Walrus Audio Mantle Preamp/DI Test

Der Markt für Bass-Preamps und DI-Boxen ist alles andere als klein – mit einem neuen Gerät wirklich herauszustechen, wird da zu einer echten Herausforderung. Der Walrus Audio Mantle ist ein Analog-Bass-Preamp/DI, der auf gezielte Klangveredlung ausgerichtet ist. Entwickelt wurde das Pedal in enger Zusammenarbeit mit Bassist und Content Creator Ian Martin Allison, der u.a. durch seine Arbeit bei „Scott’s Bass Lessons“ bekannt ist. Das Konzept des Mantle ist klar umrissen: Hochwertiger Grundsound bei möglichst einfacher Bedienung. Herzstück sind zwei eigens entwickelte „Sapphire“-Übertrager, die laut Hersteller klassische Neve- und API-Charakteristika miteinander verbinden sollen – Buzzwords, die den Studioanspruch unterstreichen. Ergänzt wird das Ganze durch eine diskret aufgebaute Verstärkerstufe mit bis zu +23 dB Gain sowie einen hochohmigen JFET-Buffer. Bei einem Preis von rund 840,- Euro konkurriert der Walrus Audio Mantle gegen starke Mitbewerber, wie den Caveman BP1 oder die beliebte Noble DI. Ob diese Rechnung aufgehen kann?

Walrus Audio Mantle
Hochwertiger Klangveredler: Der Walrus Audio Mantle im umfangreichen Test

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Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • extrem hochwertige Klangqualität mit Studio-Charakter
  • sehr musikalisch abgestimmter EQ mit cleverer Filtercharakteristik
  • subtile Sättigung mit enormem Headroom
  • hervorragende Verarbeitung und edle Haptik
  • gerasterte Regler für präzise reproduzierbare Einstellungen
  • extrem rauscharmes Arbeiten
  • trafosymmetrierter XLR-Out
Contra
  • -/-

Walrus Audio Mantle Preamp/DI – das Wichtigste in Kürze

  • analoger Bass-Preamp und DI im Pedalformat
  • entwickelt in Zusammenarbeit mit Bassist Ian Martin Allison (Scott’s Bass Lessons)
  • zwei speziell entwickelte „Sapphire“-Übertrager für studioorientierten Klangcharakter
  • diskrete Verstärkerstufe mit bis zu +23 dB Gain
  • High-Impedance-JFET-Buffer für hohe Klarheit und Dynamik
  • minimalistische Bedienung mit drei Reglern: Bass, Gain, Treble
  • schaltbares Pad für aktive und passive Bässe (-10dB)
  • symmetrischer XLR-Out und Klinkenausgang parallel nutzbar
  • Stromversorgung: 9 V DC, 500 mA, Minuspol innen

Was ist die Idee hinter dem Walrus Audio Mantle?

Die Idee zum Mantle entstand laut Ian Martin Allison aus einer ziemlich ambitionierten Fragestellung: Lässt sich der charakterstarke Klang hochwertiger Neve- und API-Studiohardware in ein kompaktes Basspedal übertragen?

Gleichzeitig hatte der erfahrene Studio- und Livebassist klare Vorstellungen davon, wie der Preamp in der Praxis funktionieren sollte: Die EQ-Regler sollten möglichst flexibel arbeiten und gleichzeitig schnell reproduzierbare Einstellungen ermöglichen – deshalb sind beisielsweise die Potis gerastert, wie man es von hochwertigem Studio-Equipment kennt.

Ebenso wichtig war es Allison, dass bei der Entwicklung nicht permanent auf die spätere Preiskalkulation geschielt wird. Der Mantle sollte in erster Linie kompromisslos gut klingen und hochwertig gebaut sein – auch wenn das am Ende eben keinen Budget-Preis ermöglicht. Und siehe da: Walrus Audio zeigten sich von der Idee sofort begeistert und machten sich gemeinsam mit Allison an die Umsetzung dieses Konzepts.

Walrus Audio Mantle
Klein, aber extrem hochwertig: Der Walrus Audio Mantle entstand in Zusammenarbeit mit Ian Martin Allison.

Wie ist der Aufbau des Walrus Audio Mantle?

Auch die Optik spielte für Ian Martin Allison eine wichtige Rolle. Nach eigener Aussage mag er Produkte, die nicht nur funktional sind, sondern die man auch einfach gerne benutzt und anschaut. Ob einem das Design des Mantle gefällt, bleibt natürlich Geschmackssache – hochwertig wirkt das Pedal allerdings ohne Frage!

