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Arturia Astrolab Test

Mit dem Stage Piano AstroLab wagt der renommierte Software-Hersteller den Schritt in die Welt der Standalone Stage Pianos. Bisher benötigte man zum Abrufen der vielen Arturia Software-Instrumente immer einen Computer. Das soll sich mit dem Astrolab ändern, in dem die wichtigsten Arturia-Sounds direkt über das Gerät abgerufen werden können. Ein innovativer Schritt, den Software-Konkurrenten wie etwa Native Instruments oder Spectrasonics bisher in der Form noch nicht gewagt haben. Gerade für den Live-Kontext könnte das Astrolab sehr erleichternd und hilfreich sein. Wie genau das Konzept funktioniert und sich in der Praxis schlägt, haben wir für euch getestet.

Arturia Astrolab Test

Arturia Astrolab – Das Wichtigste in Kürze

  • Arturias Analog Lab-Instrumente als Standalone Hardware-Instrument
  • Direkte Anbindung an Analog Lab-Software als Editor
  • Auch mit V Collection kompatibel (im Lieferumfang nur Analog Lab)
  • Direkter Zugriff auf Effekte und Makros

Erster Eindruck

Kompakt und modern: Das neue Arturia Astrolab (Foto: Arturia)

Auf den ersten Blick kommt das AstroLab sehr kompakt (Abmessungen BxTxH: 93,5 cm x 33 cm x 9,9 cm), modern und schlicht daher. Das weiße Gehäuse mit den Seitenteilen in Holzoptik erinnert an die hauseigenen Keylab Midi-Keyboards, mit denen bisher die Arturia-Sounds in Kombination mit einem Computer gespielt und editiert werden konnten. Das runde Display und die minimalistische Bedienoberfläche vermitteln einen einen erfrischend modernen, aufgeräumten Look. Schaut man genauer hin, ist das Gehäuse merklich hochwertiger als die Keylab-Geräte. Es ist nämlich aus Aluminium, genau wie die Pitch/Modwheel-Regler. Auch dank seiner stolzen 9,9 kg Eigengewicht wirkt das AstroLab insgesamt sehr wertig und solide.

Aufbau und Bedienoberfläche

Das Herz der Bedienung bildet das mittig positionierte Display, welches gleichzeitig auch als Encoder und Button dient. Hier kann man sich mittels Encoder fröhlich durch die zahlreichen Presets und Funktionen scrollen und auf das Display beziehungsweise den Button drücken, um den gewünschten Sound auszuwählen. Wem dieser Workflow zu modern oder kleinteilig ist, für den sind auch einfache Up/Down/Back-Buttons unter dem Display mit an Bord. Außerdem gibt es einen Shift-Button, mit dem bei den meisten Reglern und Knöpfen des Astrolab eine Doppel-Belegung zum Vorschein kommt. Dank der grauen Beschriftungen für die Shift-Funktionen behält man hier ganz gut den Überblick – wenn auch für bestimmte Parameter ein Blick in die mitgelieferte, englischsprachige Bedienungsanleitung nicht schadet. Die diversen Presets sind gut organisiert in verschiedene Kategorien aufgeteilt. So gibt es etwa die Möglichkeit, über das Sub-Menü „Types“ die Presets über verschiedene Sound-Kategorien wie etwa Piano, Organ oder Bass anzuwählen. Wer lieber von den Original-Instrumenten wie etwa Prophet oder Pigments ausgehen möchte, kann dies über das Sub-Menü „Instruments“ tun. Es handelt sich immer um die gleichen Presets, sie sind nur jeweils unterschiedlich sortiert. Eine sympathische Lösung, die sich auf verschiedene Mindsets und Arbeitsweisen von Keyboardern einstellt.

Die aufgeräumte Bedienoberfläche…. (Foto: Arturia)
mit multi-funktionalem Encoder-Display. (Foto: Tom Gatza)

