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Das größte Festival in Deutschland? Lukas Podolski plant Festival am Hockenheimring

Der ehemalige Fussball-Nationalspieler und Weltmeister Lukas Podolski veranstaltet 2023 gemeinsam mit dem Ex-Manager von Michael Wendler das “Glücksgefühle” Festival am Hockenheimring. Dabei wollen die Beiden sogar den Zuschauerrekord von Rock am Ring brechen. Ob das gut gehen kann?

Lukas Podolski Festival
Foto: Michael Schilling

Der Fussball-Star Lukas Podolski hat einen neuen Traum: Er möchte Glücksgefühle verbreiten. Diesmal allerdings nicht auf dem Fussball-Platz, sondern als Festival-Veranstalter. Nachdem der Kölner bereits in der Mode- und Gastronomie-Branche Fuß fassen konnte, soll es nun also die Musik-Branche werden. Und dabei hat Podolski, wie von ihm gewohnt, keine Lust auf langsames, organisches Wachstum oder irgendwelche falsche Demut. Podolskis Festival soll das größte Festival werden, was Deutschland je gesehen hat.

Zwischen dem 14. und dem 17. September 2023 sollen “über 100.000 Menschen” zum Hockenheimring pilgern, um dort dem “Glücksgefühle” Festival beizuwohnen. Das Motto lautet passenderweise “The Glück is coming home“. Darunter rechnen die Veranstalter mit über 60.000 Campinggästen. Der Festival-Rekord hierzulande liegt bei 96.000 Zuschauern, aufgestellt beim Rock am Ring 2016.

Schafft Podolski den Festival-Rekord?

Große Ambitionen für einen Musikbranchen-Neuling also, weshalb sich der 37-Jährige mit Markus Krampe einen etablierten Namen in der Industrie als Partner gesucht hat. Krampe ist vor allem als ehemaliger Manager von Michel Wendler bekannt. Bei diesem Stieg Krampe während der Corona-Pandemie allerdings aus, da sich der Wendler wieder und wieder in Verschwörungstheoretiker-manier äußerte und den sogenannten Corona-Leugnern angehörte.

Nun will der Musik-Manager weiter in die Veranstaltungsbranche vordringen. Sein erstes Mega-Projekt: das “Inselfieber” Festival in Oberhausen. Anlässlich des 50. Jubiläums der Partymeile Ballermann soll für das Schlager Festival am 2. September 2023 das Centro Oberhausen in eine Malle-Party verwandelt werden. Kemper verspricht dabei nichts geringeres als “die größte Malle-Party aller Zeiten”. Es deutet sich also zumindest was die ambitionierten Ziele angeht, ein gewisses Muster an.

Für das Glücksgefühle Festival wiederum haben die Veranstalter auch bereits die ersten Acts angekündigt: Marteria, Cro, Alle Farben, Milky Chance, Sido, Sarah Connor, Felix Jaehn, Paul van Dyk und Robin Schulz kommen an den Hockenheimring. Genretechnisch sind hier also von Rock & Pop, bis Rap und EDM keine Grenzen gesetzt. Die Tickets sind verglichen mit anderen Riesen-Festivals wie Hurricane, Southside oder Rock am Rind ein wahres Schnäppchen. Für 99€ ist man alle drei Tage mit dabei. Rock am Ring kostet ohne Camping mit 229€ mehr als das doppelte. Dafür hat Podolski für sein Festival bisher allerdings auch noch keine internationalen Mega-Stars angekündigt, die bei Rock am Ring ja fest dazu gehören.

Diese Probleme muss das “Glücksgefühle” lösen

Routinierten Festival-Gängern sollte allerdings bereits eines aufgefallen sein: Das anvisierte Datum Mitte September ist für ein Festival mit Camping ganz schön spät. Wie sehr der Herbst auch schon im offiziellen Sommer-Monat September an die Tür klopfen kann, merken wir alle ja in diesem Jahr schon. Man frage nur mal die Leute, die sich am vergangenen Wochenende auf dem Lollapalooza in Berlin haben vollregnen lassen.

Auch gibt es mittlerweile eine gewisse Tradition an großspurig angekündigten, neuen Festivals, die am Ende zu einem waschechten Flop verkommen sind und nach nur wenigen Jahren wieder eingestampft wurden. Man denke dabei nur an das “Grüne Hölle Rock” Festival, das 2015 nach dem Weggang von Rock am Ring den Nürburgring füllen sollte. Daraus wurde bekanntlich nichts. Am Ende fand das Festival in abgespeckter Form in der Arena auf Schalke statt, weil bis Februar 2015 nur 7.500 Karten verkauft wurden. Am Ende konnten trotz der namenhaften Headliner Metallica, Muse und Kiss nur 43.500 Fans ins Stadion gelockt werden. Alle drei Acts haben schon Solo-Konzerte vor deutlich größerem Publikum in Deutschland gespielt.

Ein gutes Line-Up verspricht nicht automatisch Erfolg

Hier zeigt sich, dass große Namen auf dem Plakat noch keinen Erfolg versprechen. Das Grüne Hölle Festival gibt es schon lange nicht mehr. Auch das Rock’n’Heim Festival am Hockenheimring – auf dem jetzt auch Podolskis “Glücksgefühle” Festival stattfinden soll – wurde nach nur drei Ausgaben eingestampft. 2015 mussten die Veranstalter um Rock am Ring-Gründer Marek Lieberberg das Festival sogar von drei Tagen zu einem Tag verkleinern, da zu wenig Tickets verkauft wurden. Insgesamt kamen nur ca. 14.000 Menschen, obwohl eigentlich bis zu 100.000 auf dem Hockenheim möglich sind, wie beispielsweise Konzerte von Ed Sheeran oder den Rolling Stones zeigen.

Den aktuellen Besucherrekord für eine Musikveranstaltung auf dem Hockenheimring halten übrigens AC/DC, die 2015 ganze 105.000 Fans anlockten. Ob das Festival von Podolski da mithalten kann bleibt fraglich. In Deutschland geht ohne Tradition rund um das Festival, wie die Beispiele “Grüne Hölle” und “Rock’n’Heim”, hinter dem sogar der größte Veranstalter der deutschen Festival-Branche stand, meistens nicht viel. Anders ausgedrückt: Wenn du nicht gerade Wacken, Hurricane, Southside oder Rock am Ring/Rock im Park heißt, wäre es angebracht erstmal kleine Brötchen zu backen und dir ein organisches Publikum zu erspielen. Nur ein paar große Namen auf ein Line-Up Poster zu bringen, hilft da auch nicht viel.

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von Niklas Wilhelm

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