Die Technik steckt in einem verschraubten, matt lackierten Metallgehäuse mit den Abmessungen 155 x 119 x 58 mm, das einen extrem robusten Eindruck hinterlässt. Auf der Oberseite sitzt ein grünes Kunststoff-Panel mit „Mantle“-Schriftzug und einem stilisierten Emblem, welches dezent aufleuchtet, sobald das Pedal mit Strom versorgt wird.

Darüber thronen drei große Regler mit kupferfarbenen Akzenten, die nicht nur schick aussehen, sondern sich auch sehr angenehm und präzise bedienen lassen. Auch die übrige Beschriftung greift diesen Farbton auf, wodurch das Pedal insgesamt eine sehr edle, Boutique-Anmutung erhält. Hier wird schnell klar, dass sich der Mantle klar im Premium-Segment positioniert.

Walrus Audio Mantle
Erstaunlich, dass derart hochwertige Technik in einer solch kleinen Kiste Platz gefunden haben soll!

Über welche technischen Spezifikationen verfügt der Walrus Audio Mantle?

Noch klarer wird der Anspruch mit Blick auf die technischen Spezifikationen und das Innenleben des Pedals. Herzstück des Mantle sind zwei eigens entwickelte „Sapphire“-Übertrager, die laut Walrus Audio über einige Jahre hinweg entwickelt und abgestimmt wurden.

Der Eingangsübertrager orientiert sich dabei an klassischen Neve-Schaltungen und soll für kräftige Tiefmitten, ein solides Fundament und den typischen „gewichtigen“ Studio-Sound sorgen. Der Ausgangsübertrager lehnt sich dagegen eher an API-Designs an und soll dem Signal mehr Offenheit, Klarheit und harmonische Obertöne verleihen.

Neve meets API also – hier treffen zwei absolute Schwergewichte aus der Studio-Welt aufeinander, deren klangliche Charakteristika normalerweise nur über extrem kostspieliges Outboard-Equipment zugänglich sind. Ergänzt wird das Ganze durch einen hochohmigen JFET-Buffer sowie eine diskret aufgebaute Verstärkerstufe mit bis zu +23 dB Gain, die laut Walrus Audio möglichst viel Dynamik und Signalintegrität erhalten soll. Ob und wie stark man diese technischen Ansätze am Ende tatsächlich hört, klären wir natürlich später im Praxisteil.

Walrus Audio Mantle
Neve meets API – hier werden Fans des sauberen Studiosounds hellhörig!

Wie bedient man den Walrus Audio Mantle Preamp/DI?

Bedient wird der Mantle über die bereits erwähnten drei Regler auf der Oberseite. Links sitzt der Bass-Regler, in der Mitte Gain und rechts der Höhenregler – simpel aufgebaut, aber technisch durchaus raffiniert. Alle drei Potis sind gerastert und bieten jeweils elf Positionen – ob das eine kleine Spinal-Tap-Anspielung sein soll, lasse ich mal offen!

Interessant wird es bei der Arbeitsweise der EQ-Sektion, denn die funktioniert deutlich ausgefuchster, als man dies zunächst vermuten würde. Im Grunde handelt es sich zwar um klassische Cut/Boost-Regler, allerdings arbeiten die Filter beim Absenken anders als beim Anheben. Dreht man den Bass-Regler unter die Mittelstellung, agiert er als High-Pass-Filter und kappt zunehmend Tiefbassanteile. Der Höhenregler arbeitet beim Cut dagegen als Low-Pass-Filter und ermöglicht entsprechend dunklere und vintageartige Sounds.

Beim Anheben verhalten sich beide Regler wiederum wie Glockenfilter, deren Bandbreite mit zunehmendem Boost schmaler wird. Dadurch bleiben Eingriffe auch bei stärkeren Anhebungen kontrolliert und der Sound gerät nicht unnötig aus dem Gleichgewicht. Das Konzept wirkt ohne Frage sehr durchdacht und verspricht eine hohe klangliche Flexibilität.

Walrus Audio Mantle
Fotostrecke: 2 Bilder Frequenzgänge der einzelnen Schalterpositionen des Bass-Drehknopfes

Mit dem Gain-Regler bestimmt man schließlich den Grad der Signalsättigung. Laut Walrus Audio reicht das Spektrum von super sauberen Clean-Sounds bis hin zu subtiler Transformatorsättigung, ohne dass das Signal unangenehm aufbricht. Zusätzlich besitzt der Mantle einen -10dB-Umschalter für aktive und passive Bässe an der rechten Gehäuseseite, um den verfügbaren Headroom optimal an das Eingangssignal anzupassen.