Analog Lab als Hardware: Die Soundwelt des Astrolab

Das Sound-Angebot des Arturia Astrolab basiert von Haus aus auf der Analog Lab-Software. In dieser sind über 30 Emulationen bekannter Tasteninstrumente beheimatet. Von Klavieren, über E-Pianos bis hin zu Orgeln und Synthesizern bleibt hier kaum eine Sparte unberührt. Arturia arbeitet hierbei mit zehn verschiedenen Sound Engines, unter anderem Virtuell-Analog, Physical Modelling oder Vektor-Synthese. Diese sind nun nicht mehr nur auf dem Rechner, sondern direkt und unabhängig im Astrolab verfügbar. Von Haus aus sind sage und schreibe über 1300 Presets aller möglichen Kategorien an Bord. Durch die nahtlose Anbindung an Arturias Software-Produkte via USB oder W-Lan lassen sich eigene Presets unkompliziert im Astrolab abspeichern. Somit könnt ihr beispielsweise alle selbst gebauten Sounds aus einer DAW-Produktion 1:1 auf das Astrolab übertragen und live ohne zusätzlichen Rechner abrufen. Analog Lab ist im Lieferumfang auch als Software enthalten. Das Astrolab ist übrigens auch kompatibel mit der V Collection, bei der detailliertere Klang-Einstellungen möglich sind – im Vergleich zum Analog Lab, welches eher auf Presets basiert. Ein netter Side-Effect ist, dass ihr euch dank der unabhängigen und leistungsstarken Sound Engine auch keine Gedanken mehr über Latenz-Probleme machen müsst. Dank der kostenlosen App „Astrolab Connect“ ist außerdem eine Steuerung des Astrolab per Smartphone möglich, falls euch der Encoder mal nicht reicht.

Die Sounds lassen sich entspannt am Rechner mit der Analog Lab-Software… (Foto: Arturia)
Oder am Smartphone mit der Astrolab Connect App verwalten. (Foto: Arturia)

Performance und weitere Features

Es gibt zwei Parts, die unabhängig voneinander editiert und als Split (mit Split Point LED-Anzeige) oder Layer gespielt werden können. Pro Part gibt es vier Makro-Regler, die wir bereits aus dem Analog Lab kennen. Sie sind eine Art Kombination verschiedenster, wesentlicher Parameter des jeweiligen Instrumentes. Mittels Shift können an den Reglern außerdem Program Volume und Bass/Mid/Treble geregelt werden. Zusätzlich gibt es eine großzügige Effekt-Sektion. Bei zwei Effekt-Slots kann aus bis zu 12 Effekt-Typen von Kompression bis Modulation gewählt werden. Zusätzlich gibt es noch zwei separate Slots für Reverb und Delay. Auch wenn Presets der V Collection auf das Keyboard übertragen werden können, ist das Astrolab am Ende aber eben doch eine Hardware-Version des Analog Lab. Das heißt: Wirklich detaillierte Instrument-Einstellungen wie Hüllkurven, Nebengeräusche, Oszillator-Einstellungen oder Drawbar-Regler lassen sich am Instrument selber nicht wirklich vornehmen. Hier ist man auf die voreingestellten Makro-Regler beschränkt. Besitzt man jedoch die V Collection, ist es möglich, diese Makro-Regler individuell zu belegen und somit doch ein Stück weit individuelle Klangbearbeitungen zu machen. Vergleicht man es mit anderen Stage Pianos dieser Preisklasse wie etwa dem Korg Nautilus oder dem Yamaha CP-73, kann das Astrolab als Standalone-Gerät in Sachen detaillierte Klangbearbeitung also nur bedingt mithalten. Begrüßenswert, aber mittlerweile auch State of the Art ist die Seamless Transition zwischen Sounds, was gerade im Playlist-Mode hilfreich ist. Ein einfacher Midi Looper, eine Chord/Scale-Funktion und ein Arpeggiator mit sieben Typen und Hold-Funktion runden das Angebot ab.

Tastatur

Bei der Tastatur handelt es sich um ein 61-Tasten Full Size Keyboard mit leicht gewichteten Tasten. Die Gewichtung fällt etwas schwerer aus, als man es von einfachen Midi-Keyboards gewohnt ist. Laut Arturia wurde hier nach einem Kompromiss aus Klavier-Spielgefühl und Synthesizer-Leichtigkeit gesucht, was meiner Meinung nach solide gelungen ist. Am Ende kommen aber doch eher Keyboard/Synthesizer-Gefühle auf, weil für ein authentisches Piano-Feeling eben doch etwas mehr Gewichtung oder eine Hammermechanik nötig gewesen wäre. Durch die stärkere Gewichtung als bei den meisten Lightweight-Tastaturen wirkt das Astrolab beim Spielen jedoch angenehm wertig und robust.

Die Tastatur versucht einen Spagat zwischen Klavier- und Orgel-Feeling (Foto: Tom Gatza)

Anschlüsse

Auf der Rückseite wartet das Astrolab mit einer ganzen Reihe an Anschlüssen auf. Neben dem On/Off-Schalter und dem Anschluss für das mitgelieferte Netzteil gibt es Klinkenanbuchsen für Left/Right Out. Neben einem USB C-Anschluss gibt es auch einen für USB-A, zum Anschließen eines USB-Sticks. Dank XLR/Klinke-Kombibuchsen können auch externe Klangquellen angeschlossen werden, um sie entweder zum Durchschleifen, als Übe-Playback oder für die Vocoder-Funktion zu nutzen. Eindrucksvoll sind außerdem die insgesamt vier Eingänge, um externe Pedale für Sustain, Expression und weitere, frei zuweisbare Funktionen anzuschließen. Neben den obligatorischen Midi In/Out-Anschlüssen bietet das Astrolab auch drahtlose Verbindung dank Bluetooth und W-Lan. 

