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Taylor 512ce Test

Die Taylor 512ce Grand Concert sorgt gemeinsam mit der 514ce Grand Auditorium für ein Facelift in der 500er-Serie des Herstellers. Zuletzt paarte Taylor hier wahlweise Fichten- oder Zederndecken mit Mahagoni oder verwendete ausschließlich Mahagoni für Boden, Zargen und Decke.

Taylor 512ce Test

Mit den nun vorgestellten Modellen setzt der renommierte amerikanische Gitarrenbauer wiederum seine Suche nach neuen Tonhölzern konsequent fort und führt die Eukalyptus-Unterart „Red Ironbark“ ein. Wie schon bei der 2020 vorgestellten Taylor GTe Urban Ash ist auch diese Holzart beim Hersteller in Kalifornien beheimatet und wird für Boden und Zargen der neuen Modelle verbaut.

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Taylors Masterbuilder und CEO Andy Powers beschreibt die Vermählung von Red Ironbark und Fichte als frische Variation der klassischen und bewährten Kombination aus Fichte und Palisander. Im Detail verortet er die Eigenschaften des neu entdeckten Tonholzes dabei zwischen Ebenholz und Palisander. Taylor Guitars steht in dem Ruf, absolute High-End-Akustikgitarren in der entsprechenden Preisrange zu fertigen und dem ersten Eindruck nach macht auch die neue 512ce hier keine Ausnahme. Wer allerdings davon ausgeht, dass sich das heimische und aus urbanen Gebieten stammende Red Ironbark entlastend auf den Geldbeutel auswirkt, wird beim aktuell aufgerufenen Preis von etwas über 3400 Euro wohl enttäuscht sein. Welchen Einfluss der Neuzugang im Holzreservoir der Amerikaner ansonsten auf den Klang hat, wollen wir im folgenden Test ganz genau untersuchen.

Fotostrecke: 6 Bilder Edle Gitarre in edlem Gehäuse – die Taylor 512ce wird mit einem Taylor Deluxe Hardshell Case geliefert.
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Auf der Suche nach neuen Tonhölzern

Taylor Guitars ist nicht nur dafür bekannt, hochwertige Akustikgitarren zu fertigen, sondern hat in den letzten 10 Jahren auch einige Umweltschutzprojekte ins Leben gerufen. Dementsprechend ist das nachhaltige Wirtschaften mit Holzbeständen beim Hersteller immer wieder im Fokus und in diesem Zusammenhang auch die Gewissheit, dass man auf bewährte Tonhölzer wie beispielsweise Palisander nicht unendlich Zugriff hat. Dass es sich lohnt, nach neuen Möglichkeiten zur Holzgewinnung zu suchen und dabei auch bewährte Holzarten beim Bau einer Akustikgitarre zu ersetzen, zeigte sehr eindrücklich die 2020 erschienene und von uns ebenfalls getestete Taylor GTe Urban Ash. Bei ihrer Fertigung wurde das Holz ausgedienter Shamel-Eschen, die ursprünglich zur Begrünung und Überdachung in Städten und Vororten Kaliforniens angebaut wurden, für Boden und Zargen wiederverwertet. Dennoch bringt beileibe nicht jede Holzart die richtigen Eigenschaften in puncto Stabilität und Klang mit, um für den Bau von Musikinstrumenten in Frage zu kommen. Dementsprechend muss hier vorab immer wieder experimentiert und auch selektiert werden.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Decke wird durch ein Schlagbrett in Schildplatt-Optik geschützt.
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Urban Ironbark

