Austrian Audio OC616 Test


Austrian Audio OC616 Test: Gegründet von ehemaligen AKG-Ingenieuren, haben sich Austrian Audio in erstaunlich kurzer Zeit einen Namen im Pro Audio Bereich gemacht. Maßgeblich dazu beigetragen haben sowohl Innovationen wie die Bluetooth-Fernsteuerung beim OC818 aber auch die Verarbeitung und natürlich der exzellente Klang. Zum Test angetreten ist dieses Mal das nagelneue OC616, welches gewissermaßen das fehlende Mosaiksteinchen im Sortiment des österreichischen Herstellers ist. Nach dem OC818 folgte nämlich das Single Pattern Modell OC18, anschließend erweiterte die Firma das Angebot preislich nach unten hin mit dem in China gebauten OC16. Was fehlte? Richtig, eine Multipattern-Version, welche wir uns jetzt genauer ansehen und anhören.

Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • sehr ausgewogener Sound
  • fünf Richtcharakteristiken und gute Ausstattung
  • saubere Verarbeitung
  • gutes Preisleistungsverhältnis
Contra
  • –

Quick Facts zum Austrian Audio OC616 Studio Set

  • Was ist das Austrian Audio OC616 Studio Set? Das Austrian Audio OC616 ist ein Multipattern-Großmembran-Kondensatormikrofon für Vocals und Instrumente. Zum Studio Set gehört eine Spinne sowie ein Koffer.
  • Wieviele Richtcharakteristiken besitzt das OC616? Neben der Niere stehen eine breite Niere, eine Hyperniere, eine Kugel und eine Acht zur Verfügung.
  • Was unterscheidet das Austrian Audio OC616 vom teureren OC818? Das OC818 wird komplett in Österreich gebaut, verwendet etwas hochwertigere Komponenten, ist (optional) per Bluetooth Dongle steuerbar und hat getrennte Outputs für beide Kapselseiten.
  • Wo liegen die Unterschiede zum OC16? Das OC16 besitzt nur eine Nierencharakteristik.

Zum Studio Set gehören eine elastische Aufhängung sowie ein Case

Im schicken Karton verbirgt sich zunächst ein Transport-Case mit Reißverschluß, ebenfalls Teil des Lieferumfangs ist eine elastische Mikrofonaufhängung. Diese besitzt, anders als jene der OC818 und OC18 Modelle, einen umlaufenden Ring ohne frontseitige Aussparung. Die Bedienelemente sind jedoch trotzdem erreichbar. Alternativ kann auch die beiliegende, einfache Halterung verwendet werden. Unklar ist nur, warum auf den Poppschutz verzichtet wurde. Das Mikrofon selbst unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von den teureren Geschwistern. Das flache, kompakte und damit positionierfreundliche Metallgehäuse chinesischer Herkunft liegt gut in der Hand, hinter dem Grill ist die aus dem OC818 bekannte, in Wien gefertigte CKR12 Kapsel erkennbar. Das Mikrofon ist „Made in Austria“. An der Verarbeitung ist nichts auszusetzen, alle Komponenten wirken schlicht, aber robust und hochwertig.

Mit Ausnahme eines Poppfilters alles dabei: Austrian Audio OC616 Studio Set
Typisch Austrian Audio: sehr flaches, handling-freundliches Gehäuseprofil
Die randkontaktierte CKR12 Kapsel ist aus dem OC818 bekannt.


Fünf Richtcharakteristiken sind wählbar

Der Hauptunterschied des OC616 zum OC16 sind die zusätzlich verfügbaren Charakteristiken. Neben der Niere ist eine breite Niere, eine Hyperniere, eine Kugel und eine Acht einstellbar. Damit werden die Anwendungsmöglichkeiten deutlich erweitert. Außerdem stehen sowohl ein zweistufiges Pad mit zehn oder 20 dB Pegelreduktion bereit, bei Bedarf läßt sich außerdem der Bassbereich aufräumen. 40, 80 oder 160 Hertz lauten die Cut-Frequenzen.

Fünf Richtcharakteristiken sowie Pad und Low Cut sind schaltbar.
Elastische Aufhängung
Bei beengten Platzverhältnisse kann auf die einfache Halterung gewechselt werden.

OC616OC16
KapseldesignCKR12 DoppelmembranCKR6 Single Membran
CharakteristikenNiere, Breite Niere, Hyperniere, Kugel, AchtNiere
Low Cut40, 80, 160 Hz40, 160 Hz
Pad-10, -20 dBNicht vorhanden
Max SPL (Niere,ohne Pad)147 dB148 dB
Empfindlichkeit13 mV/Pa11 mV/Pa
Frequenzbereich20 Hz – 20 kHz20 Hz – 20 kHz
Fuß des AA OC616

Praxis: So klingt das Austrian Audio OC616 am Drumset

Dass das OC616 mit der CKR12-Kapsel auch die guten Gene des OC818 geerbt hat, zeigt sich an der ersten Teststation, meinem Yamaha Recording Drumset. Als Front of Kit Mic positioniert, zeigt es eine große Detailtreue bei gleichzeitig plastischem Sound. Besonders gut gefällt mir die akkurate Abbildung von Hi-Hats und Ghostnotes, welche sehr natürlich und frisch rüberkommen, ohne überzeichnet zu werden. Auch die zusätzlichen Charakteristiken bieten in diesem Setting eine Menge Sound-Alternativen. Meine Favoriten sind hier die breite Niere und die Kugel. Aber auch die anderen Varianten liefern einen offenen Großmembranklang, der sich auch vor den Nieren-Vergleichsmikros AKG C214 und Mojave 201fet nicht verstecken muss. Beide Referenzen klingen minimal geschlossener als das OC616, was sich in suboptimalen Räumen als Vorteil erweisen kann. Für die Anwendung geeignet sind sie jedenfalls alle.

