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Female Rage – 10 Ikonische Songs über die Wut und Empörung von Frauen

Wütende Frauen machen Angst. Sie sind nicht mehr kontrollierbar und wollen nicht mehr gefallen – sie wollen Veränderung. Und das ist gut so! Denn es gab und gibt mehr als genug Gründe, als Frau gegen Ungerechtigkeit, Diskriminierung und das Patriachat an sich aufzustehen, laut zu sein und die Rolle zu verweigern, die einem zugedacht wird. Genau aus diesem Gefühl entsteht immer wieder großartige Musik, die empowert und rebelliert. Zusammengefasst wird diese Haltung oft unter dem Begriff Female Rage. Hier sind meine Vorschläge für die zehn ersten Songs einer Playlist. Fortsetzung ausdrücklich erwünscht.

Shutterstock / ChrisJamesRyanPhotography, Jaime Schultz/Shutterstock

Was bedeutet Female Rage?

Der Begriff Female Rage tauchte in den 1970er- bis 19990er-Jahren in der amerikanischen Literatur auf. Autorinnen beschrieben damit die Wut von Frauen, die aus struktureller Ungerechtigkeit, Unterdrückung und gesellschaftlichen Erwartungen entsteht. Natürlich gab es Female Rage schon lange vor ihrer Benennung, wahrscheinlich schon immer.

Diese Female-Rage-Songs gehören auf die Playlist

Aretha Franklin – Respect

In der ersten Fassung von Respect, die Otis Redding 1965 veröffentlichte, ging es eigentlich um einen Ehekonflikt – Respect stand als Forderung an seine Frau, ihm nach seinem Arbeitstag körperliche Anerkennung zukommen zu lassen. Für Aretha Franklin war der Text zu Respect die Blaupause für etwas Größeres. Durch ein paar kleine Textänderungen wurde 1967 aus dem harmlosen Song DIE Hymne für Bürgerrechte und Gleichberechtigung.

I’m about to give you all of my money
And all I’m askin’ in return, honey
Is to give me my propers when you get home

Aber Aretha singt nicht nur „all I’m asking, is a little respect“, was jetzt eine ganz andere Bedeutung bekommt. Sie buchstabiert das Wort, R-E-S-P-E-C-T, zerlegt es in seine Einzelteile, gibt ihm das maximale Gewicht und schafft ganz nebenbei, mit 24 Jahren, ihren größten Hit.

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Riot Grrrl: Weibliche Wut im Punkrock

In den frühen 1990er-Jahren dreht sich alles um Grunge. Gleichzeitig erblüht die feministische, subkulturelle Riot-Grrl-Bewegung in der amerikanischen Hardcore-Punk-Szene. Musikerinnen reagieren auf die männliche Dominanz in Bands und das Machogehabe auf der Bühne. Der Slogan der Bewegung: Revoltion Girl Style Now! Bands wie L7, Bikini Kill und Hole stehen stellvertretend für diese Bewegung – ebenso wie Babes in Toyland, Sleater-Kinney, Die Braut haut ins Auge oder Parole Trixi.

L7 – Shitlist

When I get mad and I get pissed
I grab my pen and I write out a list
Of all the people that won’t be missed
You’ve made my shitlist

Im April 1992 erscheint Bricks are Heavy, das dritte Studioalbum von L7, produziert von der Band und Butch Vig, der später auch mit Nirvana arbeitet. Shitlist ist der vorletzte Song auf dem Album und benennt die Female Rage direkt, ganz ohne Metaphern. Bei einem Auftritt beim Reading Festival 1992 wurde die Band vom Publikum mit Schlamm beworfen, woraufhin Sängerin Donita Sparks als Antwort einen benutzten Tampon in die Menge warf – eine Geste, die Punkgeschichte schrieb.

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Bikini Kill – Rebel Girl

Rebel Girl erschien 1993 in mehreren Versionen, unnter anderem als Single, produziert von Joan Jett, die auch Gitarre spielte und Backing Vocals sang. Der Song ist eine Liebeserklärung von Frau zu Frau, stellt heterosexuelle Klischees von Popmusik auf den Kopf und gibt einer queeren Perspektive Ausdruck, lange bevor LGBTQIA+ im Mainstream ankamen. Das Rolling Stone Magazine nahm Rebel Girl in die Liste der 500 besten Songs aller Zeiten auf.

