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Die 10 besten Songwriter aller Zeiten

Was macht einen wirklich großen Songwriter aus? Nicht die Anzahl der Hits. Nicht der Ruhm. Sondern die Art, wie Songs gebaut sind. Die Entscheidungen, die man nicht sofort hört, die aber alles tragen. Diese Liste der besten Songwriter aller Zeiten schaut genau darauf. Nicht nur, wer erfolgreich war, sondern wer das Songwriting nachhaltig verändert hat.

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10. Was unterscheidet Leonard Cohen von anderen Songwritern?

Leonard Cohen ist einer der bedeutendsten Singer-Songwriter der Musikgeschichte. Er kam aus der Literatur, und genau das hört man seinen Songs an. Texte stehen nicht einfach im Dienst der Musik, sie sind das Zentrum. Gleichzeitig ist die Musik nie nur Begleitung. Sie schafft eine klare, oft bewusst reduzierte Struktur, die den Worten Halt gibt, ohne sie zu überladen. Auffällig ist, wie kontrolliert seine Songs wirken. Viele Zeilen sind so gebaut, dass sie gleichzeitig einfach und mehrdeutig sind. Religiöse Bilder, persönliche Beobachtungen und fast trockener Humor stehen nebeneinander, ohne sich gegenseitig aufzulösen.

Ein gutes Beispiel dafür ist „Hallelujah“. Der Song wirkt auf den ersten Blick fast schlicht, sowohl musikalisch als auch strukturell. Gleichzeitig verbindet er biblische Motive mit sehr persönlichen, teilweise widersprüchlichen Aussagen über Liebe, Zweifel und Glauben. Genau diese Offenheit sorgt dafür, dass der Song immer wieder neu interpretiert werden kann, ohne an Wirkung zu verlieren. Auch formal bleibt Cohen oft zurückhaltend. Wiederholungen spielen eine große Rolle, sowohl im Text als auch musikalisch. Das sorgt dafür, dass sich einzelne Zeilen einprägen und fast wie Motive funktionieren, die sich durch den Song ziehen. Genau diese Mischung aus Klarheit und Offenheit macht seine Stücke so langlebig.

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9. Carole King

Carole King schreibt Songs, die man schneller wiedererkennt als man sie analysieren kann. Sie klingen vertraut, oft schon beim ersten Hören. Nicht weil sie simpel sind, sondern weil sie genau den Punkt treffen, an dem ein Song sofort Sinn ergibt. Ihre Stärke liegt weniger im großen Effekt als im Timing. Die Melodien machen keine unnötigen Umwege, aber sie sind auch nie komplett vorhersehbar. Immer wieder gibt es kleine Abweichungen, die einen Song minimal verschieben und dadurch interessant halten.

Was auffällt, ist wie breit ihre Songs funktionieren. Sie sind weniger intim oder konfessionell als bei vielen anderen auf dieser Liste. Das passt zu ihrer Vergangenheit als Songwriterin für andere Künstler. Sie schreibt nicht nur aus einer Perspektive, sondern so, dass sich viele darin wiederfinden können.

Dazu kommt ihre Stimme, die sofort erkennbar ist, auch wenn sie nicht im klassischen Sinne virtuos ist. Kein großes Soul-Drama, keine übertriebene Verzierung. Sie singt Melodien oft sehr klar und gerade, fast demonstrativ sauber, jede Silbe sitzt. Es wirkt manchmal, als würde sie dir den Song beibringen, während sie ihn singt. Was ziemlich logisch ist, wenn man bedenkt, dass sie viele dieser Songs ursprünglich als Demos für andere aufgenommen hat.