Damit wären wir auch bei den übrigen Features bzw. Anschlüssen des Mantle angekommen. Ebenfalls rechts befinden sich der Klinkeneingang für den Bass sowie die Buchse für die Stromversorgung. Das Mantle benötigt ein 9-Volt-Netzteil mit innen liegendem Minuspol und zieht maximal 500 mA – somit kommt das Pedal problemlos mit den gängigen leistungsstarken Pedalboard-Netzteilen klar.

Auf der gegenüberliegenden Seite sitzen schließlich die Ausgänge: Neben einem trafosymmetrierten XLR-Out gibt es einen Klinkenausgang – beide können auch gleichzeitig genutzt werden. Das Signal lässt sich also parallel an Bassamp und Mischpult bzw. Recording-Equipment schicken – genau so, wie man es sich bei einem modernen Preamp/DI wünscht. Direkt neben der XLR-Buchse sitzt außerdem ein Groundlift-Schalter, mit dem sich bei Bedarf Brummschleifen beseitigen lassen.

Walrus Audio Mantle
Fotostrecke: 3 Bilder Blick auf die Front unseres Testpedals, welches …

Wie verändert der Walrus Audio Mantle Preamp/DI den Sound?

Wir starten direkt mit den Audiobeispielen und hören uns zuerst ein Setting an, das im Manual als „IMA Signature“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um das Go-To-Setting von Ian Martin Allison, das laut seiner Aussage mit den meisten Bässen und in unterschiedlichsten Stilrichtungen hervorragend funktionieren soll – der perfekte Ausgangspunkt also, um den Grundcharakter des Mantle kennenzulernen!

Vorweg noch ein wichtiger Hinweis: Die Klangunterschiede der nachfolgenden Beispiele fallen teilweise eher subtil aus. Ihr solltet deshalb möglichst über gute Lautsprecher oder vernünftige Kopfhörer abhören, um einen halbwegs realistischen Eindruck davon zu bekommen, was das Pedal tatsächlich bewirkt.

Im ersten Beispiel hört ihr zuerst vier Takte lang meinen Bass direkt aufgenommen, und danach den Sound durch den Walrus Audio Mantle. Im zweiten das gleiche Prozedere mit einem anderen Jazz Bass, der etwas satter klingt und dessen Saiten derzeit schon etwas länger aufgezogen sind.

Audio Samples
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Bass: 8, Gain: 5, Treble: 7 (IMA Signature, Jazz Bass mit älteren Saiten) Bass: 8, Gain: 5, Treble: 7 (IMA Signature, anderer Jazz Bass mit frischen Strings)
Walrus Audio Mantle
Schon das Logo des Walrus Audio Mantle vermittelt eine hohe Qualitätsanmutung!

Beim IMA-Setting stehen die Bässe auf Position 8, die Höhen auf 7 und das Gain ist leicht auf 5 zurückgenommen. Hier hört man bereits sehr schön, wie der Mantle arbeitet: Der Jazz-Bass-Sound gewinnt deutlich an Fülle, während die leicht angehobenen Höhen gleichzeitig für zusätzlichen „Schimmer“ und Transparenz sorgen. Insgesamt wirkt der Ton hörbar „kompletter“, hochwertiger und tatsächlich irgendwie „veredelt“.

Ein ähnlicher Effekt tritt übrigens schon dann ein, wenn man die EQ-Regler komplett neutral lässt und das Signal einfach nur durch den Walrus Audio Mantle schickt. Der Sound bekommt eine subtile Portion Tiefmitten und wirkt insgesamt stabiler, größer und höher aufgelöst, ohne dabei seine Offenheit einzubüßen. Tatsächlich erinnert das durchaus an den Effekt hochwertiger Studio-Konsolen – Walrus wirft hier also nicht einfach nur mit Buzzwords um sich.

Der spannende Punkt: Der Effekt ist nicht nur hörbar, sondern auch spürbar! Das lässt sich über Soundfiles natürlich nur bedingt transportieren, aber der Mantle reagiert extrem direkt und vermittelt dem Signal eine gewisse Festigkeit und Autorität, die man beim Spielen tatsächlich fühlen kann.

Walrus Audio Mantle
Kaum zu glauben, aber wahr: Gleich nach dem Einstöpseln entfaltet sich ein ganz neues Spielgefühl!

Nun geht es mit zwei etwas extremeren EQ-Settings weiter: Für den Slapsound stehen die Bässe auf Position 9 und die Höhen auf 8, während das Gain mit Stellung 4 bewusst etwas zurückgenommen bleibt, damit der Sound möglichst clean und knackig bleibt.