Sehr zu empfehlen ist die Autobiografie von Sängerin Kathleen Hanna Rebel Girl: My Life as a Feminist Punk. Wer mehr zu Bikini Kill erfahren will, kann auch bei Wikipedia reinschauen, wo der Geist von Bikini Kill treffend beschrieben ist: „Die Band war mit feministischen Texten und feurigen Auftritten Vorreiterin der Riot-Grrrl-Bewegung. Ihre Musik ist charakteristisch aggressiv und vom Hardcore beeinflusst.“

When she walks, the revolution’s comin’
In her hips, there’s revolution
When she talks, I hear the revolution
In her kiss, I taste the revolution

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Hole – Doll Parts

„I want to be the girl with the most cake“ singt Courtney Love in Doll Parts, der Singleauskopplung aus ihrem Album Live Through This von 1994. Im Refrain entlädt sich ihr Schmerz und ihre Wut: „Someday you will ache like I ache“. Diese Zeile wiederholt sie wieder und wieder und wird so zur Kampfansage. In verschiedenen Artikeln im Netz wird Courtney Love wie folgt zitiert:

„Es ging um einen Jungen, dessen Band gerade die Stadt verlassen hatte, mit dem ich geschlafen hatte und von dem ich gehört hatte, dass er mit zwei anderen Mädchen schlief. Das war meine Art zu sagen: ‚Du bist ein verdammter Idiot, wenn du dich nicht für MICH entscheidest, und hier sind all das Verlangen, die Wut und die Liebe, die ich für dich empfinde … Wie auch immer, ich habe diesen Typen geheiratet.“

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Der Song von Alanis Morissette, der weibliche Wut verkörpert

Mitte der 90er-Jahre erreicht Female Rage auch den Pop. Waren es No Doubt mit Just a Girl, Meredith Brooks mit Bitch, die 4 Non Blondes mit What’s Up oder Madonna mit Human Nature – sie alle drückten ihre weibliche Wut in starken Songs aus. Ganz vorne mit dabei waren auch Alanis Morisette mit ihrem Überhit You Oughta Know und Björk mit Army Of Me.

Alanis Morisette – You Oughta Know

Did you forget about me
Mr. Duplicity?
I hate to bug you in the middle of dinner
But it was a slap in the face
How quickly I was replaced
And are you thinking of me when you fuck her

You Oughta Know war 1995 die erste Single aus dem ersten internationalen Album Jagged Little Pill von Alanis Morisette. Morisette, gerade 21 Jahre alt, verarbeitet den Schmerz ihrer letzten Beziehung mit einem deutlich älteren Mann. You Oughta Know geht sofort durch die Decke und wird zu einem DER Revenge Songs für gebrochene Herzen, auch wenn die Sängerin in einem Interview bei MTV sagte: „Ich habe den Song nicht aus Rache geschrieben, sondern um mich zu befreien.“ So oder so: Kaum ein Song steht so sehr für weibliche Selbstermächtigung.

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Björk – Army Of Me

Army Of Me eröffnet Björks zweites Studioalbum Post von 1995. Nachdem alle Welt Björk für ihr Debut Album Debut feierte, doch Björk selber fand, dass es „ein so höfliches, schüchternes Album“ war, wollte sie mit Army Of Me die Balance wiederherstellen. Army Of Me basiert auf gesampleten Drums von Led Zeppelins When The Levee Breaks und ist eine aggressive Mischung aus Industrial Rock, Trip Hop und Techno. Björk schrieb den Song für ihren Bruder, der zu dieser Zeit sein Leben nicht im Griff hatte. Die Botschaft: Selbstermächtigung beginnt bei sich selbst.

Stand up
You’ve got to manage
I won’t sympathize
Anymore

And if you complain once more
You’ll meet an army of me
And if you complain once more
You’ll meet an army of me

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Tracy Bonham – Mother Mother

Mother Mother, die erste Single aus Tracy Bonhams Debutalbum The Burdens of being Upright (1996) kletterte sofort auf Platz 1 der Billboard Modern Rock Track Charts. Bonham wurde damit zur ersten Solokünstlerin, die das erreicht hat. Der Song spielt mit Gegensätzen: Gemächliche Strophen und Prechorus, musikalische Stopps im Refrain, bis sich in der letzten Zeile des Refrains die Ironie entlädt: Everything’s fine. Nichts ist so, wie es scheint, nichts ist gut, aber alles ist möglich.

