Test: Orange Baby Terror – Kompakter 20-Watt-Amp mit großem Sound

Mit dem Orange Baby Terror bringt die britische Traditionsmarke einen extrem kompakten Lunchbox-Amp auf den Markt, der trotz handlicher Maße erstaunlich vielseitig ausgestattet ist. Der 20-Watt-Gitarrenverstärker setzt auf eine analoge Solid-State-Schaltung mit JFET-Technologie und bietet neben Gain, Volume und Dreiband-EQ auch einen Presence-Regler sowie einen Tubby-Switch für mehr Low-End. Zusätzlich sorgen clevere Features wie ein schaltbares alternatives Volume-Setting, ein Einschleifweg und ein symmetrischer XLR-Ausgang für einen flexiblen Einsatz beim Recording, im Proberaum oder auf kleinen Bühnen.

Orange Baby Terror bonedo Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • erstaunlich erwachsener Sound
  • handliche Größe
  • flexible Ausstattung
  • praxisnahe Konnektivität
Contra
  • (keins)

Orange Baby Terror – das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der Orange Baby Terror? Der Orange Baby Terror ist ein kompakter 20-Watt-Lunchbox-Gitarrenverstärker mit analoger JFET-Solid-State-Schaltung.
  • Die wichtigsten Features des Orange Baby Terror Der Orange Baby Terror bietet Regler für Gain, Volume, Bass, Middle, Treble und Presence sowie einen Tubby-Switch für mehr Low-End. Zur weiteren Ausstattung gehören ein fußschaltbares zweites Volume-Setting, ein Einschleifweg, ein Speaker-Out sowie ein symmetrischer XLR-Ausgang.
  • Für wen eignet sich der Orange Baby Terror? Der Orange Baby Terror eignet sich für Gitarristen, die einen kompakten, transportfreundlichen und unkomplizierten Amp für Zuhause, Recording, Proberaum oder kleine Gigs suchen.
  • Reichen 20 Watt für Bandproben oder Gigs? 20 Watt Solid State reichen, je nach Box, für leise bis moderate Bandproben und Gigs aus, können gegen einen lauten Drummer oder in mittelgroßen Clubs aber schnell an ihre Grenzen kommen.
  • Was sagt der Test? Der Orange Baby Terror ist ein tadelloser Mini-Amp, der trotz kompakter Abmessungen mit ordentlich Druck, typischem Orange-Charakter und flexibler Klangregelung überzeugt. Für heimisches Recording, moderate Proben und kleinere Gigs zeigt er sich sehr praxistauglich und bietet mit dem Tubby-Switch, einem fußschaltbaren Volume-Boost, FX-Loop, DI-Out und guter Pedalverträglichkeit ein stimmiges Gesamtpaket.

Design, Ausstattung und Bedienung des Orange Baby Terror

Der Orange Baby Terror präsentiert sich in einem extrem handlichen Lunchbox-Format mit den Maßen 165 × 95 × 135 mm (B × T × H). Das Metallgehäuse wirkt sehr robust und roadtauglich. Sämtliche Bedienelemente befinden sich auf der Frontseite: Volume und Gain bestimmen Lautstärke und Zerrgrad, während ein Dreiband-EQ mit Bass, Middle und Treble sowie ein Presence-Regler für die Klangformung zuständig sind. Zusätzlich sorgt ein Tubby-Switch für mehr Fülle und ein kräftigeres Low-End. Über den FS-Volume-Regler lässt sich ein alternatives, per Fußschalter abrufbares Lautstärke-Setting festlegen, das beispielsweise als Lead-Boost genutzt werden kann.

Alles dran am Mini-Top: Speaker-Out, FX-Loop und XLR-Out

Die Anschlüsse sind an der Rückseite platziert. Hier finden sich ein Speaker-Out für 8 oder 16 Ohm Impedanz, der Eingang für einen optionalen Fußschalter zum Aktivieren des alternativen Volume-Settings sowie ein Effektweg mit Send und Return. Darüber hinaus bietet der Baby Terror einen symmetrischen XLR-Ausgang samt Ground-Lift-Schalter. Rechts außen sitzt der Anschluss für das im Lieferumfang enthaltene 15-Volt-Netzteil, das 2 A bereitstellt. Ebenfalls mitgeliefert wird eine kompakte, gepolsterte Tragetasche.

Fotostrecke: 4 Bilder Der Orange Baby Terror ist ein kompakter 20-Watt-Lunchbox-Gitarrenverstärker…

So wird der Orange Baby Terror in der Praxis getestet

Für die Soundfiles läuft der Baby Terror über eine 2×12″-Box mit Celestion Greenbacks, die ich mit einem AKG C414 abnehme. Um zu prüfen, wie gut sich der kleine Orange mit Pedalen verträgt, kommt ein J. Rockett Archer Overdrive zum Einsatz. Den XLR-Out schicke ich direkt in mein RME Fireface UFX und belege das Signal anschließend mit einer 4×12″-Greenback-Impulsantwort. Die verwendeten Gitarren werden jeweils angegeben.

