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Kaufberater und Testmarathon Synthesizer mit Tastatur

Musikinstrumente, die mittels elektrischen Stroms und besonderen Technologien Klänge produzieren, faszinieren Musikbegeisterte seit vielen Jahren. Wir sprechen hier vom Synthesizer, der aufgrund seiner speziellen Konstruktion, bestehend aus klanggebenden und klangformenden Komponenten Töne auf elektronische Weise erzeugt. Unser Kaufberater und Testmarathon befasst sich mit dieser Spezies an Instrumenten, bietet alle wichtigen Informationen und Testberichte zu Synthesizern mit Tastatur und berät detailliert vor dem Kauf.

Kaufberater und Testmarathon Synthesizer mit Tastatur
Kaufberater und Testmarathon Synthesizer mit Tastatur

Der Hintergrund des Synthesizers und seine Entstehung basierten ursprünglich auf der Idee, Klänge von Naturinstrumenten mittels Technologie nachzuahmen, um sie musikalisch einzusetzen. Ein schwieriges Unterfangen, wie sich schnell herausstellte. Das größte Potenzial des Synthesizers lag jedoch, wie man schnell erkannte, in der Fähigkeit völlig neue Klänge zu erzeugen, die man so in der Natur noch nicht gehört hatte.

Unterschiedliche Synthesizer-Konzepte

So sind im Laufe der Zeit unterschiedlichste Konstruktionen entstanden, die aufgrund der technischen Evolution zunächst in schrankgroßen Geräten mit angeschlossener Tastatur resultierten. Später wurden durch den technischen Fortschritt und die Entwicklung von Mikrochips handliche und transportable Instrumente möglich. Deren Entwicklungsende ist bis zum heutigen Tag noch immer nicht abgeschlossen.

Wendy Carlos am Moog Modular Synthesizer
Wendy Carlos am riesigen Moog Modular Synthesizer. (Quelle: Landr)

Durch verschiedene Arten der Tonerzeugung bieten Synthesizer ein schier unerschöpfliches Reservoir an Klängen, was stetig neue Konstruktionen und Synthesen auf den Plan ruft. Durch immer neue Ideen und die Suche nach neuen Sounds sowie technischer Möglichkeiten ist der Synthesizer das zeitloseste Musikinstrument aller Zeiten. Gleichzeitig ist er eines der interessantesten überhaupt.

Synthesizer werden heutzutage in diversen Bauweisen angeboten: als Synthesizer mit Tastatur, in Gestalt von Desktop-Synthesizern (ohne Tastatur) und in der modularen Form für das Eurorack.

Dieser Kaufberater und Testmarathon befasst sich ausschließlich mit Synthesizern, die mit Tastatur ausgestattet sind.

Inhalte
  1. Was versteht man unter einem Synthesizer
  2. Welche elektronische Basis unterscheidet man bei Synthesizern?
  3. Welche Bauarten von Synthesizern gibt es?
  4. Wie viele Stimmen kann man mit Synthesizern gleichzeitig spielen?
  5. Welche Tonerzeugungen/Synthesen bieten Synthesizer?
  6. Worüber sollte man sich vor dem Kauf eines Synthesizers Gedanken machen?
  7. Testmarathon Synthesizer mit Tastatur
  8. Analoge Synthesizer im Test
  9. Digitale Synthesizer im Test
  10. Virtuell-analoge Synthesizer im Test
  11. Hybride Synthesizer im Test
  12. Unsere Empfehlungen in den Kategorien analog, digital, virtuell-analog und hybrid

Was versteht man unter einem Synthesizer

Der Begriff Synthesizer beschreibt ein besonderes Musikinstrument, das durch unterschiedliche Klangsynthesen Klänge auf elektronischem Wege erzeugt. Das unterscheidet ihn von akustischen Instrumenten. Unter Klangsynthese versteht man die Art und Weise, wie der Synthesizer Töne erzeugt, was bereits zeigt, dass es Synthesizer in unterschiedlichen Bauarten gibt, die jede für sich Besonderheiten und einen charakteristischen Sound birgt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen analogen und digitalen Synthesizern und der hybriden Mischform, die sich analoger und digitaler Baugruppen bedient. Synthesizer sind in modularer Bauweise, im Desktop-Format sowie in der Ausführung mit Tastatur erhältlich.

