Console 1 Compact heißt Softubes kleinster Controller, der bei Bedienung und Funktionsumfang aber keine Abstriche macht. Das große Console-1-System gibt es übrigens seit über zwölf Jahren, Console 1 Fader hingegen sechs Jahre. Zeit für ein kleines Update.
Softube Console 1 Compact im Test – die schicken Holzseitenteile sind optional.
Kompakter All-In-One Controller für etwas DAW und viel Plugin-Steuerung von Softube & Universal Audio
Console 1 Wrapper mit Dual-EQ, Dual-Comp und Dual-Shaper, viele Extras und ein übergreifendes OSD-Overlay
Compact Concept: Je ein Layer für Equalizer oder Dynamics
DETAILS
Fast die Hälfte
Console 1 Compact ist der dritte Controller der Softube Serie und ermöglicht eine platzsparende Bedienung der komfortablen Channelstrip-Plugins beziehungsweise des übergreifenden Wrappers. Optional erhältliche Holzseitenteile stellen die Controller auch solo recht steil an und verbessern ggfls. die Ergonomie.
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Die eingesparten 19 cm gegenüber der “normalen Größe” machen in der Praxis einen deutlichen Unterschied und eröffnen außerhalb klassischer Rack-Lösungen zusätzliche Aufstellungsmöglichkeiten. Neben den seitlichen Gewinden besitzt der Controller eine VESA-Aufnahme an der Unterseite sowie praktische Aussparungen für eine saubere Kabelführung.
Console 1 und SSL 360 sind zwei identische Systeme von verschiednen Herstellern für ihre eigenen Plugins inklusive DAW-Steuerung.
Wie funktioniert das ?
Wie kann Console 1 Compact so klein ausfallen und trotzdem nahezu alle Funktionen weiterhin bedienen? Ganz einfach: Softube verteilt die gesamten Bedienelemente einfach auf zwei, umschaltbare Layer: EQUALIZER und DYNAMICS. Zwei rote Taster oberhalb des roten Input-Gain-Reglers schalten zwischen diesen nun um.
Von den 16 berührungsempfindlichen Encodern bilden zwölf so entweder die bekannte, leicht versetzte Anordnung aus vier EQ-Bändern mit jeweils drei Reglern in Blau. Oder aber, im Dynamics-Layer, übernehmen sie die Steuerung von Filter, Shape, Compressor und Drive – und zeigen das kontraststark mit ansprechend abgestimmten LED-Konzepten an.
Equalizer ModeDynamics Mode
Flankiert wird das Encoder-Herzstück des Controllers von einem recht kleinen Display sowie zehn Tasten zur Spurauswahl, zwei weiteren Page-Taster sowie der neu angeordneten Sektionswahl.
Damit lässt sich nicht nur zwischen den einzelnen Console-1-Instanzen, sondern auch zwischen deren Bearbeitungssektionen übersichtlich wechseln und bypassen. Bei Console 1 waren diese Taster recht verstreut, diese Neuausrichtung gefällt!
In der großen Console 1 sind die Sektionen großzügiger aber auch “verstreuter” auf der Oberfläche angeordnet.
Dabei darf man nicht vergessen, wie umfangreich mittlerweile eine einzelne Console-1-Instanz ausgestattet ist. Pro Spur lassen sich gleichzeitig zwei EQs, zwei Shaper und zwei Kompressoren verwenden. Hinzu kommen weitere Extras sowie eine solide DAW-Steuerung am rechten Rand mit den wichtigsten Funktionen wie Volume, Solo, Mute, Pan und sechs Sends.
PRAXIS
Console 1 Compact in der Praxis
In vielen DAWs folgt Console 1 automatisch der mit der Maus ausgewählten Spur. Nicht nur Softube nennt diese Funktion Focus Select. Das zusätzliche On-Screen Display (OSD) legt sich als Overlay über die DAW und die Plugins. Es zeigt Spurnamen, Spurfarbe, sowie die aktuell gewählten Parameter noch besser und dynamisch an. Das Plugin in der DAW kann eigentlich immer geschlossen bleiben.
