shelf- und ein High-Shelf-Filter, mit denen sich die entsprechenden Frequenzbereiche jeweils um bis zu ±15 dB anheben oder absenken lassen. Beim Low-Shelf setzt Empress auf einen modifizierten Baxandall-Filter, der laut Hersteller besonders musikalisch auf Eingriffe reagieren soll. Konkret bedeutet das, dass sich die Übergangsfrequenz abhängig vom eingestellten Gain dynamisch verschiebt: Je stärker der Eingriff, desto größer wird der beeinflusste Frequenzbereich im Bassfundament. Der High-Shelf-Filter arbeitet dagegen als klassischer Baxandall-EQ mit fester Einsatzfrequenz und sanfter Flankensteilheit. Er greift oberhalb von 1 kHz und erlaubt eine Anhebung oder Absenkung der Höhen um bis zu 15 dB.
Wozu dienen die beiden Fußtaster des Empress Effects Bass ParaEQ?
Im vorderen Bereich des Pedals finden wir zudem einen kleinen schwarzen Regler sowie zwei nebengeräuscharme Soft-Touch-Fußschalter. Der linke Fußschalter ist mit Boost beschriftet und dient zum Aktivieren beziehungsweise Deaktivieren der Boost-Funktion. Deren Stärke lässt sich über den erwähnten schwarzen Regler um bis zu 30 dB einstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass das Pedal selbst aktiv ist, was über den rechten Bypass-Fußschalter geschieht.
Im Auslieferungszustand arbeitet der Bass ParaEQ im True-Bypass-Modus, und die Boost-Sektion lässt sich ausschließlich gemeinsam mit dem Equalizer nutzen. Über ein internes Schaltsystem kann dieses Verhalten jedoch angepasst werden: So lässt sich das Pedal wahlweise auf Buffered Bypass umstellen und die Boost-Funktion unabhängig vom EQ betreiben. Der Zugriff auf diese Optionen erfolgt über den sogenannten Advanced Mode, der aktiviert wird, indem man beide Fußschalter gedrückt hält, während das Pedal mit der Stromversorgung verbunden wird.

Für welche Bass-Instrumente ist der Empress Effects Bass ParaEQ geeignet?
Im Advanced Mode steht aber auch noch eine weitere Einstellung zur Verfügung: So kann der Input des Pedals über den Bypass-Fußschalter zwischen 1 MΩ und 10 MΩ umgeschaltet werden, um das Pedal optimal an herkömmliche E-Bässe, Piezo-Systeme oder Kontrabässe anzupassen. Über den Boost-Fußschalter wechselt man zudem zwischen dem normalen Betriebsmodus und dem Independent Mode, in dem der Boost unabhängig vom Equalizer arbeitet.
Das klingt zunächst vielleicht etwas komplex, wurde in der Praxis jedoch logisch umgesetzt und die Betriebszustände werden durch zwei helle LEDs eindeutig angezeigt. Im beiliegenden Manual sind die Vorgänge in knapper Form logisch erklärt.
Welche Anschlüsse besitzt der Empress Effects Bass ParaEQ?
Damit sind wir bei den Anschlüssen des Bass ParaEQ angekommen, die sämtlich auf der Rückseite des Pedals untergebracht sind. Hier finden wir die Input- und Output-Klinken sowie den Anschluss für ein externes Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten). Benötigt wird ein Standard-9-Volt-Netzteil mit Minuspol innen. Intern arbeitet der Bass ParaEQ allerdings mit einer Betriebsspannung von 27 Volt, was für reichlich Headroom sorgt und auch bei pegelstarken aktiven Bässen Übersteuerungen zuverlässig verhindert.
Eine Besonderheit bietet die Ausgangssektion des Pedals: Der Bass ParaEQ erkennt automatisch, ob eine symmetrische Verbindung anliegt – etwa wenn ein TRS-Klinkenkabel verwendet wird – und konfiguriert den Ausgang entsprechend. Im symmetrischen Betriebsmodus wird das Ausgangssignal um +6 dB angehoben. Wird keine symmetrische Verbindung erkannt, so schaltet das Pedal automatisch auf einen unsymmetrischen Ausgang um. Eine separate „Bal Out“-LED informiert zuverlässig über den aktuellen Betriebszustand. Zweifellos ein cooles Feature – so lässt sich das Pedal bei Bedarf direkt mit einem Mischpult verbinden und übernimmt quasi nebenbei auch die Funktion einer DI-Box.













