Auf Bullfrog Synth folgt Bullfrog Drums: ein geradliniger Drum-Sampler, der mit Richie Hawtin für das Erlernen von Drum-Programmierung, Sampling und Live-Performance entwickelt wurde.

Umfangreich und hübsch aufbereitet präsentiert sich auch das Drumherum des Ochsenfrosch: Von der hochwertigen Einsteiger-Anleitung bis zum weiterführenden Workshop von Jeremy Leaird-Koch ist alles für den ersten Beat dabei!
Der Bullfrog Drums arbeitet dabei mit acht Spuren, wovon sieben für die samplebasierten Drum-Voices sowie eine weitere Spur sogar für externes CV/Gate Sequencing gedacht sind. Die dicken Potikappen und zahlreichen Taster im Keyboard-Stil machen dabei sofort Lust aufs Schrauben!
- sieben Sample-Voices, direkter Zugriff
- lebendige Patterns dank Parameter-Locks
- eigene Samples und externe Klangerzeuger
- Lernkonzept mit ausführlichem Workshop
- Sequenzer muss zur Aufnahme von Samples gestoppt werden
How do I look ?
Great! Erica Synths liefert den Bullfrog Drums in einem eleganten Metallgehäuse mit Holzseitenteilen aus. Das schlicht gefalzte Gehäuse misst 405 × 185 × 60 mm und bringt stattliche 2,7 kg auf die Waage. Oben rechts im Frosch-Logo sitzt das Mikrofon, links der integrierte Lautsprecher in Form eines breitem Froschmauls. Insgesamt macht die in Lettland gefertigte Hardware einen soliden Eindruck.

Grundlegend arbeitet der Bullfrog mit sieben Sample-Voices bzw. Slots, denen er in Form der oberen schwarzen Potis jeweils einen eigenen Lautstärkeregler spendiert. Die LEDs darunter zeigen die Dynamik der jeweiligen Spur an, helfen aber auch als Pegel-Ampel bei der Aufnahme von Samples.
Richtig gut gefallen mir die dicken Potikappen im Sifam-Stil, die sich extrem griffig anfühlen, genügend Platz untereinander bieten und sich auch angenehm geschmeidig drehen lassen. Und sie sollen ja auch bewusst gekurbelt werden: knarzige Artefakte können so herrlich einfach gefiltert und mit nicen Drive anschließend wieder aufgebrutzelt werden. Der Klang ist bewusst lofi, körnig und charmant.
64: MB, Pattern, Kits & Steps
Herzstück ist ein moderner Step-Sequencer, der sich erfreulich direkt und hands-on präsentiert. Sequenzen können bis zu 64 Steps lang werden sowie dabei eingespielt, programmiert und polyrhythmisch zueinander gesetzt werden.
Accents, Rolls, Probabilities & Odds, Microtiming und Ratchets sind allesamt ebenfalls an Bord. Bedient wird über die dicken 16 Step-Taster unten, die vier Bank- bzw. Bar-Taster sitzen rechts oben davon.

Speicher gibt es ebenfalls für 64 Pattern und 64 Kits, beide aufgeteilt in vier Bänke je 16 Speicherplätze. Gesampelt wird ausschließlich in mono mit 16 Bit und 48 kHz, wobei eine Datei höchstens 512 KB groß werden darf. Der maximale Speicher ist indes mit 64 MB beziffert ist und maximal 1024 Samples können ingesamt adressiert werden.
Sieben Sample-Voices für Beats und mehr
Zur Klangformung stehen pro Voice sieben Parameter per Poti bereit: Der Pitch arbeitet über einen Bereich von ± zwei Oktaven, während Decay und Loop/ Point auf einer Skala von 00 bis 99 eingestellt werden.
Der Cutoff-Regler kombiniert ein Tief- und Hochpassfilter: nach links wird das Tiefpass-, nach rechts das Hochpassfilter wirksam; in der Mittelstellung bleibt das Signal ungefiltert. Resonance bringt das Filter zum Schmatzen, der Drive wiederum sorgt für kräftig-dicke Verzerrungen und Panorama verteilt die Mono-Voice im Stereobild.
Achtung, Automation!
Interessant wird das Ganze in Verbindung mit dem unkomplizierten Sequenczer: Alle bunten Sound-Parameter – also abgesehen von Volume – lassen sich nämlich automatisieren oder per Parameter-Lock gezielt für einzelne Steps festlegen. So entstehen schnell lebendige Patterns, die deutlich über die Möglichkeiten vieler einfacher Sampler hinausgehen.