Tapestry ist dafür das beste Beispiel. Kein großes Konzept, kein überladener Sound. Einfach Songs, die genau wissen, was sie wollen. Und vor allem, was sie weglassen können. Dazu kommt ein Output, der fast schon absurd ist. Über 100 Songs in den Billboard Hot 100, dazu mehr als 60 Chart-Hits in Großbritannien. Über Jahrzehnte hinweg gehört sie damit zu den erfolgreichsten Songwriterinnen überhaupt. Ihre Songs sind nicht an einen bestimmten Moment gebunden. Sie funktionieren in verschiedenen Stimmen, in verschiedenen Arrangements, in verschiedenen Jahrzehnten. Am Ende wirken sie fast wie ein Standardzustand von Pop. Unaufgeregt, stabil, und erstaunlich langlebig.

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8. Stevie Wonder

Stevie Wonder schreibt Songs, die einen sofort reinziehen, ohne sich komplett preiszugeben. Sie funktionieren auf Anhieb, aber je länger man zuhört, desto mehr Details tauchen auf. Dinge, die man beim ersten Durchlauf einfach mitnimmt, ohne sie bewusst zu registrieren. Seine große Stärke ist, dass sich alles natürlich anfühlt. Nichts wirkt demonstrativ oder kompliziert um der Komplexität willen. Akkorde wechseln, Rhythmen verschieben sich, Übergänge passieren fast beiläufig. Genau dadurch bleiben die Songs geerdet. Sie denken nicht laut, sie bewegen sich.

Ein großer Teil davon kommt aus seinem Gespür für Groove. Viele seiner Songs leben davon, wie sich alles ineinander verzahnt. Bass, Keys, Drums und Vocals greifen so eng zusammen, dass man kaum noch sagen kann, was eigentlich die Hauptidee ist. Es fühlt sich eher wie ein System an, das in Bewegung bleibt. Dass das kein Zufall ist, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. Bei „Superstition“ hat Wonder nicht nur geschrieben, gesungen und die Keys gespielt, sondern auch den Bass auf einem Synth übernommen und den markanten Drum-Groove selbst eingespielt. Die Bläser sind das Einzige, was er nicht selbst gemacht hat. Dieses Maß an Kontrolle hört man den Songs an, ohne dass es sich je nach Kontrolle anfühlt.

Die Zahlen dahinter sind entsprechend deutlich. Rund 100 Millionen verkaufte Platten, 25 Grammys, zahlreiche Nummer-eins-Hits. Und das alles von einem Musiker, der mehrere Instrumente auf Topniveau spielt und seine gesamte Karriere ohne Augenlicht aufgebaut hat. Das wird oft als Trivia erzählt, ist aber eigentlich zentral für sein Songwriting. Er denkt Musik weniger visuell und mehr als Zusammenspiel von Klang und Rhythmus. Gleichzeitig verliert er nie die Melodie aus dem Blick. Selbst in dichteren Arrangements gibt es immer eine Linie, an der man sich festhalten kann. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum seine Songs sowohl im Radio funktionieren als auch bei Leuten, die genauer hinhören. Und dann ist da noch diese Mischung aus Leichtigkeit und Präzision. Nichts wirkt angestrengt. Aber alles sitzt.

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7. Was macht Tom Waits Songwriting so einzigartig?

Tom Waits schreibt Songs, die sich bewusst daneben benehmen. Sie stolpern, knarzen, ziehen sich an Stellen in die Länge, wo andere längst beim Refrain wären. Das ist kein Zufall. Das ist Methode. Seine Stücke funktionieren weniger wie klassische Popsongs und mehr wie kleine Szenen. Figuren tauchen auf, verschwinden wieder. Alles spielt sich in klar umrissenen Räumen ab. Man hat oft sofort ein Bild im Kopf, noch bevor man den Song komplett verstanden hat.