Die DAW-Control funktioniert gut, lediglich auf eine Transport-Sektion muss man verzichten.
Das kleine Display zeigt zusätzlich und noch mehr kontext-sensitiv die wichtigsten Informationen und Parameter-Namen an. Zudem lassen sich Kanalzüge und einzelne Prozessoren direkt am Gerät laden. Die Schrift dazu fällt allerdings wirklich klein aus.
Auch zahlreiche Plugins von Universal Audio (UAD-2 und UADx), FabFilter und Plugin Alliance lassen sich innerhalb von Console 1 laden und über den Controller bedienen. Die einheitliche Bedienoberfläche bildet aber nicht jede Besonderheit der ursprünglichen Plugins ab. Dennoch hat Softube die Funktionen der einzelnen Prozessoren überzeugend auf das Console-1-Konzept übertragen.
Einmal alles Doppelt, bitte! Dual-Comp und Dual-EQ nennt das Softube.
Plugins außerhalb der Console-1-Welt lassen sich nicht steuern. Auch weitere, DAW-spezifische Funktionen bleiben weitestgehend außen vor; darunter die Makro-Regler von Ableton Live Racks oder auch die Smart Controls von Logic.
Die DAW-Control beschränkt sich hier also rein auf klassische Mixerfunktionen wie Spurauswahl, Lautstärke, Panorama, Solo, Mute und Sends. Das ist oftmals auch vollkommen ausreichend.
Apollo Central fürs Tracking
Mit Apollo Central bietet Console 1 eine zusätzliche Integration für die UAD Console. Damit lassen sich die Preamps und Monitoring-Funktionen der UA-Console über den Controller steuern. Besonders beim latenzfreien Tracking mit LUNA und Apollo-Interfaces ist das durchaus praktisch.
Zwischen den Betriebsarten muss allerdings manuell umgeschaltet werden. Der Übergang fällt daher nicht so fließend aus. Ferner machen die Belegungen der Console 1 Compact auch nicht mehr so richtig viel Sinn, optimierte Belegungen für die Compact gibt es in dem Sinne nicht. Schade. Auch mein “Hack” mit dem SSL UF-1 als Track-Selector funktioniert in Apollo Central natürlich nicht mehr.
Die Belegung von Apollo Central wirkt nun leider noch mehr willkürlich …
Inzwischen scheint Softube die Funktion ohnehin fast zu verstecken. Apollo Central wird kaum beworben, verlinkte Einführungsvideos sind verschwunden und Teile der Dokumentation wirken veraltet. Eingestellt wurde der Modus jedoch nicht. Er ist weiterhin im aktuellen Console-1-Handbuch dokumentiert. Zudem veröffentlichte Softube noch im Februar 2026 ein entsprechendes Update.
Welche Console 1 ist für mich?
Preislich nehmen sich die “Core Controller” recht wenig und die mitgelieferten Plugins sind identisch. Der Unterschied liegt im Platz. Wer ihn hat und die Geräte übereinander stecken will, sollte das also weiterhin tun – wer die Controller lieber nebeneinander hat, bekommt mit der Compact Console eine optimierte Alternative die weniger sperrig ist als der Klassiker ist. Logisch, die UAD-Unterstützung nicht so gut, aber ganz so wichtig ist das auch nicht. Die praktischen Gruppen-Funktionen von Console 1 MK3 scheinen allerdings auch nicht unterstützt zu werden.
Ich bevorzuge Controller ferner leicht angewinkelt, sie wie ein Live-Pult greifen zu müssen gefällt mir weniger. Besonders sinnvoll erscheint mir daher trotzdem die Kombination der 24 cm breiten Console 1 Compact mit dem 43 cm breiten Console 1 Fader in einer Reihe. Letzterer ist ja genauso breit wie die normale Console 1.
Anders gesagt: Zwei 43 cm Controller ergeben stattliche 86 cm – vor einem Laptop ist das durchaus zu breit. Die Kombination aus großer Console 1 und Console 1 Fader hintereinander wirkt indes oft stimmiger und stylischer. Ein vergleichbares SSL-Setup fällt allerdings noch klobiger und wuchtiger aus.
