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Test: JHS Pedals Coyote – Variabel, dynamisch, extravagant – ein Fuzz-Pedal für Kenner

Mit dem JHS Coyote Octave Fuzz präsentiert der amerikanische Hersteller einen Effekt, der sich mit seiner analogen Schaltung am Moonrock Fuzz-Pedal orientiert. Letzteres war eine Kreation des 2014 verstorbenen Glenn S. Wyllie, der sich seit Anfang der Sechzigerjahre mit dem Bau von Saiteninstrumenten und Gitarreneffekten befasst hatte. Auslöser seiner Leidenschaft für Effekte und ganz speziell für Fuzz-Pedale war seinerzeit der Sound des Gibson Maestro Fuzztone, den auch die Rolling Stones bei “Satisfaction” einsetzten. Beim aktuellen Pendant des Moonrock Fuzz-Pedals, dem neuen JHS Coyote Octave Fuzz, ist der Swell/Fuzz/Octave-Regler zentraler Steuerpunkt und ermöglicht den stufenlosen Übergang zwischen den drei angebotenen Soundkategorien.

Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • tadellos verarbeitet, solides Outfit
  • erstklassiger Fuzz-Sound
  • variabler Effekt mit Swell, Fuzz und Octave
  • sensible Reaktion auf Pickups und Aktionen an der Gitarre
Contra
  • keins

JHS Pedals Coyote – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das JHS Pedals Coyote? Ein Fuzz-Pedal mit drei unterschiedlichen Charakteren: Swell, Fuzz und Octave-Fuzz. 
  • Welche Parameter können mit den Reglern eingestellt werden?  Außer dem Swell/Fuzz/Octave-Regler, mit dem man stufenlos zwischen den genannten Varianten überblenden und die Intensität (Zerrgrad) des Effekts einstellen kann, wartet ein Volume-Poti für die Gesamtlautstärke. 
  • Hat das JHS Pedals Coyote eine True-Bypass-Schaltung?  Ja, das JHS Pedals Coyote ist komplett analog mit True-Bypass.
  • Gibt es zusätzliche Schalter?  Nur den obligatorischen Fußschalter, der den Effekt aktiviert, und die dazugehörige LED.
  • Sollte man das JHS Pedals Coyote mit einem bereits verzerrten Amp betreiben? Das ist reine Geschmackssache. Das Pedal funktioniert auch vor dem unverzerrten Amp. Aber laut Hersteller bietet die Kombination mit einem leicht angezerrten Amp oder vor einem Overdrive-Pedal mit niedrigem Zerrgrad die optimale Bandbreite an Fuzz-Sounds. 
  • Läuft das Coyote auch mit Batterie? Das Pedal funktioniert ausschließlich mit Netzteil (9 Volt, Minuspol innen), trotz seiner Stromaufnahme von nur 5 mA. 
  • Das sagt der Test: Das JHS Coyote Octave Fuzz bietet transparente Fuzz-, Gated- und Octavia-Sounds, reagiert hervorragend auf Gitarren-Volume und Pickups und harmoniert auch mit angezerrten Amps. Eine vielseitige Alternative zu klassischen Fuzz-Face-Pedalen.

Was sind die besonderen Eigenschaften des JHS Pedals Coyote?

Zum einen besitzt das Coyote eine besondere Schaltung, die vom üblichen Octavia-, Fuzz-Face- oder Tone-Bender-Design abweicht. Das originale Moonrock Fuzz bediente sich auf etwas unkonventionelle Weise eines Übertragers. Normalerweise wird der für die Erzeugung des Oktavsignals genutzt, aber hier ist er für die eigentliche Klangformung zuständig. Diese Konstruktion trägt laut Hersteller entscheidend zum besonderen Fuzz-Sound bei. Außerdem beheimatet das Pedal die drei unterschiedlichen Charakteristiken Swell, Fuzz und Octave unter einem Dach. Ein weiteres Kennzeichen des JHS Coyote ist die Reaktionsfreudigkeit auf das Volume-Poti an der Gitarre. Mit ihm lässt sich der Sound quasi im Poti-Umdrehen von extrem Fuzz auf fast clean einstellen, wie ihr es im Praxisteil hören könnt.   

