Anzeige

Erica Synths Bullfrog Drums Test – Ja, lern’s doch erst mal!

Auf Bullfrog Synth folgt Bullfrog Drums: ein geradliniger Drum-Sampler, der mit Richie Hawtin für das Erlernen von Drum-Programmierung, Sampling und Live-Performance entwickelt wurde.

Erica Synths Bullfrog Drums Test – Ja lerns´des doch erstmal!
Knubbeliges Design, Hands on Fun – Bullfrog Drums von Erica Synths

Umfangreich und hübsch aufbereitet präsentiert sich auch das Drumherum des Ochsenfrosch: Von der hochwertigen Einsteiger-Anleitung bis zum weiterführenden Workshop von Jeremy Leaird-Koch ist alles für den ersten Beat dabei!

Der Bullfrog Drums arbeitet dabei mit acht Spuren, wovon sieben für die samplebasierten Drum-Voices sowie eine weitere Spur sogar für externes CV/Gate Sequencing gedacht sind. Die dicken Potikappen und zahlreichen Taster im Keyboard-Stil machen dabei sofort Lust aufs Schrauben!

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • sieben Sample-Voices, direkter Zugriff
  • lebendige Patterns dank Parameter-Locks
  • eigene Samples und externe Klangerzeuger
  • Lernkonzept mit ausführlichem Workshop
Contra
  • Sequenzer muss zur Aufnahme von Samples gestoppt werden

Highlights Bullfrog Drums

  • 7 Sample-Instrumente und ein CV/Gate Sequenzer
  • Unkomplizierter Step-Sequenzer mit 4×16 Steps
  • Automation und Parameter-Lock
  • eingebauter Lautsprecher und kleines Mic plus Line-In, 64 MB via USB-C

How do I look ?

Great! Erica Synths liefert den Bullfrog Drums in einem eleganten Metallgehäuse mit Holzseitenteilen aus. Das schlicht gefalzte Gehäuse misst 405 × 185 × 60 mm und bringt stattliche 2,7 kg auf die Waage. Oben rechts im Frosch-Logo sitzt das Mikrofon, links der integrierte Lautsprecher in Form eines breitem Froschmauls. Insgesamt macht die in Lettland gefertigte Hardware einen soliden Eindruck.

Der stattlich dimensionierte Drum-Sampler versprüht mit seinen fetten Reglern und dem geradlinigen Design jede Menge „Spielzeug für Erwachsene“-Charme.

Grundlegend arbeitet der Bullfrog mit sieben Sample-Voices bzw. Slots, denen er in Form der oberen schwarzen Potis jeweils einen eigenen Lautstärkeregler spendiert. Die LEDs darunter zeigen die Dynamik der jeweiligen Spur an, helfen aber auch als Pegel-Ampel bei der Aufnahme von Samples.

Richtig gut gefallen mir die dicken Potikappen im Sifam-Stil, die sich extrem griffig anfühlen, genügend Platz untereinander bieten und sich auch angenehm geschmeidig drehen lassen. Und sie sollen ja auch bewusst gekurbelt werden: knarzige Artefakte können so herrlich einfach gefiltert und mit nicen Drive anschließend wieder aufgebrutzelt werden. Der Klang ist bewusst lofi, körnig und charmant.

64: MB, Pattern, Kits & Steps

Herzstück ist ein moderner Step-Sequencer, der sich erfreulich direkt und hands-on präsentiert. Sequenzen können bis zu 64 Steps lang werden sowie dabei eingespielt, programmiert und polyrhythmisch zueinander gesetzt werden.

Accents, Rolls, Probabilities & Odds, Microtiming und Ratchets sind allesamt ebenfalls an Bord. Bedient wird über die dicken 16 Step-Taster unten, die vier Bank- bzw. Bar-Taster sitzen rechts oben davon.

Der integrierte Lautsprecher ersetzt zwar kein vernünftiges Monitoring, ist zum schnellen Schrauben ohne weiteres Equipment aber durchaus praktisch.

Speicher gibt es ebenfalls für 64 Pattern und 64 Kits, beide aufgeteilt in vier Bänke je 16 Speicherplätze. Gesampelt wird ausschließlich in mono mit 16 Bit und 48 kHz, wobei eine Datei höchstens 512 KB groß werden darf. Der maximale Speicher ist indes mit 64 MB beziffert ist und maximal 1024 Samples können ingesamt adressiert werden.

Sieben Sample-Voices für Beats und mehr

Zur Klangformung stehen pro Voice sieben Parameter per Poti bereit: Der Pitch arbeitet über einen Bereich von ± zwei Oktaven, während Decay und Loop/ Point auf einer Skala von 00 bis 99 eingestellt werden.

Der Cutoff-Regler kombiniert ein Tief- und Hochpassfilter: nach links wird das Tiefpass-, nach rechts das Hochpassfilter wirksam; in der Mittelstellung bleibt das Signal ungefiltert. Resonance bringt das Filter zum Schmatzen, der Drive wiederum sorgt für kräftig-dicke Verzerrungen und Panorama verteilt die Mono-Voice im Stereobild.

Achtung, Automation!