Man kann aber auch Hersteller “mixen”, wie ich mit der SSL UF-1. BTW: eine dedizierte Transport-Sektion besitzt die Console 1 Welt weiterhin (noch) nicht.
Follow Focus
Schade bleibt, das nicht abzusehen ist ob eine Transport-Sektion hinzukommt, vielleicht gar kombiniert mit einem 1-Motorfader-Konzept, wie es sie von SSL, Presonus oder Nektar gibt. Diese stellen nur den ausgewählten Track dar, aber dies mit einem Motorfader besonders komfortabel. Und ist ein Track im Fokus, geht auch das Console 1 Plugin bei Bedarf mit auf.
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In unserem Special vergleichen wir SSL 360 und seine Controller im Detail mit Console 1. Grundlegend lässt sich sagen, dass Console 1 mehr Plugins von Haus aus bedienen kann, SSL mittlerweile aber jedes Plugin mit dem allgemeinen Wrapper steuern kann. Die DAW-Steuerung ist bei SSL ebenfalls tiefer.
Ein feines Detail: Es gibt keinen einfachen Channel Select bei Console 1 wie es ihn beispielsweise das UF-1 bietet. Das war auch beim neuen FLOW umständlich. Anstatt beispielsweise mit dem Drehen des Encoders direkt den Focus Channel auszuwählen, kann man hier nur die ersten 10 Tracks direkt anwählen und muss danach schon old-schoolig Banken. Immerhin: 10 Tracks wie auch bei Fader 1.
Beim Softwareumfang bleibt es beim Alten: Auch Console 1 Compact wird mit der bekannten Core Mixing Suite ausgeliefert, die wir im alten Test bereits umfangreich untersucht haben. Diese umfasst ein Tape- beziehungsweise Preamp-Modell für die harmonische Färbung und Sättigung. Die Filter bieten Flankensteilheiten von 6, 12, 18, 24 oder 48 dB pro Oktave, wobei standardmäßig 18 dB für den Low-Cut und 12 dB für den High-Cut eingestellt sind.
Für die Shape-Sektion stehen außerdem ein Dynamic Shaper, ein Panner sowie die Dual Dynamics zur Auswahl. Hinzu kommen vier unterschiedliche Equalizer – Modern, Vintage sowie zwei dynamische Varianten mit zwei bzw. vier Bändern. Bei der Kompression gibt es die absoluten Klassiker namens 1176 in Form des FET Compressor Mk II, den LA-2A als Kopie namens Opto Compressor und einem Bus Compressor im SSL-Style.
Softube Console 1 Compact überträgt den bewährten Console-1-Workflow überzeugend auf ein deutlich kleineres und günstigeres Format. Trotz der auf zwei Layer verteilten Bedienung bleiben wichtigen Funktionen weiterhin direkt erreichbar, während Display und OSD jederzeit für Orientierung sorgen. Besonders in Kombination mit Console 1 Fader spart der Compact wertvollen Platz auf dem Studiotisch.
Kleine Abstriche gibt es dennoch: Group-, Copy- und All-Funktionen fehlen wie auch USB-Daisy-Chaining. Auch DAW-Plugins oder Ableton-Rack-Makros lassen sich nicht steuern. Dafür bietet Console 1 eine breite Auswahl kompatibler Softube-, UAD-, FabFilter- und Plugin-Alliance-Prozessoren. Die mitgelieferte Core Mixing Suite deckt weiterhin alle grundlegenden Aufgaben eines äußerst vielseitigen Channelstrips ab und macht dabei auch ordentlich Sound. Für rund 489 Euro ist Console 1 Compact daher nicht nur gelungener Einstieg in das Hybrid-System sondern auch platzsparende Alternative für bestehende Setups.
Features
Kompakter Hardware-Controller für das Console-1-System
Steuerung von Preamp, Tape, Filter, Shape, EQ, Kompressor und Drive
DAW-Control für Lautstärke, Panorama, Solo/Mute, Spurauswahl und bis zu sechs Sends
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