Welche elektronische Basis unterscheidet man bei Synthesizern?

Betrachtet man das heutige Marktangebot, unterscheidet man zwischen drei unterschiedlichen Macharten von Synthesizern, welche jede für sich besonders sind. Diese beschreiben den elektronischen Aufbau, der sich auf folgende Bauarten herunterbrechen lässt:

  • Analog
  • Digital
  • Hybrid (= analog und digital)
Korg MS20 Synthesizer
Fotostrecke: 3 Bilder Der Korg MS20 ist analog aufgebaut.
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Welche Bauarten von Synthesizern gibt es?

Aus den drei elektronischen Macharten resultieren unterschiedliche Bauarten, die marktorientiert auf spezielle Anwendungserfordernisse spezialisiert sind:

Alle Bauarten von Synthesizern auf einen Blick

Modulare Synthesizer erleben heutzutage speziell im Eurorack-Format ihre Renaissance und sind vorwiegend analog aufgebaut. Desktop-Synthesizer repräsentieren die platzsparende Variante aller möglichen Tonerzeugungs-Versionen in einem kompakten und tastaturlosen Gehäuse. Desktop-Synthesizer benötigen zum Spielen jedoch eine Tastatur, die man in Form eines USB/MIDI Keyboard Controllers oder eines Synthesizers mit Tastatur erhält.

Synthesizer mit Tastaturen sind die klassischen Konstrukte, die man völlig autark spielt und mit denen man selbst andere MIDI-konforme Gerätschaften ansteuert. Synthesizer mit Tastaturen bedienen sich aller Varianten des elektronischen Aufbaus und sind in analoger, digitaler und hybrider Bauweise erhältlich. In diesen Ausführungen gibt es sie noch in unterschiedlichen Tastaturgrößen und Ausführungen (ungewichtet, leicht gewichtet und gewichtet, mit Hammermechanik) sowie in zwei Konzepten: Als reiner Synthesizer mit einer einzigen Art der Tonerzeugung und einem dafür besonderen Feld der Klangspezialisierung und als Synthesizer Workstation mit unterschiedlichen Arten der Tonerzeugung für einen vielseitigen und universellen Einsatz.

Behringer System 100 Modulöar-Synthesizer
Fotostrecke: 3 Bilder Das Behringer System 100 gehört zur Gruppe der modular aufgebauten Synthesizer.
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Wie viele Stimmen kann man mit Synthesizern gleichzeitig spielen?

Speziell die Gattung der reinen Synthesizer mit nur einer Form der Klangsynthese bietet Möglichkeiten zum Wählen: Einige von ihnen sind nur monophon (einstimmig), andere dagegen poly- bzw. paraphon (mehrstimmig) spielbar.

Synthesizer-Workstations bieten in der Regel eine üppige Polyphonie, die bereits ihr Aufbau verlangt. Gerade der Aspekt der möglichen Polyphonie begrenzt oder erweitert das Einsatzgebiet eines Synthesizers enorm. Deshalb finden monophone Tasten-Synthesizer ihren besonderen Einsatz als Bass-Synthesizer, für prägnante Lead-Sounds oder im Bereich experimenteller Musik. Mehrstimmig spielbare Synthesizer sind musikalisch flexibler einsetzbar, da sie akkordisch gespielt werden können. Der Markt bietet so für jeden Zweck den passenden Synthesizer.

Novation Bass Station II: monophoner Bass-Synthesizer
Fotostrecke: 2 Bilder Die Novation Bass Station II gehört zur Gruppe der monophonen Synthesizer.
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Welche Tonerzeugungen/Synthesen bieten Synthesizer?