Hinzu kommen die stilechten Transporttaster für Play, Stop und Record sowie die 16 weiß-grau angeordnete Step-Taster im Keyboard-Stil und zahlreiche weitere, beleuchtete Schalter. Die Bedienoberfläche ist absolut klar strukturiert, fasst sich gut an und kommt ohne nervige Verschachtelungen aus: einschalten und direkt losschrauben!
Bestes Material
Neben Drum-Samples finden sich auch weitere Klänge, um Grooves, Basslines und bedingt Melodien zu bauen. Eigene Samples lassen sich vom Rechner übertragen oder über den Line-Eingang aufnehmen; für spontane Aufnahmen steht sogar das integrierte Mikrofon bereit, die Qualität ist erstaunlich gut. Zur Aufnahme muss der Sequenzer allerdings leider immer gestoppt werden.
Ab Werk sind bereits 186 von Techno-Legende Richie Hawtin und Erica Synths zusammengestellte Samples an Bord. Diese sind nach Instrumentengruppen sortiert: Kicks liegen in Ordner A, Snares in B, Toms und Percussion in C, Claps und noisige Percussion in D, weitere Sounds in E, Hi-Hats in F und Cymbals in G.

Mit dem DATA-Push-Encoder scrollt man jederzeit flink durch die Sample-Ornder-Auswahl, wobei jeder Sound beim Anwählen automatisch vorgespielt wird – ein Segen im Studio! Der USB-C ermöglicht Zugriff auf den Massen-Speicher sowie eine umfangreiche MIDI-Steuerung des Bullfrog Drums.
Auch externe Klangerzeuger lassen sich einbinden, dafür bietet das Instrument eine eigene CV/Gate-Sequencer-Spur mit 1 V/Oktave. Mit gehaltener Step-Taste lässt der DATA-Regler nun die Auswahl einer Note zu: der Bullfrog Synthesizer oder ein anderes Modularsystem lässt sich so ohne weiteres tonal ansteuern. Auch Gate-Länge und Slides lassen sich pro Step programmieren. Weitere Modulationen finden sich nicht. Der MIDI-Out liefert indes nur Clock-Signale und Thru.
CV/Gate und MIDI inklusive
Die Audioausgabe erfolgt über einen symmetrischen Stereoausgang auf zweimal großer Klinke (6,35mm TRS); zusätzlich steht ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss bereit. MIDI Clock, analoge Clock I/Os inklusive Reset stehen ebenfalls zur Verfügung. Der Line-In ist mit großer symmetrischer Klinke ausgestattet und Mono.
Zum Lieferumfang gehören neben dem Netzteil außerdem zwei hochwertig gedruckte, kartonartige Hefte. Neben dem ausführlichen Handbuch vermitteln sie weiterführende Grundlagen zu Musiktheorie und Drum-Machine-Programmierung – didaktisch durchdacht und ansprechend aufbereitet. Online findet sich das Ganze auch, sowie jede Menge Hilfe und Videos. Mehr Infos findet ihr auch auf der Bullfrog Sub-Page.
BU: Zum Lieferumfang gehören der Bullfrog Drums, ein universelles 12-V-Netzteil sowie die Bedienungsanleitung und das umfangreiche Workshop-Heft.


