Interessant wird das Ganze in Verbindung mit dem unkomplizierten Sequenczer: Alle bunten Sound-Parameter – also abgesehen von Volume – lassen sich nämlich automatisieren oder per Parameter-Lock gezielt für einzelne Steps festlegen. So entstehen schnell lebendige Patterns, die deutlich über die Möglichkeiten vieler einfacher Sampler hinausgehen.

Sieben Parameter formen den Klang jeder Voice: Pitch, Decay, Loop Point, Cutoff, Resonance, Drive und Panorama.

Hinzu kommen die stilechten Transporttaster für Play, Stop und Record sowie die 16 weiß-grau angeordnete Step-Taster im Keyboard-Stil und zahlreiche weitere, beleuchtete Schalter. Die Bedienoberfläche ist absolut klar strukturiert, fasst sich gut an und kommt ohne nervige Verschachtelungen aus: einschalten und direkt losschrauben!

Bestes Material

Neben Drum-Samples finden sich auch weitere Klänge, um Grooves, Basslines und bedingt Melodien zu bauen. Eigene Samples lassen sich vom Rechner übertragen oder über den Line-Eingang aufnehmen; für spontane Aufnahmen steht sogar das integrierte Mikrofon bereit, die Qualität ist erstaunlich gut. Zur Aufnahme muss der Sequenzer allerdings leider immer gestoppt werden.

Ab Werk sind bereits 186 von Techno-Legende Richie Hawtin und Erica Synths zusammengestellte Samples an Bord. Diese sind nach Instrumentengruppen sortiert: Kicks liegen in Ordner A, Snares in B, Toms und Percussion in C, Claps und noisige Percussion in D, weitere Sounds in E, Hi-Hats in F und Cymbals in G.

Alles Potis, nur der DATA-Regler ist ein Push-Encoder.

Mit dem DATA-Push-Encoder scrollt man jederzeit flink durch die Sample-Ornder-Auswahl, wobei jeder Sound beim Anwählen automatisch vorgespielt wird – ein Segen im Studio! Der USB-C ermöglicht Zugriff auf den Massen-Speicher sowie eine umfangreiche MIDI-Steuerung des Bullfrog Drums.

Auch externe Klangerzeuger lassen sich einbinden, dafür bietet das Instrument eine eigene CV/Gate-Sequencer-Spur mit 1 V/Oktave. Mit gehaltener Step-Taste lässt der DATA-Regler nun die Auswahl einer Note zu: der Bullfrog Synthesizer oder ein anderes Modularsystem lässt sich so ohne weiteres tonal ansteuern. Auch Gate-Länge und Slides lassen sich pro Step programmieren. Weitere Modulationen finden sich nicht. Der MIDI-Out liefert indes nur Clock-Signale und Thru.

CV/Gate und MIDI inklusive

Die Audioausgabe erfolgt über einen symmetrischen Stereoausgang auf zweimal großer Klinke (6,35mm TRS); zusätzlich steht ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss bereit. MIDI Clock, analoge Clock I/Os inklusive Reset stehen ebenfalls zur Verfügung. Der Line-In ist mit großer symmetrischer Klinke ausgestattet und Mono.

Zum Lieferumfang gehören neben dem Netzteil außerdem zwei hochwertig gedruckte, kartonartige Hefte. Neben dem ausführlichen Handbuch vermitteln sie weiterführende Grundlagen zu Musiktheorie und Drum-Machine-Programmierung – didaktisch durchdacht und ansprechend aufbereitet. Online findet sich das Ganze auch, sowie jede Menge Hilfe und Videos. Mehr Infos findet ihr auch auf der Bullfrog Sub-Page.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

BU: Zum Lieferumfang gehören der Bullfrog Drums, ein universelles 12-V-Netzteil sowie die Bedienungsanleitung und das umfangreiche Workshop-Heft.

Anzeige

PRAXIS

Einfach zu spielen …

Spielerisch, aber nicht verspielt: Alles Wesentliche ist an Bord und lässt sich angenehm musikalisch entdecken. Das sorgt für eine unterhaltsame Lernkurve und macht den Bullfrog Drums zugleich für Profis interessant – als schnelle Ideenschleuder und übersichtliches Tool, dessen Bedienung sich auch einem Artist innerhalb kürzester Zeit erklären lässt.

Besonders elegant gelingt der Wechsel zwischen den verschiedenen Aufnahme- und Programmiermethoden. Steps lassen sich bei laufender Wiedergabe jederzeit setzen, löschen und bearbeiten, ohne den kreativen Fluss zu unterbrechen. Parameter-Locks werden direkt über die jeweiligen Steps programmiert. Für Automationen hält man REC gedrückt und bewegt während der laufenden Sequenz den gewünschten Regler. Die Bewegungen landen automatisch auf dem Step-Raster und werden mit dem Pattern gespeichert. Kits sichern dagegen Samples und Klangeinstellungen der Voices.

Der Bullfrog sieht yummy aus und will gespielt werden!

Klassisches Sample-Slicing fehlt zwar, dafür gefällt das schnelle Aufnehmen und Setzen der Loop-Punkte auch über die Step-Taster – unkompliziert und direkt auf den Punkt.