Musikalisch wirkt vieles erstmal roh. Klaviere klingen verstimmt, Rhythmen schieben eher, als dass sie sauber laufen. Gleichzeitig ist das erstaunlich kontrolliert. Nichts passiert einfach so. Auch das Chaos ist gebaut. Seine Texte sind ein eigenes Kapitel. Waits schreibt in Bildern statt in klaren Aussagen. Oft reichen ein paar Zeilen, um eine komplette Welt anzudeuten. Kaputte Orte, schräge Figuren, Momente, die sich anfühlen, als hätte man sie selbst schon mal gesehen. Dazu kommt dieser trockene Humor, der selten nach Pointe klingt. Eher wie ein Nebensatz, der hängen bleibt. Seine Lyrics bewegen sich irgendwo zwischen Poesie und Kneipengespräch. Daraus entsteht dieser eigene Ton, den man sofort erkennt.

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6. Nick Cave

Nick Cave schreibt Songs, die weniger auf den schnellen Effekt setzen und mehr auf Entwicklung. Viele Stücke bauen sich langsam auf. Kaum klare Trennung zwischen Strophe und Refrain. Stattdessen wiederkehrende Motive, die sich im Verlauf verschieben. Seine Stärke liegt im Erzählen. Viele Songs funktionieren wie kurze Geschichten. Es gibt Figuren, Orte, oft eine klare Dramaturgie. Man wird eher hineingezogen als abgeholt. Das macht die Songs weniger sofort zugänglich, aber deutlich nachhaltiger.

Auch textlich arbeitet er sehr bewusst. Cave schreibt in Bildern, oft direkt und konkret. Große Themen wie Liebe, Gewalt oder Glaube tauchen ständig auf, aber nie abstrakt. Sie hängen immer an Szenen, an Figuren, an einzelnen Momenten. Dazu kommt viel Wiederholung. Bestimmte Zeilen oder Motive kehren zurück und gewinnen dadurch an Gewicht. Musikalisch unterstützt er das sehr gezielt. Viele Songs starten reduziert. Ein Piano, ein einfacher Akkordwechsel, wenig Bewegung. Darüber liegt seine Stimme, die oft näher am Sprechen ist als am klassischen Gesang. Mit der Zeit kommen Schichten dazu. Streicher, Backing Vocals, ein dichteres Arrangement. Am Ende bleibt weniger ein einzelner Moment hängen als das Gefühl, dass sich etwas aufgebaut hat, das man nicht ganz abschütteln kann.

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5. Joni Mitchell

Joni Mitchell schreibt Songs, die sich ebenso selten an klassische Formen halten. Strophen und Refrains sind oft eher Orientierung als feste Struktur. Ein großer Teil davon kommt von ihrem Gitarrenspiel. Die Open Tunings geben ihren Songs einen eigenen Klang, der sich nicht sofort einordnen lässt. Akkorde wirken weiter, weniger eindeutig. Dadurch entsteht Bewegung, ohne dass sich ständig viel ändern muss. Auch ihre Melodien verhalten sich anders. Sie legen sich nicht einfach auf die Akkorde, sondern bewegen sich teilweise unabhängig davon. Das gibt den Songs etwas Unvorhersehbares, ohne dass sie auseinanderfallen.

Textlich arbeitet sie sehr genau. Viele Songs wirken persönlich, aber nicht im Sinne von direkter Selbstoffenbarung. Eher wie Beobachtungen, die sehr nah dran sind, ohne alles auszusprechen. Sie beschreibt Situationen, Stimmungen, Beziehungen, oft mit einem Blick für Details, die leicht übersehen werden. Was dabei auffällt, ist diese Balance aus Distanz und Nähe. Man ist nah an dem, was sie erzählt, aber nie komplett drin. Es bleibt immer ein Rest Offenheit.

Was Mitchell besonders interessant macht, ist auch, wie unterschiedlich ihr Katalog funktioniert. Blue gilt zurecht als ihr zentrales Werk. Gleichzeitig wird es heute oft so stark als kulturelles Statement gelesen, dass man fast vergisst, dass es auch einfach ein sehr gutes Album ist, das man hören kann, ohne es erst einordnen zu müssen. Für den Einstieg funktioniert Court and Spark oft besser. Zugänglicher, melodisch direkter, aber genauso sorgfältig gebaut. Auch Ladies of the Canyon zeigt eine andere Seite, näher an ihrem Folk-Ursprung.