Im zweiten Beispiel kommt mein Music Man Stingray zum Einsatz, den ich mit einer leichten Bassanhebung auf 8 und deutlich angehobenen Höhen auf Stellung 9 etwas „aufgemöbelt“ habe. Für zusätzliche Sättigung steht der Gain-Regler hier auf 8.

Wie man gut hören kann, produziert der Walrus Audio Mantle Mantle selbst bei kräftigen Eingriffen keine unangenehmen Nebeneffekte oder harsche bzw. dröhende Frequenzen. Das liegt unter anderem daran, dass die Bandbreite der Filter mit zunehmendem Boost immer schmaler wird und die Eingriffe dadurch kontrolliert und extrem musikalisch bleiben. Auffällig ist außerdem eine gewisse „Ruhe“ im Ton, die bei allen Einstellungen erhalten bleibt, und Nebengeräusche hört man sowieso nie.

Audio Samples
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Jazz Bass Slap, Bass: 9, Gain: 4, Treble: 8 Bass: 8, Gain: 8, Treble: 9
Walrus Audio Mantle
Walrus Audio Mantle

Wie viel klangliche Sättigung erzielt man mit dem Walrus Audio Mantle?

Den Grad der Übertragersättigung bestimmt man über den Gain-Regler. Der Effekt bleibt dabei zwar stets eher subtil, ist aber definitiv hörbar. Mit höheren Gain-Settings wirkt der Sound etwas komplexer, obertonreicher und dadurch auch eine Spur wärmer – selbst bei voll aufgedrehtem Gain ist das Mantle allerdings meilenweit von echter Verzerrung entfernt.

Trotz hoher Gain-Einstellungen bleibt der Sound zu jeder Zeit absolut sauber und kontrolliert, was ohne Frage auch mit dem enormen Headroom der Schaltung zusammenhängt. Im ersten Beispiel hört ihr den Sound zunächst mit Gain auf Stellung 2 und anschließend auf 10. Den Lautstärkeunterschied habe ich in der Nachbearbeitung ausgeglichen.

Interessant ist außerdem, dass sich auch der Active/Passive-Schalter klanglich nutzen lässt – gewissermaßen als zusätzlicher „Sweetening“-Schalter. Den Effekt hört ihr ebenfalls lautstärkekorrigiert im zweiten Beispiel. Durch die Absenkung des Eingangssignals um 10 dB entsteht ein ganz subtiler Scoop-Effekt: Der Eingangsübertrager wird weniger stark angesteuert, wodurch die Mitten etwas zurücktreten. Klar, das Ganze bewegt sich in einem sehr feinen Bereich, aber genau solche Nuancen machen bei hochwertigem Studio-Equipment häufig den Unterschied!

Im zweiten Clip hört ihr den Jazz Bass zunächst in der Passive-Stellung des Mantle und anschließend in der Active-Position mit abgesenktem Eingangssignal.

Audio Samples
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Low Gain (Gain: 2) vs. Hi Gain (Gain: 10) Bypass bzw. no Pad vs. Pad
Walrus Audio Mantle
Die beiden EQ-Potis des Mantle glänzen nicht nur bei Anhebungen, sondern auch bei Absenkungen!

Der EQ des Mantle glänzt allerdings nicht nur bei Anhebungen, sondern auch bei Absenkungen. Wie bereits im Detailkapitel beschrieben, arbeiten die Regler in diesem Bereich als Low- bzw. High-Pass-Filter und ermöglichen dadurch auch drastische Eingriffe.

Im nächsten Beispiel habe ich den Höhenregler komplett zugedreht, um die Arbeitsweise des Low-Pass-Filters zu demonstrieren. Eine leichte Bassanhebung sowie Gain auf Stellung 9 sorgen gleichzeitig für etwas mehr Wärme und Fülle. Schöne Vintage-Vibes, würde ich sagen!

Audio Samples
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Bass: 8, Gain: 9, Treble: 1
Walrus Audio Mantle
Walrus Audio Mantle

Der High-Pass-Filter des Bassreglers erweist sich gerade im Livebetrieb als extrem nützlich, etwa um den Sound in problematische Räume „trockenzulegen“ und durchsetzungsfähiger zu machen. Im ersten Beispiel hört ihr meinen Jazz Bass mit dem Bassregler auf Stellung 4 und den Höhen auf 8. Das Low-End wirkt dadurch deutlich kompakter und kontrollierter, während der Höhenboost für eine hervorragende Artikulation sorgt.

Im zweiten Clip habe ich ein ähnliches Prinzip – allerdings deutlich subtiler – mit einem Höfner Beatle Bass ausprobiert. Eine leichte Bassabsenkung auf Stellung 5 räumt das ohnehin recht ausladende Low-End etwas auf, während die Höhen den Sound weiter nach vorne holen. Im Grunde also eine Art „Sound-Cleanup“.