Front of Kit: Hier seht ihr das OC616, links ist das Vergleichsmikro Mojave MA201fet.

Eine Hyperniere in Kombination mit einer Pegelreduktion schreit förmlich nach dem Einsatz als Drumset Closemic, also folgt als nächste Station mein 14“ Yamaha Floortom. Im Vergleich mit meinem Großmembraner-Favoriten für diesen Zweck, dem C214, bietet es einen sehr ähnlichen Charakter, unterdrückt jedoch minimal effektiver seitliche Einstreuungen. Ein exzellentes Tom-Mikrofon.

Am Floortom spielt das flache Profil seine Stärken aus.
Audio Samples
0:00
Front of Kit, Niere, Mix Front of Kit, Niere, solo Front of Kit, Breite Niere, Mix Front of Kit, Breite Niere, solo Front of Kit, Kugel, Mix Front of Kit, Kugel, solo Front of Kit, Acht, Mix Front of Kit, Acht, solo AKG C214, FoK, Mix AKG C214, FoK, solo Mojave MA201fet, Front of Kit, Mix Mojave MA201fet, Front of Kit, solo Floortom, Hyperniere, -20 dB Pad, Mix Floortom, Hyperniere, -20 dB Pad, solo AKG C214, Floortom, Mix AKG C214, Floortom, solo

So klingt das Austrian Audio OC616 am Gesang

Um beurteilen zu können, wie sich das Testobjekt als Gesangsmikrofon präsentiert, habe ich die Bremer Musikerin Antonia Wohlgemuth ins Studio eingeladen und wir haben das OC616 mit den Nierenmikrofonen AKG C214 und Mojave MA201fet verglichen. Alle Modelle wurden jeweils hinter einem Poppfilter montiert. Wie erwartet, liefert das OC616 sehr gute Resultate. Es klingt von allen Mikros für Antonias Stimme am ausgewogensten. Es wirkt gleichzeitig frisch und solide in den Mitten, der Nahbesprechungseffekt wirkt perfekt dosiert. Auch das C214 weiß zu überzeugen, klingt jedoch etwas geschlossener in den oberen Mitten. Das Mojave wiederum wirkt hier druckvoll in den Mitten und besitzt den insgesamt präsentesten Charakter. Dass verschiedene Optionen bei der Richtcharakteristik vorhanden sind, macht das OC616 zum Gewinner. Für einen nahezu nicht existenten Nahbesprechungseffekt empfiehlt sich die Kugel, welche gleichzeitig offen und detailliert zu Werke geht. Ein Favorit ist abermals die breite Niere, welche dem Ergebnis minimal mehr „Raum“ verleiht.

Audio Samples
0:00
Gesang, Niere Gesang, Breite Niere Gesang, Kugel AKG C214, Gesang Mojave MA201fet, Gesang
Im Praxiseinsatz: Das Austrian Audio OC616 ist ein hervorragendes Vocal-Mikrofon.

Alternativen zum Austrian Audio OC616

Wenn ihr euch für den Typus Mikrofon dieses Tests interessiert, solltet ihr euch auch ein paar andere Produkte ähnlicher Bauart, Preis und Ausstattung näher ansehen. Natürlich ist das teurere OC818 eine Alternative, damit erhaltet ihr ein komplett in Österreich gebautes Mikrofon mit der Möglichkeit der Fernsteuerung und nachträglichen Wahl der Pickup Patterns. Eine naheliegende Wahl ist außerdem das AKG C314, welches über eine ganz ähnliche Ausstattung wie das OC616 verfügt.

Test des Austrian Audio OC616: Fazit

Nicht nur als günstigere Alternative zum technologisch aufwendigeren OC818 macht das Austrian Audio OC616 im Review eine sehr gute Figur. Alle fünf Richtcharakteristiken klingen detailliert und präzise, aber gleichzeitig auch rund und musikalisch. Sowohl als Gesangs- als auch als Instrumentemikrofon profitiert es von einer wirklich guten technischen Ausstattung wie den mehrstufigen Filtern und der Pegelreduktion. Zum vollendeten Glück beim mitgelieferten Zubehör fehlt nur ein Poppfilter. Weil auch die Verarbeitung auf hohem Niveau angesiedelt und der Preis für das Gebotene mehr als okay ist, verdient sich auch dieses Produkt des Wiener Herstellers eine Fünfsterne-Bewertung.

Artikelbild
OC616 Studio Set
Für 599,00€ bei
  • Großmembran-Kondensatormikrofon
  • Frequenzbereich von 20 Hertz bis 20 Kilohertz
  • Richtcharakteristik: Niere, Breite Niere, Hyperniere, Kugel, Acht.
  • Empfindlichkeit: 13 mV/Pa
  • Eigenrauschen: 13 dB(A)
  • Gehäuse aus Aluminium, Mikrofonkorb aus Stahl
  • mitgeliefertes Zubehör: Spinne, einfache Halterung, EU-Gewinde, Anleitung, Case.
  • Maße: 15,6 x 6,5 x 3,4 cm (H X B xT)
  • Gewicht: 350 Gramm
  • hergestellt in: Österreich
  • Webseite: austrian.audio
  • Preis: 599,– Euro (Straßenpreis am 8.10.2026)
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