Spätere Alben wie Hejira oder The Hissing of Summer Lawns werden oft für ihren atmosphärischen, jazzigeren Ansatz hervorgehoben. Das ist spannend, trifft aber nicht unbedingt den Kern ihrer Stärke. Die liegt eher in der Kombination aus Melodie, Sprache und Struktur. Und genau deshalb lohnt es sich, bei ihr genau hinzuhören. Die Songs geben nicht alles sofort preis. Aber wenn sie sich einmal gesetzt haben, bleiben sie.

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4. Elliott Smith

Elliott Smith schreibt Songs, die leise anfangen und einen dann nicht mehr loslassen. Auf den ersten Blick wirkt alles reduziert. Akustische Gitarre, ruhige Stimme, wenig Bewegung. Wenn man genauer hinhört, merkt man schnell, dass unter der Oberfläche viel passiert. Was sein Songwriting besonders macht, ist diese Mischung aus Komplexität und Zurückhaltung. Seine Akkorde gehen oft nicht den direkten Weg. Übergänge wirken vertraut, verschieben sich aber im Detail. Basslinien laufen eigenständig, Akkorde kippen leicht weg und fangen sich wieder. Das alles passiert unauffällig, aber mit klarer Absicht.

Die Vocals verstärken das noch. Diese gedoppelten Stimmen, eng beieinander, fast flüsternd, erzeugen eine Art innere Spannung. Es klingt gleichzeitig nah und distanziert. Als würde er einen Gedanken aussprechen und im selben Moment wieder hinterfragen. Textlich bleibt vieles fragmentarisch. Keine klaren Geschichten, eher Zustände. Selbstzweifel, Isolation, Abhängigkeit. Aber nie direkt formuliert. Stattdessen Bilder, Andeutungen, Brüche. Das macht die Texte offen genug, um sich darin zu verlieren.

Seine eigene Geschichte spielt dabei mit rein. Der Umgang mit Sucht und psychischen Problemen ist spürbar, aber nie ausgestellt. Die Songs wirken nicht wie Geständnisse, sondern wie kontrollierte Versuche, etwas Ungeordnetes in Form zu bringen. Und genau darin liegt die Besonderheit. Smith verbindet komplexe Strukturen mit maximaler Zurückhaltung. Seine Songs wirken fragil, sind aber extrem präzise gebaut.

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3. Prince

Prince denkt Songs nicht in einzelnen Bausteinen, sondern als Gesamtbild. Schreiben, arrangieren, produzieren, spielen. Alles gehört zusammen. Bei ihm entsteht ein Song nicht Schritt für Schritt, sondern als fertige Idee, die sofort umgesetzt wird. Was ihn wirklich abhebt, ist die Kombination aus technischer Fähigkeit und Songgefühl. Es gibt viele Multiinstrumentalisten, aber bei ihm wirkt das nie wie eine Demonstration. Er konnte praktisch alles spielen, auf einem extrem hohen Niveau, und hat sich trotzdem fast immer für die Lösung entschieden, die dem Song dient. Genau das fehlt vielen anderen Virtuosen.

Auch seine Arbeitsweise ist entscheidend. Prince hat schnell gearbeitet. Ideen wurden direkt aufgenommen und selten überarbeitet. Dieses Festhalten des Moments zieht sich durch seinen gesamten Output. Die Songs wirken dadurch unmittelbar und lebendig. Nicht glattgezogen, sondern genau im richtigen Zustand eingefroren. Im Studio hatte er die volle Kontrolle. Er schrieb, arrangierte und spielte große Teile seiner Musik selbst. Das hört man. Alles greift ineinander, weil es aus einer Hand kommt. Gleichzeitig bleibt der Groove immer zentral. Kleine Verschiebungen im Timing, präzise gesetzte Pausen, Sounds, die sofort wiedererkennbar sind.