Audio Samples
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Bass: 4, Gain: 6, Treble: 8 Höfner-„Cleanup“, Bass: 5, Gain: 8, Treble 9

Der nächste Clip zeigt den Stegtonabnehmer-Sound meines Jazz-Basses mit deutlicher Bassanhebung und gleichzeitig abgesenkten Höhen. Der Sound wird durch die Bearbeitung wunderbar fett und rund.

Im letzten Beispiel hört ihr die vielleicht extremste Einstellung, die der Mantle zu bieten hat. Sie heißt im Manual „Sub Destroyer“: Bässe sind voll aufgedreht, während der Höhenregler komplett auf Linksanschlag steht. Das Ergebnis ist ein massiver, fast schon Synthie-artiger Sound, der natürlich erst über ein großes Bass-Stack sein volles Potenzial entfalten kann.

Audio Samples
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Bass: 9, Gain: 3, Treble: 4 „Sub Destroyer“, Bass: 11, Gain: 3, Treble: 1
Walrus Audio Mantle
Walrus Audio Mantle

Walrus Audio Mantle Preamp/DI – Fazit

Der Walrus Mantle wurde als hochwertiges Klangwerkzeug zur Veredelung des Grundsounds konzipiert – gewissermaßen als „Always-On“-Preamp am Ende der Signalkette. Und genau darin liegt auch seine große Stärke! Keine Frage: Der Preamp verpasst dem Signal mehr Tiefe und Autorität, ohne den Charakter des Instruments zu verfälschen. Das Spannende dabei: Der Effekt ist nicht nur hörbar, sondern auch spürbar. Der Sound fühlt sich direkter, fester und irgendwie „fertiger“ an – genau diese Qualität kennt man tatsächlich eher von hochwertigem Studioequipment als von klassischen Basspedalen.

Dazu kommen die clever abgestimmte EQ-Sektion, die neben subtiler Klangveredelung auch deutlichere Eingriffe ermöglicht und dabei stets extrem musikalisch klingt, die enorme Ruhe der Schaltung, sowie das äußerst musikalische Sättigungsverhalten.

Auch die Bedienung macht richtig Spaß: Die gerasterten Regler fühlen sich nicht nur hervorragend an, sondern ermöglichen es auch, einmal gefundene Settings schnell und präzise wiederherzustellen – durchaus ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt im Livebetrieb und Studioalltag. Generell hinterlässt der Mantle in Sachen Verarbeitung und Haptik einen kompromisslos hochwertigen Eindruck.

Klar, rund 840,- Euro sind für ein Basspedal eine echte Ansage. Betrachtet man den Walrus Audio Mantle allerdings eher als kompaktes High-End-Preamp-Tool mit deutlicher Studio-DNA, relativiert sich dieser Preis tatsächlich schnell. Davon abgesehen bewegen sich qualitativ vergleichbare Konkurrenten (wie etwa der Caveman BP1) durchaus in ähnlichen Regionen, und die hochgepriesene Noble DI schlägt mittlerweile fast mit dem doppelten Preis zu Buche – ich wollte es nur erwähnt haben.

Aber wie auch immer: Unterm Strich liefert Walrus Audio mit dem Mantle ein extrem hochwertiges Spezialwerkzeug für anspruchsvolle Bassleute, die ihren Grundsound auf ein neues Niveau heben wollen – subtil, extrem musikalisch und mit beeindruckender Klangqualität. Eine absolute Empfehlung für alle Bassleute, die bereit sind, für das letzte Quäntchen Soundreife etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Walrus Audio Mantle
Walrus Audio Mantle
  • Technische Spezifikationen:
  • Hersteller: Walrus Audio
  • Modell: Mantle Bass-Preamp/DI
  • Herstellungsland: USA
  • Anschlüsse: 1x Input-Klinke, 1 x Output-Klinke, XLR Line – Out (mit Groundlift), Netzanschluss (9-Volt Minuspol innen, 500mA)
  • Regler: Bass, Gain, Treble , gerastert mit elf Einstellungen
  • Schalter: aktiv/passiv Pad -10dB, Groundlift
  • Frequenzgang: 20Hz-20kHz
  • Input Impedanz: 1M Ohm
  • Sonstiges: speziell gewickelte Sapphire-Übertrager, transformatorbasierte Verstärkung bis zu +23 dB, (Gain-Bereich 6dB → +23.3dB)
  • Maße: 155 x 119 x 58 mm
  • Gewicht: 960 g
  • Ladenpreis: 839,- Euro (Ladenpreis im Mai 2026)

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