Keeley RK2000 Funk Siren Delay – gelungene Reminiszenz an das Ibanez DM2000?

Das Keeley RK2000 Funk Siren Delay nimmt sich das ikonische Ibanez DM2000 aus den Achtzigerjahren zum Vorbild und kombiniert den Charakter des Originals mit modernen Features. Robert Keeley gehört zu den Pionieren der Boutique-Pedal-Szene. Seinen guten Ruf erarbeitete sich der studierte Elektroingenieur anfangs mit Modifikationen von Standardpedalen von Boss und Ibanez. Mittlerweile entwickelt Keeley Electronics überwiegend eigene Effekte und kann mit einem mehr als respektablen Portfolio aufwarten.

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • erstklassige Verarbeitung
  • gut ausbalancierter Delaysound
  • intuitive Bedienung
  • MIDI-fähig
Contra
  • kein Display für die Delaytime

Keeley RK2000 Funk Siren Delay – Das Wichtigste in Kürze

  • Was kann das RK2000? Das RK2000 ist ein MIDI-fähiges Delaypedal mit Modulationssektion und Hold-Funktion. Es bietet Delayzeiten von 1 bis 1023 ms, Mono- und Stereobetrieb, Ping-Pong, fünf Presets sowie Steuerung per MIDI und Expressionpedal. Klanglich reicht das Spektrum von klassischen Delays bis zu Chorus-, Flanger- und extremen Pitch-Effekten.
  • Wie klingt das RK2000 Delay-Pedal? Dank der 12-Bit-Auflösung klingen die Echowiederholungen weder zu dumpf noch zu klar, sondern tendieren grob eher in Richtung eines Bandechos. Mit der Holdfunktion und einem Expressionpedal lassen sich teilweise experimentelle und chaotische Sounds erzeugen.
  • Wie wird das RK2000 bedient? Obwohl man es hier mit einem digitalen und MIDI-fähigen Pedal zu tun hat, ist die Bedienung intuitiv. Es gibt weder nervige Untermenüs noch unübersichtliche Mehrfachbelegungen, sodass man eigentlich sofort loslegen kann. Sämtliche wichtigen Parameter lassen sich direkt über die Regler und Taster auf der Oberseite einstellen.
  • Was sagt der Test? Die Bandbreite des Keeley RK2000 Funk Siren Delay reicht vom klassischen Echo bis zu abgedrehten und experimentellen Pitch- und Sirenensounds. Die Eigenschaften des Originals zusammen mit diversen aktuellen Features ergeben ein vielseitiges, charakterstarkes und experimentierfreudiges Delay-Pedal. Allerdings fehlt ein Display zum Einstellen der Delay-Zeit. 

Das Vorbild des RK2000 ist das Ibanez DM2000 aus den Achtzigerjahren

Das RK2000 wurde in Anlehnung an das Ibanez DM2000, ein digitales Rack-Delay aus dem Jahr 1983, konstruiert. Bekannt wurde der Effekt vor allem durch den Gitarristen Trey Anastasio, der mit der Hold- und Modulationsfunktion des Originals ungewöhnliche und teilweise völlig abgedrehte Soundskulpturen erzeugte. Während der Beta-Phase stand sein Guitar-Tech Justin Stabler dem Keeley-Team beratend zur Seite. Das Ergebnis kombiniert den eigenwilligen Charakter des Originals mit modernen Features wie Stereo-Betrieb, Tap-Tempo, Presets, MIDI und Expression-Pedal-Unterstützung.

Konzept und Besonderheiten des Keeley RK2000

Das Keeley RK2000 arbeitet mit einer digitalen 12-Bit-Delay-Schaltung und bietet Verzögerungszeiten zwischen 1 und 1023 Millisekunden. Das Pedal ist aber nicht einfach nur ein „normales“ Digitaldelay mit zusätzlicher Modulationssektion. Neben klassischen Echos, Chorus- und Flanger-Sounds sowie experimentellen Pitch- und Ping-Pong-Delays lassen sich mit dem Pedal auch abgedrehte Sounds realisieren. So friert die Hold-Funktion den Inhalt des Delay-Speichers ein, der anschließend mit Depth und Rate bzw. einem Expressionpedal bearbeitet werden kann. Am Pedal selbst lassen sich fünf Presets abspeichern und abrufen, während über MIDI bis zu 127 Speicherplätze zur Verfügung stehen. 