Die besonderen klanglichen Eigenschaften eines Synthesizers beruhen auf der Art der Tonerzeugung bzw. der für die Klangerzeugung verwendeten Synthesen. Hier unterscheidet man zwischen den folgenden Formen:

Subtraktive Synthese

Bei der subtraktiven Synthese wird eine von einem Oszillator erzeugte Wellenform durch ein Filter in ihrem Obertongehalt reduziert, was den Grundgedanken der subtraktiven Synthese beschreibt. Danach durchläuft die bearbeitete Wellenform Hüllkurven, die a) die den Lautstärkeverlauf und b) den Wirkungsgrad des Filters im zeitlichen Verlauf regeln. Dabei kann auch ein LFO zum Einsatz kommen, der das entstehende Audiosignal moduliert. Mit subtraktiver Synthese waren bereits die klassischen analogen Synthesizer ausgestattet. Diese Synthese wird auch heute noch bei vielen modernen analogen, digitalen und hybriden Synthesizern eingesetzt.

Der Moog Minimoog Model D arbeitet mit subtraktiver Synthese.
Der Moog Minimoog Model D arbeitet mit subtraktiver Synthese. (Quelle: Bonedo)

Additive Synthese

Bei der additiven Synthese wird ein Klang durch Mischen und hinzufügen (addieren) einzelner elementarer Sinus-Wellenformen erzeugt. Diese werden in unterschiedlichen Intervallen und Oktavlagen (Harmonische) gemischt, wodurch neue Klangbilder entstehen. Entwickelt wurde die additive Synthese vom französischen Mathematiker Fourier, wonach die additive Synthese auch Fouriersynthese benannt wird. Aufgrund ihres analytischen Verfahrens kann man mit ihr sehr präzise Klangcharakteristika erzeugen, im direkten Gegensatz zur subtraktiven Synthese. Die Hammond-Orgel zählt übrigens zu den ersten additiven ‚Synthesizern‘ überhaupt.

Hammond-Orgel
Die elektromagnetische Hammond-Orgel arbeitet nach dem Prinzip der additiven Synthes. (Quelle: Bonedo)

FM-Synthese

In ihrer Grundstruktur arbeitet die FM-Synthese wie die additive Synthese, bietet jedoch wesentlich mehr Möglichkeiten. Das berühmteste Beispiel für einen FM-Synthesizer ist der legendäre Yamaha DX7. Vorgestellt im Jahr 1983 vorgestellt bot er völlig neue Klänge als die analogen Vorläufer mit subtraktiver Synthese. Digital aufgebaut brachte der DX7 den neuen Sound der FM-Synthese mithilfe von Operatoren und Modulatoren in die Musikwelt.

Yamaha DX7: FM-Synthesizer
Der digitale Yamaha DX7 belebte 1983 das Musikgeschehen mit Klängen der FM-Synthese. (Quelle: Bonedo)

Wavetable-Synthese & Wave Sequencing

Die Wavetable-Synthese basiert auf einer digitalen Tonerzeugung, bei der unterschiedliche in einem Wave-Table (Tabelle) platzierte Wellenformen nacheinander durchlaufen werden. Dieses Arbeitsprinzip verspricht in sich lebendig klingende Klanverläufe. Schon deswegen, weil der Wellenformdurchlauf überblendend wie auch hart gestaltet werden kann. Einer der berühmtesten Synthesizer mit Wavetable-Synthese ist der in 1979 vorgestellte PPG Wave 2 von Wolfgang Palm. Das Wave Sequencing ist eine weiter entwickelte Variante der Wavetable-Synthese, die im ersten Schritt für den legendären Sequential Circuits Prophet VS Pate stand. Nach dem Konkurs von Sequential Circuits in 1987 entwickelte Korg zusammen mit den ehemaligen Entwicklern des Prophet VS die Korg Wavestation, die eine nächste Evolutionsstufe der ursprünglichen Wavetable Synthese präsentiert. Wave Sequencing beschreibt im Wesentlichen eine frei programmierbare Abfolge unterschiedlicher PCM-Wellenformen. Die in Loops abgespielten und per Controller modulierten Wellenformen schaffen immense Möglichkeiten in der Gestaltung rhythmischer und fließender Sounds.

