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Shure MV88 USB-C Test

Das Shure MV88 USB-C ist der Nachfolger des MV88 mit Lightning-Anschlus und möchte nach wie vor ein ganz typisches Problem lösen: Moderne Smartphones und Tablets bieten zwar ein gestochen scharfes Bild, klanglich bleiben aber Wünsche offen. Podcaster, Musiker und YouTuber greifen daher gerne auf externe Interfaces oder Bluetooth-Mikrofone zurück. Das bedeutet allerdings nicht automatisch eine Verbesserung des Klangs, je nach Setup müssen außerdem zusätzliche Geräte angeschafft und transportiert werden. Beim Testobjekt soll all das wegfallen: einfach an die USB-C Buchse anstecken und per App die Richtcharakteristik, den Pegel und Sound-Einstellungen vornehmen, fertig. Ob das alles so einfach ist und, vor allem, so gut klingt, erfahrt ihr auf den folgenden Zeilen.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • sehr guter Klang
  • flexibel einsetzbar
  • einfach zu steuern über Shure Motiv App
  • sehr solide Verarbeitung
Contra

Quick Facts zum Shure MV88 USB-C

  • Was ist das Shure MV88? Beim MV88 handelt es sich um ein externes Mikrofon zur Verwendung mit Smartphones und Tablets unter macOS und Android.
  • Wir wird das MV88 bedient? Die Bedienung erfolgt über die Shure-eigenen Apps Motiv Audio und Motiv Video.
  • Wieviele Richtcharakteristiken besitzt das MV88? Stereo mit justierbarer Stereobreite, Mono Niere, Mono bidirektional (Acht), Mid-Side

Das MV88 ist sehr solide gebaut

Was beim Auspacken zuerst auffällt, ist die wirklich hochwertige Verarbeitung des kleinen Schallwandlers. Sowohl der Sockel als auch der um 90 Grad drehbare Kopf sind aus Metall gefertigt, hinter dem Grill arbeiten zwei Kondensatorkapseln. Eine, als Doppelmembran ausgelegt, zeigt zu den Seiten (markiert mit R und L), eine nach vorne. Ein 90 Grad-Gelenk ermöglicht die bequeme Ausrichtung auf unterschiedliche Schallquellen wie zum Beispiel Sprecher, Bands oder Umgebungsgeräusche. Zum Lieferumfang gehört ein Windschutz sowie ein kleines, ovales Case mit Reißverschluss.

Zwei Kapseln arbeiten im Ganzmetallgehäuse.
Ein passgenauer Windschutz gehört zum Lieferumfang, im Sockel sitzt der USB-C Stecker.

Richtcharakteristiken und Presets: Die Shure Motiv App steuert alle Funktionen

Wie heute üblich, eröffnen sich die Funktionen vieler Geräte erst über die passende App. Im Fall des MV88 ist das entweder die kostenlose Shure Motiv Audio- oder die Motiv Video App, welche sowohl auf Android und iPhone laufen. Für diesen Test wurde die Audioversion aus ein iPhone 15 Pro geladen. Im Programm läßt sich das MV88 in insgesamt vier Betriebsmodi versetzen: Stereo mit einstellbarer Stereobreite von 90 bis 120 Grad, Mono (Niere), bi-direktionales Mono (Acht) und Raw Mid-Side. Weiterhin stehen fünf Presets zur Verfügung: Sprache, Gesang, Linear, Akustik und Band. Außerdem bietet die App verschiedene EQ- und Kompressor-Settings. Einige davon habe ich euch als Soundfiles aufgenommen.

R und L: Die Stereoseiten sind gekennzeichnet.
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Das Shure MV88 USB-C in der Praxis

Für den Praxisteil habe ich das MV88 sowohl besprochen als auch vor mein Drumset gestellt. Als Vergleichsmikros kamen ein AKG C214 Großmembran-Mikro und das interne iPhone Mikrofon zum Einsatz. Apropos iPhone, dieses habe ich mir geliehen, denn das MV88 funktioniert ab dem 14 abwärts nur mit dem originalen Apple Adapter, ein günstiges Drittanbieter-Produkt wird nicht akzeptiert. Nach dieser kleinen Ernüchterung hat das Testgerät jedoch einen guten Eindruck hinterlassen.