Die Bedieneinheiten des Keeley RK2000: Die Regler

Das RK2000 bietet vergleichsweise viele Regler und Schalter, wobei man auf Untermenüs verzichtet hat. Man sieht also anhand der Reglerposition sofort, was Stand der Dinge ist. 

Erster im Bunde ist der Input-Regler, der den Pegel am Eingang der Delay-Schaltung bestimmt. In der 12-Uhr-Position verhält sich die Eingangsstufe weitestgehend neutral, während höhere Einstellungen für zunehmende Sättigung und Kompression sorgen. Blend regelt die Lautstärke des Effektsignals und FDBK die Anzahl der Wiederholungen. 

Mit dem Filter-Poti lässt sich der Frequenzgang der Echos verändern. In der Mittelstellung arbeitet es neutral, links davon werden die Bässe und rechts davon die Höhen reduziert. Depth und Rate sind für die Modulationsabteilung zuständig. Während Depth die Intensität der Tonhöhenveränderung bestimmt, regelt Rate deren Geschwindigkeit. 

Das Spektrum reicht von klassischen Chorus- und Flanger-Sounds bis hin zu extremen Pitch-Effekten, die an das Abbremsen einer Tonbandmaschine erinnern. Letzter im Bunde ist der Time-Regler, der Verzögerungszeiten zwischen 1 und 1023 Millisekunden ermöglicht. Bei Verwendung der Tap-Tempo-Funktion dient er außerdem zur Auswahl der rhythmischen Unterteilungen.

Die Schalter und Taster

Unterhalb der Regler befinden sich drei beleuchtete Taster. Mit dem Ø/Sub-Taster lässt sich je nach Betriebsart die Phase des Feedback-Signals umschalten oder eine der angebotenen Notenunterteilungen anwählen. Mit dem Mod-Taster wird die Modulationssektion aktiviert, während der Preset-Taster zwischen den fünf direkt im Pedal gespeicherten Einstellungen schaltet. 

Weiter hinten sitzen die beiden Soft-Touch-Fußschalter. Der linke Taster schaltet den Effekt ein und aus und übernimmt gleichzeitig die Tap-Tempo-Funktion. Mit dem rechten Hold/Clear-Taster wird der aktuelle Inhalt des Delay-Speichers festgehalten und als Endlosschleife wiedergegeben. 

Fotostrecke: 3 Bilder Das Keeley RK2000 Funk Siren Delay nimmt sich das Ibanez DM2000 aus den Achtzigerjahren zum Vorbild.

Die Anschlüsse des Keeley RK2000

An der Stirnseite befinden sich sämtliche Anschlüsse des RK2000 Funk Siren Delay. Für den Stereobetrieb stehen zwei unterschiedliche Modi zur Verfügung. Im Parallel-Stereo-Modus wird das Delay auf beiden Kanälen identisch ausgegeben, was klanglich praktisch einem Monosignal entspricht. Im Ping-Pong-Modus springen die Wiederholungen dann zwischen dem linken und rechten Kanal hin und her. Dementsprechend gibt es jeweils zwei Klinken-Ein- und Ausgänge. Die mit einem kleinen roten Punkt markierten linken Buchsen sind für den Monobetrieb gedacht.

Über die Remote-Buchse lassen sich Hold- und Mod-Funktionen fernsteuern. Ebenfalls dort befinden sich der kombinierte Expression-/MIDI-Anschluss sowie die Buchse für ein optionales 9- bis 18-Volt-Netzteil. Das Pedal benötigt ein 9 bis 18-V-DC-Netzteil mit mindestens 150 mA.


Wie klingt das RK2000 Funk Siren Delay?

Beim RK2000 handelt es sich um ein 12-Bit-Digitaldelay, das sich am Ibanez DM2000 aus den frühen Achtzigerjahren orientiert. Im Vergleich zu modernen 16- oder 24-Bit-Delays klingen die Echos hier etwas rauer und weniger glatt, was mir sehr gut gefällt. 