Die rote Eisenrinde (Eucalyptus sideroxylon) ist eine von 700 Eukalyptus-Arten, hat ihren Ursprung in Australien und wurde bereits im 19. Jahrhundert in Kalifornien angesiedelt. Im Gegensatz zur in Kalifornien und auch weltweit meistverbreiteten Art, dem schnell wachsenden Blaugummi-Eukalyptus (Eucalypus globulus), weist Red Ironbark mit seinem festen, harten und dichten Holz ideale Eigenschaften für den Gitarrenbau auf. Ansonsten wird die Holzart beispielsweise für Balken oder Eisenbahnschwellen verwendet. Da es außerdem eine sehr ähnliche Beschaffenheit wie Ebenholz besitzt, hatte Andy Powers ursprünglich die Idee, das Holz für Griffbretter und Stege einzusetzen, entschied sich aber letztendlich aufgrund der rötlichen Färbung dagegen. Seine Vermutung, dass es stattdessen auch als Korpusholz eine gute Figur machen könnte, bestätigte sich nach dem Fertigen einiger Prototypen. Wie einleitend erwähnt, sind es nun die vorliegende Grand Concert und eine Grand Auditorium, bei denen das neue Korpusholz mit einer Decke aus gerösteter Fichte ergänzt wird. Bisher war Mahagoni ein sehr präsentes Holz innerhalb der 500er-Serie des Herstellers. Da aber kürzlich erst die 300er-Serie Zuwachs in Form neuer Mahagoni-Modelle bekam, entschied man sich, einige der bestehenden Varianten der 500er-Serie durch die neuen Urban-Ironbark-Instrumente zu ersetzen. Für 2023 sind zudem weitere Modelle mit dem neu vorgestellten Tonholz geplant.

Shaded-Edgeburst-Finish trifft auf Schildpatt-Optik

Die in einem hochwertigen Formkoffer gelieferte Grand Concert ist eine kompakte Akustikgitarre, die mit ihren Maßen zwischen der noch kleineren Grand Theater und der Grand Auditorium liegt. Das für Boden und Zargen zum Einsatz kommende Red Ironbark zeichnet sich neben seinem rötlichen Farbton, der durchaus Ähnlichkeiten mit Mahagoni hat, durch eine sehr dichte Maserung aus und ist an den Rändern etwas abgedunkelt. Passend dazu hat man sich auch bei der gerösteten Fichtendecke für ein sogenanntes Shaded-Edgeburst-Finish entschieden. Ergänzt wird der Look des hochglanzlackierten Korpus von einem Schlagbrett und einem Binding in Schildpattoptik sowie einer Abalone-Rosette um das Schalloch. Für eine leichtere Bespielbarkeit der hohen Lagen besitzt der Korpus einen venezianischen Cutaway. Für die Verbalkung setzt auch diese Taylor auf das vom Hersteller entwickelte und erstmals 2018 vorgestellte V-Class-Bracing, das einen positiv spürbaren Einfluss auf die Schwingungseigenschaften des Instruments hat, wie unsere Tests in den letzten Jahren bestätigen konnten.

Mahagonihals und Ebenholzgriffbrett

Der schattierte Look des Korpus setzt sich auch auf der satinierten Rückseite des Mahagonihalses fort. Einen optischen Akzent setzen zudem die sogenannten Aerial-Acryl-Inlays auf dem Ebenholzgriffbrett, das mit 20 tadellos bearbeiteten Bünden bestückt ist. Die kompakte Gitarre weist eine Mensur von 632 mm (24-7/8“) auf und die Saiten laufen über einen 44,5 mm breiten Sattel zu vernickelten Stimmmechaniken aus eigener Produktion.

Fotostrecke: 5 Bilder Das großzügige Cutaway erleichtert das Spielen in den hohen Lagen.
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Bewährtes Tonabnehmersystem

Ein mittlerweile schon fast alter Bekannter ist das Expression System 2 von Taylor, dessen Preamp unter der oberen Zarge am Halsübergang platziert ist und über drei flache Regler für Lautstärke, Bässe und Höhen justiert wird. Im Gegensatz zu typischen Piezo-Pickup-Systemen verfügt diese Variante über drei Pickup-Sensoren, die hinter der Stegeinlage sitzen und im Vergleich für eine hörbar dynamischere Wiedergabe sorgen.

Fotostrecke: 4 Bilder Zur Verstärkung kommt das Expression System 2 von Taylor zum Einsatz.
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