Wie ist die Qualität der verwendeten Bauteile?

Das Pedal kommt nicht nur im robusten Metallgehäuse, sondern auch Regler und Schalter machen nicht den Eindruck, bereits nach 20 Clubgigs den Dienst quittieren zu wollen. Also Daumen hoch!

Fotostrecke: 4 Bilder Das JHS Pedals Coyote liefert drei unterschiedlichen Charaktere: Swell, Fuzz und Octave-Fuzz.

Entspricht das Angebot dem Preis?

Der Verkaufspreis von 155 Euro (August 2026) ist keinesfalls zu hoch angesiedelt, sondern angesichts des saftigen Sounds und der Fuzz-Vielfalt mehr als gerechtfertigt.

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Aufnahmen mit dem JHS Pedals Coyote

Das JHS Pedals Coyote wird zuerst vor einen unverzerrten Sovtek MIG-50H geschaltet, der an ein Marshall 4×12 Cab angeschlossen ist. Abgenommen wird das Ganze mit einem Royer R-10 und einem Shure SM-57. Beide Signale werden in einem Chandler TG2 gemischt und gehen von dort ins Audio-Interface (UA Apollo 8). Um das Pedal auch mit leicht angezerrten Sounds zu testen, schalte ich später noch ein Walrus Audio Ages hinter das JHS Pedals Coyote.  

Wie klingt das JHS Pedals Coyote am clean eingestellten Amp?

Die Lautstärke-Abstimmung bei mittlerer Reglerposition passt perfekt zum Bypass-Sound eines unverzerrten Amps. Das hört ihr im ersten Beispiel, in dem ich zuerst den puren Ampsound ohne Effekt anspiele und danach mit aktiviertem Coyote. Dabei sind beide Regler auf 12 Uhr geparkt. In den Beispielen 2-4 beleuchte ich dann die einzelnen Charakteristiken in jeweils drei unterschiedlichen Einstellungen des Swell/Fuzz/Octave-Reglers. 

Bei komplettem Linksanschlag liefert das Coyote einen Gated-Fuzz-Tone, der vom Anschlag abhängig ist. Bei hartem Anschlag setzt der Gated-Tone ein, bei sanfter Betätigung gibt es eine weiche Fuzz-Säge. Der Gated-Tone wird schwächer, je weiter man den Regler aufdreht, und geht dann nahtlos in den Standard-Fuzz-Sound über. Beim Fuzz im Bereich von 10 bis 14 Uhr zeigt sich die klangliche Veränderung in Verbindung mit einem cleanen Amp nicht so drastisch. Der Fuzz-Ton klingt satt und recht offen. Das ändert sich dann ab 14 Uhr, wenn Octave-Fuzz angesagt ist. Dann wird der Ton etwas bröseliger und die typische Fuzz-Oktave kommt hinzu – Purple Haze lässt grüßen. 

Audio Samples
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Clean Amp: Bypass > 12 / 12 (Telecaster) Clean Amp: Swell | 7 > 8 > 9,5 (Telecaster) Clean Amp: Fuzz | 10 > 12 > 14 (Telecaster) Clean Amp: Octave | 14,5 > 16 > 17 (Telecaster)

Wie sensibel reagiert die Verzerrung auf den Volume-Regler an der Gitarre?

Das Entzerren mit dem Volume-Regler an der Gitarre klappt vorzüglich. Man erhält bei niedrigeren Einstellungen einen leicht höhenbetonten Sound, der im Zerrgrad weit zurückgeht und je nach Gitarre und Einstellung am Pedal fast clean ist. Damit kann man ausgezeichnet arbeiten und die typischen vintage-angehauchten Fuzz- und Clean/Crunch-Sounds erzeugen. Und das sowohl mit Single-Coil- als auch mit Humbucker-Gitarren.

