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TIDAL startet faires Bezahlmodell für Künstler/innen

Im Jahr 2015 kaufte eine von Jay-Z angeführte Gruppe von Top-Künstler/innen den Streaming-Service TIDAL. Abgesehen von dem Bedürfnis nach besserer Tonqualität beim Streamen war eine fairere Bezahlung der Künstler/innen im Streamingsektor ein wichtiger Antrieb, womit sich TIDAL ganz klar als das Streamingdienst für besonders audiophile, bewusste und loyale Musikhörer/innen positionierte.

(Bild © Shutterstock / Daniel Constante)
(Bild © Shutterstock / Daniel Constante)

Nun macht der Anbieter Nägel mit Köpfen: Die Künstler und Künstlerinnen sollen nach den tatsächlichen Hörgewohnheiten der User bezahlt werden. So lockt TIDAL neben einer besseren Audioqualität nun auch mit fairerer Bezahlung für Künstler/innen.
„TIDAL bietet Künstlern gerechtere Einkommensbedingungen und schnellere Zahlungen, und Fans erhalten eine bessere Möglichkeit, ihre Lieblingskünstler zu unterstützen.“
Diese Philosophie setzt TIDAL jetzt ganz konkret mit einem wählbaren User-zentrierten Bezahlmodell um. Für 19,90 Euro kann man nun ein sogenanntes HiFi Plus Abo inklusive 30-tägiger Testzeit abschließen, bei dem man nicht nur früheren Zugriff auf exklusive Inhalte und Funktionen hat, die sich noch in der Entwicklung befinden. Die wesentliche Neuerung sind die fanbasierten Tantiemen:
Durch TIDAL HiFi Plus sollen Künstler/innen deutlich besser pro einzelnem Stream bezahlt werden, indem die Tantiemen nur an die Künstler/innen ausgezahlt werden, die auch von einem Nutzer tatsächlich gehört wurden. Wo genau ihr Geld landet, können Fans in ihrem TIDAL Feed ab Januar 2022 sogar nachvollziehen. Außerdem werden jeden Monat 10 % des Abopreises an den vom jeweiligen Nutzer meistgehörten Künstler ausgezahlt.
„Die Mission von TIDAL ist es, ein nachhaltiges Geschäftsmodell für die Musikbranche zu schaffen, bei dem der Künstler an erster Stelle steht. Falls das so klingt, als würden wir die Musikbranche noch immer dazu auffordern, die Künstler an erste Stelle zu setzen, haben wir kein Problem damit. Und wenn dir das wie ein hochgestecktes Ziel erscheint, stimmen wir dir ebenso zu (…) Wir bauen eine Plattform, die Kunst, Künstler und Kultur schätzt. (…) TIDAL bietet Künstlern gerechtere Einkommensbedingungen und schnellere Zahlungen, und Fans erhalten eine bessere Möglichkeit, ihre Lieblingskünstler zu unterstützen. Diese Angebote sind der erste Schritt von vielen.“ 

Als Hintergrund: Im Frühjahr dieses Jahres hat Jack Dorsey, Co-Gründer von Twitter und CEO von Square, die mehrheitlichen Anteile des Dienstes gekauft, wobei Jay-Z weiterhin führender und visionärer Teil der Firma sein wird.
Schon quasi seitdem der Marktführer auf die Bildfläche getreten ist, gibt es lebhafte Diskussionen, Boykotts und Streit über das fragwürdige Pro-Rata-Bezahlmodell, bei dem sämtliche Usereinnahmen in einen Topf geworfen werden und die Auszahlung der Tantiemen anhand der prozentualen Anteile aller Streams berechnet wird. Wenn also Drake oder Taylor Swift in einem Monat mit einem neuen Release drei Prozent aller Streamingzahlen stellen, werden dem- oder derjenigen auch 3 Prozent der gesamten Usereinnahmen ausgezahlt. Dies geht natürlich zugunsten der größten Künstler/innen und zu Lasten der kleineren. Selbst wer ausschließlich seine liebsten drei Underground-Acts hört, bezahlt mit seinem Entgelt an die Plattform genauso vor allem die größten Künstler/innen.
Mehr über die Bezahlmodelle im Streaming und mögliche Alternativen lest ihr hier: Musikstreaming – sind Spotify & Co. fair für Künstler? 
Um euch die Entscheidung, den Streaminganbieter zu wechseln, noch leichter zu machen sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass Daniel Ek, der CEO von Spotify, Anfang November auf Twitter angekündigt hat, ein 100 Millionen schweres Investment in die deutsche Waffenfirma Helsing zu tätigen und bereits einen Sitz im Aufsichtsrat hat.

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von Leon Kaack

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