Dazu kommt eine Produktivität, die selbst im Vergleich zu anderen Ausnahmekünstlern auffällt. Der legendäre „Vault“ steht dafür. Eine riesige Menge an Material, von der nur ein Teil veröffentlicht wurde. Nicht alles ist gleich stark, aber die kreative Energie dahinter ist konstant hoch. Prince bewegt sich dabei mühelos durch Genres. Funk, Pop, Rock, Soul. Das sind bei ihm keine getrennten Welten, sondern Teil eines Systems. Und trotzdem bleibt alles eindeutig seine Handschrift.

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2. Bob Dylan, der einzige Songwriter mit Nobelpreis

Bob Dylan hat das Songwriting nicht einfach erweitert, sondern neu definiert. Als er Anfang der 60er bei Columbia auftauchte, gab es im Mainstream praktisch nichts Vergleichbares. Während viele Songs noch klaren Mustern folgten, schrieb er Stücke, die thematisch und sprachlich komplett aus dem Rahmen fielen. Schon auf The Freewheelin’ Bob Dylan wird das deutlich. Songs wie „Blowin’ in the Wind“, „Masters of War“ oder „A Hard Rain’s Gonna Fall“ hatten eine inhaltliche Schärfe, die im Pop so nicht existierte. Er knüpfte an die Tradition von Woody Guthrie und Pete Seeger an, führte sie aber in einen neuen Kontext.

Seine Songs waren nicht nur Kommentar, sondern Teil der Zeit, in der sie entstanden. Das zeigt sich auch daran, wo er gespielt hat. Dylan stand beim March on Washington auf der Bühne, bei dem Martin Luther King seine „I Have a Dream“-Rede hielt. Seine Musik lief parallel zu diesen Ereignissen, nicht im Nachhinein. Das ist ein Unterschied, den man heute leicht unterschätzt. Was ihn als Songwriter besonders macht, ist die Freiheit, die er sich genommen hat. Er hat gezeigt, dass Texte im Pop alles sein können. Politisch, persönlich, widersprüchlich, abstrakt. Es gab plötzlich keine klaren Grenzen mehr.

Viele Themen, die später selbstverständlich wurden, gehen im Kern auf diesen Moment zurück. Und das alles passierte noch vor seiner eigentlichen Hochphase. Mit Alben wie Bringing It All Back Home, Highway 61 Revisited und Blonde on Blonde wurde sein Songwriting noch offener, noch unberechenbarer. Strukturen lösten sich weiter auf, Texte wurden dichter, oft auch fragmentarischer. Sein Einfluss ging weit über Folk hinaus. Selbst Künstler wie Sam Cooke haben auf Dylan reagiert. „A Change Is Gonna Come“ entstand auch unter dem Eindruck dessen, was Dylan thematisch möglich gemacht hat.

Dass ausgerechnet seine Texte auf diese Weise ausgezeichnet wurden, ist kein Zufall. Sie funktionieren unabhängig von Stimme oder Arrangement. Darin liegt auch ein Teil seiner Wirkung als Performer. Seine Stimme wird oft diskutiert, aber sie ist Teil des Konzepts. Dylan hat gezeigt, dass es im Songwriting nicht um Perfektion geht, sondern um Ausdruck. Man musste kein klassischer Sänger sein, um gehört zu werden. Diese Haltung hat den Weg für viele andere geöffnet. Von Leonard Cohen bis Patti Smith, von Springsteen bis Tom Waits. Dylan hat nicht nur gute Songs geschrieben. Er hat verändert, was ein Song überhaupt sein kann.

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1. Warum gelten Lennon/McCartney als das beste Songwriting-Duo aller Zeiten?