I’m hungry
I’m dirty
I’m losin‘ my mind
Everything’s fine

I’m freezing
I’m starving
I’m bleeding to death
Everything’s fine

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Songs für Frauen, die nach Selbstbestimmung streben

Springen wir ins aktuelle Jahrtausend. 2016 veröffentlicht Beyoncé ihr (Revenge) Album Lemonade, das einen einstündigen Konzertfilm mit Videos zu den Songs beinhaltet. Zwischen den Songs zitiert Beyoncé Gedichte der Lyrikerin Warsan Shire. Lemonade ist ein Konzeptalbum und setzt sich mit Rassismus und Feminismus auseinander. Im Song Don’t Hurt Yourself rechnet sie offen mit der Affäre ihres Mannes Jay-Z ab.

Beyoncé – Don’t Hurt Yourself

Hey baby, who the fuck do you think I am?
I smell that fragrance on your Luis V, boy
Just give this fat ass a big kiss, boy
Tonight, I’m fucking up all your shit, boy.

Musikalisch kraftvoll in Szene gesetzt, von Jack Whites Killer Gitarrenriffs bis zu Beyoncés powervoll geschrienen Zeilen. Queen B ist larger than life, wenn sie mit dem Baseballschläger im gelben Designerkleid Autos zerschlägt oder wie hier im Video, in der Tiefgarage ein Ankh Kreuz, was für ewiges Leben, Lebenskraft und Unsterblichkeit steht, um den Hals trägt und abrechnet.

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Neue und aufstrebende Künstlerinnen, die ihre Wut kraftvoll zum Ausdruck bringen

Zum Schluss kommen wir in die 2020er Jahre. In vielen Ländern geraten Errungenschaften der Gleichberechtigung wieder stärker unter Druck und konservative Lebensentwürfe werden sichtbarer. Doch das Selbstbewusstsein von Musikerinnen wächst weiter. Sie lassen sich den Platz am Tisch nicht mehr nehmen, prangern Missstände – sei es in der Musikindustrie oder auf gesellschaftlicher Ebene – an, sind laut, erfolgreich und solidarisch mit anderen Frauen. Stellvertretend für Halsey, boygenius, RAYE, Megan Thee Stallion, Demi Lovato, Olivia Rodrigo und viele andere kommen wir zu Delilah Bon und Paris Paloma.

Delilah Bon – Dead Men Don’t Rape

Delilah Bon ist der Künstlername der britischen Musikerin Lauren Tate, bekannt als Frontfrau der Grungeband Hands Off Gretel. Ursprünglich wollte Bon ihre Solosongs gar nicht veröffentlichen. Sie dienten ihr dazu, die sexuellen Übergriffe und sozialen Ungerechtigkeiten, die sie im Umfeld ihrer Band erlebt hatte, zu verarbeiten und ihrer Wut darüber Raum zu geben. Als ihr jedoch klar wurde, welche Kraft ihre Songs haben und wie sehr sie andere Menschen empowern können, schuf sie ihr Alter Ego Delilah Bon. 2022 veröffentlichte sie die Single Dead Men Don’t Rape als Reaktion auf die Aufhebung des Rechts auf Abtreibung in den USA.

This is my body
My body is mine don’t belong to the government
This is my body
It’s mine to decide what the fuck I can do with it
This is my body
My right to decide is my right to my freedom

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Paris Paloma – Labour

Paris Paloma wurde 2023 mit ihrer Single Labour bekannt. Der Song erreichte innerhalb der ersten Stunde je eine Million Streams auf Spotify und YouTube, und auch auf TikTok ging er viral. Viele junge Frauen verbanden den Song mit ihren eigenen Erfahrungen und posteten Reels, in denen sie – vor dem im Hintergrund laufenden Song – über Sexismus, Diskriminierung und Frauenfeindlichkeit sprachen.

Labour setzt sich von den anderen Songs ab, weil er weder laut ist noch Paris Paloma ihre Message herausschreit. Sie beginnt zart, sehnsuchtsvoll, im Laufe des Songs wird ihre Stimme immer bestimmter, der Text ist von Beginn an straight forward, ganz ohne Spielraum für Missverständnisse.

The capillaries in my eyes are bursting
If our love died, would that be the worst thing?
For somebody I thought was my saviour
You sure make me do a whole lot of labour

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Hot or Not
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