Korg Wavestation Synthesizer
Die Korg Wavestation aus dem Jahr 1991 revolutionierte den Musikmarkt mit Wave Sequencing und Vector Synthese. (Quelle: Bonedo)

Physical Modeling Synthese / Virtuelle Synthese

Physical Modeling ist eine sehr spezielle Synthese. Mithilfe mathematischer Modelle erzeugt diese Synthese bestimmte/besondere physikalische Eigenschaften in Echtzeit. Physical Modeling findet in der Musikinstrumentenindustrie unterschiedliche Einsatzbereiche: Um den Klang natürlicher Instrumente zu emulieren, ganz neue Klangbilder zu schaffen, aber auch um die Schaltungen berühmter analoger Synthesizer-Vorbilder digital abzubilden. Somit verwenden z. B. ‚virtuell-analoge‘ Synthesizer wie der Modal Electronics Cobalt8 ein auf deren besonderes Klangziel hin gestaltetes Physical Modeling (virtuelle Synthese). Zum einen um den Sound der Vergangenheit mit vielen weiteren Möglichkeiten digital in die Gegenwart zu bringen und um neue Klänge zu generieren. Physical Modeling arbeitet in Echtzeit und verzichtet auf den Einsatz von Samples.

Korg Kronos Synthesizer-Workstation
Fotostrecke: 2 Bilder Die Korg Kronos Synthesizer-Workstation bietet auch Physical Modeling Tonerzeugungen.
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Granular Synthese

Der Begriff Granular Synthese beschreibt eine spezielle Form der Verarbeitung von digital aufgezeichnetem Audiomaterial (Sampels). Granular Synthese wird vorwiegend in Hard- und Software-Synthesizern verwendet, deren Basis auf digitaler Sampling-Klangerzeugung liegt. Beim ‚Granulieren‘ werden Samples in deren kleinste Bestandteile zerlegt, die dann neu zusammengebaut und mit technischer Finesse weiter manipuliert werden. Dieser Prozess lässt aus einem ursprünglichen Sound einen völlig neuen werden. Dabei entstehen Klangtexturen, die gerade in den Bereichen der Film- und sphärischen Musik einen hohen Beliebtheitsgrad haben. Bisher findet Granular Synthese in der Regel in Software-basierten Synthesizern statt, ist aber auch mittlerweile bei Hardware-Synthesizern wie dem Waldtorf Quantum im Einsatz.

Waldorf Quantum Synthesizer
Der aufwendig konstruierte Waldorf Quantum ist en hybrider Synthesizer, der auch Granular Synthese bietet. (Quelle: Bonedo)

Worüber sollte man sich vor dem Kauf eines Synthesizers Gedanken machen?

Steht der Kauf eines Synthesizers mit Tastatur an, wird man mit unterschiedlichen Konzepten und Tastaturgrößen konfrontiert. Bereits an dieser Stelle sollte man darüber nachdenken, was man eigentlich benötigt. Daraus resultieren die folgenden Fragen, mit deren Hilfe man den Bereich seines Wunsch-Synthesizers bereits im Vorfeld grob auslotet:

Checkliste zum Kauf von Synthesizern mit Tastatur

  • Möchte ich einstimmig oder mehrstimmig spielen? (Polyphonie)
  • Welchen Tastaturumfang benötige ich?
  • In welche Richtung soll es klanglich gehen? (Synthese):
  • Suche ich einen analogen, digitalen oder einen hybriden Synthesizer?
  • Soll es ein Synthesizer oder eine Synthesizer-Workstation werden?
  • Wie viel Budget steht mir zur Verfügung?

Sind die Basis-Punkte geklärt, kommt man nicht daran vorbei, die Instrumente selbst einmal bei einem Händler anzuspielen. Damit verschafft man sich einen ersten Eindruck vom Sound, der Spielbarkeit und der Bedienung.

Um die Wahl zu erleichtern, haben wir auf der nächsten Seite eine Übersicht aller Bonedo-Testberichte zu Synthesizern mit Tastatur zusammengestellt. Diese teilt sich auf in die Instrumenten-Typen analog, digital, virtuell-analog sowie hybrid und wird regelmäßig aktualisiert.

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