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Der Orange Baby Terror im Soundcheck

Beim ersten Anspielen über eine Box überrascht der Baby Terror zunächst mit einem Druck, den man ihm angesichts seiner Ausgangsleistung und der Solid-State-Bauweise nicht unbedingt zutrauen würde. Seinen Namen trägt der kleine Orange jedenfalls nicht ohne Grund, denn das kompakte Kästchen kann ordentlich Krach machen. Für laute Clubgigs oder große Bühnen dürfte er nur bedingt die erste Wahl sein, moderate Proberaum-Levels oder kleinere Gigs meistert er jedoch problemlos. Im cleanen Bereich liefert der Baby Terror einen schön knackigen Sound für cleane Pickings, Funk-Licks oder jazzigere Töne. 

Ab etwa 12 Uhr stellt sich ein saftiger und dynamischer Break-up ein, der bereits die typische Orange-Zerrcharakteristik mit leicht kantigem Timbre erkennen lässt. Low-Gain-Sounds und bluesige Töne sind damit überhaupt kein Problem. Jenseits der 12-Uhr-Marke wird es dann deutlich aggressiver, sodass sich Classic-Rock, 80s-Rock und natürlich Indie-Rock sehr gut umsetzen lassen. Die Klangregelung erweist sich als effektiv, und dank der gelungenen Auslegung des Mittenreglers sind sogar gescoopte Metal-Sounds im Ansatz möglich.

Orange Baby Terror: Pedalboard-tauglich und DI-ready

Der Tubby-Switch entfaltet sein Potenzial vor allem bei Clean- und Low-Gain-Sounds. Hier bekommt der Ton deutlich mehr Fleisch und Fundament. Dass man per Fußschalter zwei Lautstärkesettings abrufen kann, erweist sich als sinnvolles Feature, insbesondere, wenn man Lead-Sounds etwas nach vorne holen will. Auch in puncto Pedalfreundlichkeit gibt es Positives zu berichten: Mit meinem J. Rockett Archer kommt der Baby Terror hervorragend zurecht. Allerdings sollte man etwas darauf achten, die Vorstufe nicht zu stark anzufahren, da sich dies in einer stärkeren Kompression bemerkbar macht. Der DI-Out ist ohne Frequenzkorrektur und bietet damit genügend Spielraum, das Signal in der DAW mit einer Speakersimulation oder Impulsantworten weiterzuverarbeiten.

Audio Samples
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Clean – Stratocaster Low-Gain – Stratocaster Mid-Gain – Les Paul High-Gain – Les Paul Dynapick – Les Paul Tubby Switch Off/On – Stratocaster Gain-Regler – Les Paul Lead-Tone – Les Paul Pedal Check – Les Paul DI Out – Les Paul

Fazit

Mit dem Baby Terror liefert Orange einen erstaunlich erwachsenen Mini-Amp ab, in dem deutlich mehr steckt, als seine kompakten Abmessungen zunächst vermuten lassen. Das 20-Watt-Kästchen überzeugt mit ordentlich Druck, typischem Orange-Charakter und einer erfreulich flexiblen Klangregelung, die von knackigen Cleans über dynamische Break-up-Sounds bis hin zu bissigen Rock- und Indie-Brettern einiges abdeckt. Für sehr laute Bühnen oder cleane Sounds mit viel Headroom ist der kleine Amp naturgemäß nicht die erste Wahl, für heimisches Recording, Üben, den Einsatz im Proberaum oder kleinere Gigs zeigt er sich jedoch sehr praxistauglich. 

Zusätzliche Pluspunkte sammelt der Baby Terror mit dem Tubby-Switch, einem fußschaltbaren Volume-Boost, einem Effektweg und einem DI-Out, der in Verbindung mit IRs flexible Recording-Optionen eröffnet. Auch mit Pedalen kommt der kleine Orange sehr gut zurecht. Wer einen transportfreundlichen, unkomplizierten und charakterstarken Amp mit toller Ausstattung sucht, sollte den Baby Terror unbedingt antesten.

Artikelbild
Baby Terror Micro Amp
Für 229,00€ bei
  • Hersteller: Orange
  • Name: Baby Terror
  • Typ: Mini-Topteil für Gitarre
  • Herstellungsland: China
  • Regler: FS-Volume, Volume, Gain, Presence, Treble, Middle, Bass
  • Schalter: On/Off-Switch, Tubby-Switch, GND-Lift
  • Anschlüsse: Input, Send, Return, FS-Volume, Speaker-Out 8/16 Ohm (jeweils 6,3-mm-Klinke), Balanced-Out, Netzteileingang 15 V / 2 A
  • Leistung: 20 W
  • Abmessungen: 165 × 95 × 135 mm (B × T × H)
  • Gewicht: 895 g
  • Ladenpreis: 229,00 Euro (Juli 2026)

Herstellerseite: https://orangeamps.com/

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