Lennon und McCartney funktionieren als Songwriter am besten, wenn man sie nicht trennt. Natürlich lassen sich ihre jeweiligen Stärken benennen. McCartney mit dem Gespür für Melodie und Struktur, Lennon mit den kantigeren Ideen und Brüchen. Aber entscheidend ist, was zwischen diesen Polen passiert. Die Unterschiede sind dabei real, auch wenn sie gerade in den frühen Jahren oft zusammen geschrieben haben. McCartney denkt stärker in klassischen Strukturen. Klare Tonarten, funktionierende Harmonien, Melodien, die sofort greifen. Man hört Einflüsse aus Jazz und alten Standards, aus einer eher traditionellen musikalischen Ausbildung. Selbst wenn er ungewöhnlich wird, bleibt oft ein Gefühl von Ordnung im Song.

Lennon kommt aus einer anderen Richtung. Mehr Folk, mehr Blues, mehr Direktheit. Seine Songs wirken oft roher. Harmonien sind offener, manchmal weniger eindeutig. Viele seiner Ideen haben diesen leicht bluesigen oder modalen Charakter, der sich nicht komplett auflöst. Dazu kommt eine größere Bereitschaft, Dinge bewusst schief stehen zu lassen. Auch in der Haltung zeigt sich der Unterschied. McCartney hat ein Faible für klare Formen, für ausgearbeitete Melodien. Lennon sucht eher den Bruch, den Moment, der irritiert. Das kann ein unerwarteter Akkord sein, ein Wechsel im Gefühl, manchmal auch einfach eine Struktur, die sich nicht sauber auflösen will.

Dies verstärkte sich im Laufe der Sechzigerjahre. McCartney interessiert sich zwar für avantgardistische Ideen, hält sie aber meist aus seinen Songs heraus. Lennon geht den entgegengesetzten Weg. Er bringt mehr Experiment hinein. Ungewöhnliche Übergänge, Verschiebungen im Aufbau, Songs, die sich bewusst gegen Erwartungen stellen. Genau aus diesem Gegensatz entsteht die Dynamik. McCartney sorgt für die Klarheit, Lennon für die Reibung. Einer zieht in Richtung Struktur, der andere in Richtung Auflösung. Dazwischen entstehen die Songs, die beides gleichzeitig können. Zugänglich sein und trotzdem überraschen.

Dabei geht es weniger darum, wer von beiden „besser“ ist. Diese Frage führt schnell ins Leere. Es sind zwei eigenständige Ansätze auf höchstem Niveau, die zusammen etwas ergeben, das allein so nicht entstanden wäre. Und deshalb stehen sie hier. Nicht nur wegen einzelner Songs, sondern wegen eines Katalogs, der das Pop-Songwriting revolutioniert hat.

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Was macht einen guten Songwriter wirklich aus?

Am Ende lässt sich gutes Songwriting nicht sauber messen. Es ist kein sportlicher Wettbewerb mit klaren Gewinnern, dafür sind die Ansätze und Wege dieser Künstler zu unterschiedlich. Gerade die Namen in dieser Liste zeigen das sehr deutlich. Dylan verschiebt den Fokus auf Texte, Mitchell löst klassische Strukturen auf, Prince denkt Songs komplett vom Studio aus, während jemand wie Elliott Smith Komplexität bewusst im Hintergrund hält. Jeder arbeitet anders und setzt eigene Prioritäten.

Was sie verbindet, ist kein gemeinsamer Stil, sondern ein Gespür für den richtigen Moment. Dafür, wann ein Song mehr braucht und wann weniger. Wann etwas stehen bleiben muss und wann es sich bewegen sollte. Diese Entscheidungen wirken oft unscheinbar, tragen aber den gesamten Song. Genau deshalb halten diese Songs länger als viele andere. Sie funktionieren nicht nur im Moment, sondern auch danach.

Welche Songwriter dürfen in dieser Liste nicht fehlen?

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