Psytrance produzieren #3: Psy FX und Atmosphären

Bisher habt ihr in der Workshop Serie Psytrance produzieren erfahren, wie ihr das Grundgerüst aus Kick und Bass aufbaut und es anschließend mithilfe des richtigen Sounddesigns mit Leads und Grids verseht. In diesem Teil beschäftigen wir uns nun mit den FX-Sounds und Atmosphären, die dem Track die nötige Tiefe verleihen und den psychedelischen Charakter untermalen.

Psytrance produzieren #3: Psy FX & Atmosphären
(Bild: Shutterstock / von Dana Toerien)

Um den melodischen und rhythmischen Kontext der Leads und Grids zu vervollständigen, werden FX-Sounds und Atmosphären hinzugefügt. Wie bereits bei den Leads angedeutet, lebt ein Psytrance-Track von sogenanntem „Tension Building“, also dem Auf- und Abbau von Spannung. Um diesen Spannungsaufbau zu unterstützen, können auch die Atmosphären und FX-Sounds ideal verwendet werden. Die Atmosphären befinden sich im Gegensatz zu den Synthlines eher im Hintergrund und ergänzen die erzeugte Stimmung. Sie können dabei mithilfe von Pads und dem starken Einsatz von Hall umgesetzt werden. 

Die Psy FX hingegen befinden sich eher im Vordergrund und ergänzen in erster Linie die psychedelische Wirkung des Tracks. Sie können viele Formen annehmen, wichtig ist dabei nur, dass sie die vorhandenen Synthlines, Grids und die allgemeine Stimmung möglichst gut ergänzen. Das grundlegende Sounddesign basiert dabei meist auf Filter-Sweeps und Pitch-Modulationen. Durch lange Ping-Pong-Delays erhalten sie anschließend ihren psychedelischen Klang. Hier ein paar Beispiele für typische FX-Sounds…

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Psytrance Psy FX

Psytrance produzieren: Riser & Upsweeps

Um den erzeugten Spannungsverlauf der Synthlines noch weiter zu unterstützen, werden klassische Riser und Upsweeps verwendet. Diese lassen sich am einfachsten durch White-Noise mit einer simplen Lautstärke- oder Filtermodulation umsetzen. Da bereits die Synthlines selbst teils stark moduliert werden und so den Spannungsaufbau hervorrufen, ist meist nicht viel mehr als ein einfacher Noise-Upsweep notwendig. Soll der Riser dennoch interessanter klingen, kann er zusätzlich mit Synths gelayert werden. Am besten besitzen diese einen ansteigenden Pitch-Verlauf und werden beispielsweise über ein schneller werdenden LFO in der Lautstärke moduliert.

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Crashkurs Psytrance – Riser

Psy FX – Tipps & Tricks

Da ein Großteil des psychedelischen Klangs durch Delays und Hall erzeugt wird, ist es ratsam, die erstellten Synths stets in Audio umzuwandeln, um eine bessere Übersicht über deren Ausklang zu haben. Häufig ist es am besten, lange Ausklingzeiten zu wählen, diese anschließend in Audioform jedoch stark zu bescheiden. Auf diese Weise bleibt der Anschein von viel Raum und langen Delay-Tails erhalten, es wird aber gleichzeitig mehr Platz für andere Elemente erzeugt, wodurch ein insgesamt saubererer Mix möglich ist.

Gerade bei Subgenres wie Fullon ist es wichtig, stetig für Abwechslung zu sorgen. Am besten werden dafür unterschiedliche Synthlines verwendet, die sich regelmäßig ablösen. Bei Subgenres wie Progressive Psytrance hingegen sollten zu viele Synth-Wechsel vermieden werden, hier ist es wichtiger, eher die Modulation der vorhanden Synthlines zum Spannungsaufbau zu nutzen.

Damit ein Psytrance-Track möglichst stimmig klingt und nicht wie eine Aneinanderreihung von unterschiedlichen Synth-Ideen wirkt, ist es ratsam, bereits erstellte Sounds wiederzuverwenden und aus ihnen mithilfe von kreativer Bearbeitung weitere Elemente für den Track zu erschaffen. So kann beispielsweise eine Synthline mit Equalizern und sehr starkem Hall zu einer Atmosphäre für eine spätere Passage werden. Dadurch kann eine zusammenhängende Stimmung über den kompletten Track erzeugt werden, wodurch dieser insgesamt stimmiger klingen kann.

Damit stehen jetzt die wichtigsten Elemente eures Tracks bereit, um ihn im nächsten Schritt zu einem vollständigen Track auszubauen. Dafür werden wir uns im nächsten Teil der Crashkurs Serie mit dem Einsatz von Vocals, dem Arrangement und nützlichen Tipps & Tricks zum Mixing eueres Tracks befassen.

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