Schön wäre es allerdings gewesen, Samples auch während der laufenden Performance aufnehmen zu können. Eine weitere Modulationsspur für den CV/Gate-Track sowie die Ausgabe des Sequenzers über MIDI hätten den Bullfrog Drums zudem als Steuerzentrale für externes Equipment deutlich aufgewertet.

… bei Bedarf aber auch tief

Trotzdem: Die gelungene Abstimmung der Funktionen und die durchdachte Bedienung machen das Gerät erfreulich intuitiv. Gleichzeitig steckt es voller Details, die deutlich über das Einsteigerniveau hinausgehen – darunter folgende Funktionen:

Mit Ratchets lassen sich einzelne Steps bis zu achtmal wiederholen. Einfach den Step gedrückt halten und die Anzahl mit dem Encoder wählen – fertig. Über Shift + Ratchet öffnet sich außerdem der Roll-Modus, in dem sich mehrere Voices gleichzeitig rollen lassen; die Roll-Rate wird wiederum mit dem Encoder bestimmt. Control All ermöglicht dabei gemeinsame Eingriffe wie Filterfahrten. Nach dem Deaktivieren werden diese temporären Parameteränderungen automatisch verworfen.

Für zusätzliche Dynamik sorgen Accents. Im Global-Modus gelten sie für alle Spuren; die zweistufigen Step-Taster unterscheiden dabei zwischen normalen und akzentuierten Triggern. Je nach One- oder Two-Step-Modus werden Steps direkt gelöscht oder zunächst von akzentuiert auf unbetont zurückgesetzt.

Mit Reload lässt sich jederzeit der zuletzt gespeicherte Zustand eines Patterns oder Kits wiederherstellen – ideal für spontane Klangexperimente. Und last but not least: im Mute-Modus können einzelne oder mehrere Drum-Voices über die Step-Taster schnell stumm- und wieder eingeschaltet werden.

Anzeige

Fazit: Erica Synths Bullfrog Drums

Mit dem Bullfrog Drums gelingt Erica Synths der Spagat zwischen Lerninstrument und ernst zu nehmender Performance-Drummachine. Die griffige Hardware, das durchdachte Bedienkonzept und der angenehm direkte Step-Sequencer laden zum spielerischen Entdecken ein, ohne dabei erfahrene Nutzer zu unterfordern. Parameter-Locks, Automationen, Ratchets, Rolls und Wahrscheinlichkeiten sorgen für ausreichend Tiefe, während die dicken Regler und der körnige Sound jede Menge Hands-on-Spaß vermitteln. Auch das integrierte Mikrofon, der Lautsprecher und das hervorragend aufbereitete Lernmaterial passen schlüssig zum Gesamtkonzept.

Für eine vollwertige Produktionszentrale fehlen allerdings klassisches Sample-Slicing, Sampling bei laufendem Sequenzer und auch eine MIDI-Ausgabe der Noten. Die CV/Gate-Spur hätte ebenfalls von zusätzlichen Modulationsmöglichkeiten profitiert, dafür sind die Sync-Optionen wiederum üppig. Als unkomplizierte Ideenschleuder, Live-Instrument und sympathischer Drum-Sampler überzeugt der Bullfrog Drums auf ganzer Linie: schnell verstanden und garantiert nicht nur für Kaulquappen!

Features

Artikelbild
Bullfrog Drums
Für 669,00€ bei
  • Drum-Sampler mit sieben Sample-Voices
  • Acht Parameter pro Voice: Level, Pitch, Decay, Loop Point, Cutoff, Resonance, Drive und Panorama
  • Step-Sequencer mit bis zu 64 Steps (vier Takte)
  • Separate Sequencer-Spur für die CV/Gate-Ausgänge
  • Parameter-Locks und Automation für alle Parameter außer Level
  • Microtiming, Accents, Step-Wahrscheinlichkeiten, Swing, Ratchets und Rolls
  • 64 MB Sample-Speicher
  • Sounds von Richie Hawtin und Erica Synths
  • Bis zu 1.024 Samples adressierbar
  • Speicherplätze für 64 Kits und 64 Patterns
  • Stereo-Line-Ausgang: 2 × 6,3-mm-Klinke
  • Mono-Line-Eingang: 1 × 6,3-mm-Klinke
  • CV- und Gate-Ausgang: 2 × 3,5-mm-Klinke
  • Stereo-Kopfhörerausgang: 1 × 3,5-mm-Klinke
  • MIDI-In und -Out: 5-polige DIN-Buchsen
  • Reset-Eingang sowie Clock-Ein- und -Ausgang: 3 × 3,5-mm-Klinke
  • USB-C-Anschluss
  • Abmessungen (B × T × H): 405 × 185 × 60 mm
  • Gewicht: 2,7 kg
  • Inklusive externem 12-V-DC-Netzteil
  • Straßenpreis am 18. September 2026: 669 €

Hot or Not
?
bullfrog review erica

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • Our Best Prophet 5 Plugins
  • Behringer JT-2 Sound Demo (no talking)
  • What a High-End Keyboard Looked Like in 1991 | Yamaha PSR-6700