Ein Blick auf die Presets in der Motiv Audio App


Speziell am Drumset zeigt sich, dass die kleinen Kapseln einen guten Job sowohl mit der Lautstärke als auch der räumlichen Abbildung machen. Die Möglichkeit, mit den Charakteristiken zu experimentieren, bietet deutlich mehr Kontrolle über das klangliche Geschehen als die Telefon-eigenen Schallwandler. Totale Natürlichkeit ist allerdings nicht das Ziel bei der Entwicklung gewesen, das zeigt der Vergleich mit einem einzelnen AKG C214 vor dem Drumset. Das AKG klingt insgesamt natürlicher und auch hochauflösender. Das gilt umso mehr im Vergleich zum effektheischenden, stark komprimierten Klang des iPhone-Mics, allerdings muss ich zugeben, dass dessen Sound durchaus seinen Charme hat, speziell, wenn es um Rockiges geht. Die Kompressoreinstellungen in den Motiv App sind im Vergleich auch im Modus „stark“ zurückhaltender, ordentlich aufpumpen läßt sich das Resultat damit allerdings schon. Dies gilt besonders in Kombination mit dem breiten, 120 Grad Stereobild. Nicht ganz optimal gelungen finde ich die Reaktionszeit der Autopegel-Funktion, welche einen ganzen Takt braucht, um sich für ein Level zu entscheiden.

Kopf an Kopf: Das MV88 USB-C neben dem AKG C214-Vergleichsmikrofon

In Sachen Sprache bietet das MV88 im Mono-Modus einen klareren, kompakteren Klang als das iPhone-Mikro, dies gilt besonders bei etwas weiteren Abständen. Praktisch ist die Möglichkeit, ein 75 oder 150 Hz Low Cut zu schalten, die Wirkung könnt ihr ebenfalls unten anhören. Nicht Teil der Soundfiles, aber von mir ebenfalls getestet, ist der Denoiser, welcher mithilfe von KI störende Umgebungsgeräusche herausfiltert. Wie erwartet, funktioniert das am besten mit geringeren Distanzen zum Sprecher, sonst tritt der Pump-Effekt, also das stark hörbare Absenken in den Sprechpausen, in den Vordergrund.

Audio Samples
0:00
iPhone 15 Pro, Sprache MV88, Sprache MV88, Sprache Low Cut 75 Hz MV88, Drums, Band-Modus, 120 Grad Stereo MV88, Drums, Band-Modus, 120 Grad Stereo, Kompressor MV88, Drums, Band-Modus, Autolevel-Modus AKG C214, Drums, Mono iPhone, Drums MV88, Akustik-Modus, Drums, mittlerer Kompressor MV88, Drums, Mid-Side Modus

Alternativen zum Shure MV88 USB-C

Wenn euch das interne Smartphone Mikro nicht ausreicht, gibt es verschiedene Optionen zur Klangverbesserung und -kontrolle. Eine davon sind standalone-Geräte, deren Bedienung autark ohne mobiles Endgerät funktioniert. Neben dem Testgerät bieten sich Handyrecorder wie der Zoom H1essential, oder der Tascam DR-05X an, am Zoom H4 lassen sich dazu sogar noch weitere Mikros anschließen. Die zweite Option sind kabellose Bluetooth-Mikros, welche zwar per Handy-App gesteuert werden, in Sachen Reichweite und Positionierung jedoch maximal flexibel sind. Einige Produkte, zum Beispiel das Instamic, sind sogar wasserdicht.

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Test des Shure MV88 USB-C: Fazit

Mit dem MV88 USB-C bringt Shure eine zeitgemäße Version des alten MV88 mit Lightning-Anschluß heraus. Mit seinen vier Richtcharakteristiken und den fünf Aufnahmemodi bietet das Gerät gute Sounds und – vor allem – viel mehr Möglichkeiten als ein integriertes Smartphone-Mikrofon. Gesteuert über die Shure Motiv Apps, funktioniert die Bedienung intuitiv, sofern man die Arbeit am Telefon-Screen mag. Beim Kauf zu bedenken ist der Umstand, dass es hier weniger räumliche Flexibilität gibt als bei einem Bluetooth-Mikrofon oder dem hauseigenen MV88+Videokit. Die Verarbeitung ist hochwertig und robust, beim Preis bewegt sich Shure schon in den Sphären des ein oder anderen Mittelklasse-Handyrecorders. Das winzige Format und die einfache Handhabung bieten solche Geräte wiederum nicht.

  • Kondensatorkapseln
  • vier Charakteristiken: Mono, Stereo (Stereobreite justierbar), bi-direktionales Mono (Acht), Mid-Side
  • Übertragungsbereich 20 Hz – 20 kHz
  • fünf Presets: Sprache, Gesang, Akustik, Linear, Band
  • 24Bit/48kHz
  • Maximum SPL: 120 dB
  • Zubehör: Windschutz und Tragetasche
  • App erforderlich (kostenlos): Shure Motiv Audio oder Motiv Video
  • Gewicht: 40 g
  • hergestellt in: China
  • Webseite: shure.com
  • Preis: € 169,– (Straßenpreis am 28.7.2026)
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