Audio Samples
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Clean Amp: Fuzz 13 – Guitar Volume 10 > 6 > 3 (Telecaster) Clean Amp: Octave 15,5 – Guitar Volume 10 > 8 (ES-335) Clean Amp: Swell 9 – Bridge-PU V10 > Neck-PU V7 (ES-335)

Das JHS Pedals Coyote am verzerrten Amp oder mit Overdrive

Mit bereits verzerrten Sounds verträgt sich das JHS Pedals Coyote ausgezeichnet. Aus einem spritzigen, höhenbetonten Crunch-Basis-Sound erzeugt man bei Bedarf mit dem Coyote eine warm klingende Säge. Und auch hier reagiert das Pedal hervorragend auf die Aktionen an der Gitarre. Allerdings wird der Ton beim Herunterregeln des Volume-Potis nicht mehr ganz so clean, aber das ist dem angezerrten Grundsound geschuldet. Auf jeden Fall wird der Sound in dieser Konstellation auch bei hohem Fuzz-Zerrgrad mit maximalem Volume an der Gitarre nicht matschig. 

Ihr hört nun zwei Beispiele mit dem Walrus Audio Ages und einem leichten Overdrive-Sound als Basis hinter dem Coyote. Bei der Telecaster ist die Bandbreite an Zerrsounds mit der Octave-Charakteristik wirklich enorm, vom üblen Fuzz-Gewitter bis zum schlanken Breakup-Tone ist alles dabei. Gefällt mir ausgesprochen gut!  

Audio Samples
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Overdrive: Bypass > Fuzz 10 – Bridge-PU V10 > V4 > Neck PU V4 (Les Paul) Overdrive: Bypass > Octave 15 – Guitar Volume 10 > 5 (Telecaster) Overdrive: Swell 9 – Neck-PU V4 > Bridge-PU V10 (SG) Overdrive: Fuzz 14 (Jet Baritone)

Wer sind die Mitbewerber/Alternativen zum JHS Pedals Coyote?

Es gibt einige Fuzz-Pedale, die zusätzlich auch den Octavia-Sound im Angebot haben. Hier wären in der etwas gehobeneren (Preis-)Klasse das Beetronics Octahive V2 und das Vahlbruch Octavia V2 zu nennen. Beim MXR Sub Machine Octave Fuzz gibt es zusätzlich einen Octaver (nach unten). 

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Fazit

Das JHS Pedals Coyote Octave Fuzz liefert satte Fuzz-Sounds in den drei Charakteristiken Swell, Fuzz und Octave. Damit ist man auf jeden Fall vielseitiger aufgestellt als mit einem Standardpedal im Fuzz-Face-Stil. Dieser Sound ist bei der Kategorie Fuzz im Angebot, Swell erzeugt leichte Gated-Fuzz-Sounds und bei Octave gibt es die bekannten Octavia-Sounds. Das alles wird sehr transparent präsentiert und verträgt sich auch vorzüglich mit bereits angezerrten Amp-Sounds (mit Overdrive oder Preamp-Drive). Hinzu kommt, dass man das Coyote-Pedal per Gitarren-Volume sehr gut in den Cleansound bewegen kann. Es reagiert ausgezeichnet auf die Pickups und alle Aktionen an der Gitarre und ist alles andere als ein Plattmacher. Wer ein flexibles analoges Fuzz-Pedal sucht, sollte das JHS Pedals Coyote auf seine Liste schreiben. 

Artikelbild
Coyote – Octave Fuzz
Für 155,00€ bei
  • Hersteller: JHS Pedals
  • Modell: Coyote
  • Typ: Octave Fuzz-Effektpedal
  • Regler: Volume, Swell/Fuzz/Octave
  • Anschlüsse: Input, Output, 9-V-DC
  • Bypass: True-Bypass
  • Stromaufnahme: 5 mA
  • Maße: 72 x 121 x 55 mm (B x T x H)
  • Gewicht: 253 g
  • Verkaufspreis: 155,00 Euro (August 2026)

Herstellerwebsite: https://jhspedals.info/collections/all-products/products/coyote

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