Fotostrecke: 3 Bilder Die Rückseite des Astrolab… (Foto: Arturia)
Kommentieren
Profilbild von Dirk

Dirk sagt:

#1 - 20.05.2024 um 09:01 Uhr

0

Kann es sein, dass bei den Soundfiles Wurlitzer und DX 7 vertauscht wurden?

Profilbild von R.Jedele

R.Jedele sagt:

#2 - 27.05.2024 um 12:08 Uhr

0

Hab das an anderer Stelle schon mal heftig kritisiert, trotzdem nochmal: Externes Netzteil geht GAR NICHT! Gerade unter Live-Bedingungen ein totaler Blödsinn. Schon mal das Netzteil daheim vergessen? Oder beim Gig spurlos verschwurbelt / geklaut? Oder mitten im Song den Geist ganz aufgegeben? Sonntags hat dann auch mein Musikhaus des Vertrauens geschlossen. Die Chance vor Ort passenden Ersatz zu finden steht nahe Null, ein Kaltgerätekabel für interne Netzteile findet man jedoch schon eher... Generell finde ich die Extern-Netzteil-Flut zum Kotzen. Die konstruierenden Ingenieure sind ja nicht mal in der Lage oder willens ein "One-For-All" - Netzteil auf den Weg zu bringen, dann wär das ja halb so schlimm, wenn man den daraus resultierenden umweltversauenden Elektroschrott dann bei der Betrachtung noch außen vor ließe... Seltsamerweise hat das ausgerechnet der vielgescholtene Behringer bei seinen Expandern wie Model D, Neutron und vielen anderen geschafft: One size fits all! Mindestens dafür ein verhaltenes Bravo, wenngleich das Elektro-Abfall-Problem damit auch nicht gelöst wird.... Ein weiteres NoGo ist das Mini-Display. Wieder mal ein weiterer Arturia-typischer Design-Furz ohne jeden Sinn und Verstand. Sehr hilfreich - gerade auf der Bühne, wo man eh schon oft genug mit miesen Sichtverhältnissen kämpft. Da hat Arturia schon mehrfach in die Sch..... gelangt. Möchte in dem Zusammenhang mal ganz schlicht nur an das miese Display der originalen Arturia Spark Drum - Workstation oder das unbeleuchtete Display des Matrixbrute in Erinnerung rufen (...das auch keinerlei Werteänderungen bei Drehung an den zahlreichen Potis anzeigt, nur Presetnamen und mit was die Modulationskanäle 13 bis 16 belegt sind. Infogehalt also nahe Null) ... Dumme Design-Spielerei als Alleinstellungsmerkmal, denn man will sich ja vom Rest der Welt unbedingt abheben. Lachhaft! Und in der Praxis mehr als ärgerlich... Als dritten, gravierenden Fauxpas sehe ich die fehlenden Zuriegel für die Steuerung von Orgeln. Das ist ja gerade live essentiell, dass an den Orgelsounds massiv rumgeschraubt werden kann, das ist ja gerade Teil der KUNST!!! Ganz zu schweigen von spontaner Poti - Steuerung bei Analog-Emulationen. Auch da lebt das Spiel im Livebetrieb wesentlich von massivem Geschraube...!!! Unterm Strich: Ein halb- bis gar nicht Gares "PRODUKT" (Instrument möchte ich das gar nicht nennen, genausowenig wie die mittlerweile zahlreichen "Selbstdudler" wie Korg Wavestate und Konsorten...) Mir VÖLLIG unverständlich, warum die V-Collection nicht einfach mit den bereits in etlichen Varianten bestehenden Arturia KeyLabs "verheiratet" wurden. Da gibt es "Zugriegel" und Potis in größerer Anzahl. Und noch was - Wer bitte braucht im Livebetrieb hunderte, wenn nicht tausende von Sounds "griffbereit"??? Lächerlich.

    Profilbild von Giselher Punaske

    Giselher Punaske sagt:

    #2.1 - 20.07.2024 um 12:13 Uhr

    0

    hui, a man on a mission. alle in deckung! es gibt doch immer wieder leute, die absolut kein verständnis dafür haben, dass jemand eventuell andere bedürfnisse als sie selbst haben könnten. gewissermaßen die musikalische AfD... ich jedenfalls kenne einige, die genau so ein instrument (ohne anführungszeichen) zu schätzen wissen; die eben hunderte sounds im livebetrieb brauchen, und keinen bedarf an zugriegeln haben. aber die gendern bestimmt auch heimlich.

    Antwort auf #2 von R.Jedele

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