Mit dem Filter-Regler lässt sich der Klang der Echo-Wiederholungen zusätzlich geschmackvoll verbiegen. Während in der 12-Uhr-Position alles beim Alten bleibt, werden beim Drehen nach links die Bässe ausgedünnt und in der Gegenrichtung die Höhen aus dem Signal gefiltert. Zusätzlich kann der Input-Regler die Eingangsstufe in die Sättigung fahren, wobei oberhalb der 12-Uhr-Position zunehmend Kompression und Verzerrung ins Spiel kommen. 

Um dem Ganzen noch mehr Tiefe zu verleihen, hat Keeley dem RK2000 eine umfassende Modulationseinheit spendiert. Und hier bleibt dann auch kein Auge trocken. Von dezenten, Chorus-artigen Schwebungen bis hin zum vollkommenen Klangchaos ist alles möglich. 

Das RK2000 Funk Siren Delay in Soundbeispielen

Mein Test-Setup sieht folgendermaßen aus: Mit meiner alten 77er Fender Stratocaster geht es direkt in den Marshall JMP 100. Beim verzerrten Audiobeispiel kommt zusätzlich der Baldringer Dual Drive zum Einsatz. Vom Marshall geht es weiter in die Suhr Reactive Load und von dort in das RK2000 Funk Siren Delay und anschließend in das Universal Audio Interface.

Die Verzögerungszeiten des RK2000

Die Verzögerungszeit lässt sich von einer Millisekunde bis hin zu 1023 ms stufenlos einstellen. Einziger Minuspunkt ist hier das fehlende Display, das zumindest über die eingestellte Verzögerungszeit in Millisekunden Auskunft geben könnte. Im folgenden Beispiel sind sechs unterschiedliche Einstellungen zu hören, angefangen bei der 8-Uhr-Position über 10, 12, 14 und 16 Uhr bis hin zur Maximalstellung. Alle anderen Regler des Pedals befinden sich in der 12-Uhr-Position.

Audio Samples
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Time 8 Uhr, 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr und Max, Mod Off, alle anderen Regler 12 Uhr

Die Modulationseinheit des RK2000

Zu den ersten und bekanntesten Delaypedalen mit integrierter Modulation gehörte Ende der Siebzigerjahre der Electro-Harmonix Deluxe Memory Man. Eine ähnliche, aber sehr viel flexiblere Modulationseinheit bietet auch der RK2000. 

Hier zwei Beispiele mit einer vergleichsweise moderaten Einstellung, bei der der Rateregler auf 15 Uhr und Depth bei 9 Uhr stehen. Das Ergebnis ist ein sehr geschmeidiger Echoeffekt, der sich fast universell anwenden lässt.  

Audio Samples
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Time 12 Uhr, Mod On, Rate 15 Uhr, Depth 9 Uhr 

Das RK2000 als Ping-Pong-Spezialist

Möchte man das RK2000 in den Ping-Pong-Modus versetzen, muss das Pedal zunächst vom Strom getrennt und beim erneuten Einschalten der linke Ø/Sub-Taster gedrückt gehalten werden. Dadurch wird der Sound unglaublich breit, wobei die Modulation dem Ganzen eine enorme räumliche Tiefe verleiht. 

Audio Samples
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Ping-Pong-Einstellung,  Time 12 Uhr, Mod On, Rate 15 Uhr, Depth 9 Uhr

Hier eine ähnliche Brot-und-Buttereinstellung, die noch nicht zu abgefahren klingt. Dieses Mal habe ich die Rate bzw. die Geschwindigkeit der Modulation wesentlich langsamer eingestellt und dafür die Tiefe etwas erhöht. Das erste Soundbeispiel ist im Parallel-Stereo-Modus, also Mono, und das zweite im Ping-Pong-Modus. 

Audio Samples
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Mod On, Time 12 Uhr, Rate 8 Uhr, Depth 12 Uhr Ping Pong, Mod On, Time 12 Uhr, Rate 8 Uhr, Depth 12 Uhr

Man kann den Sound mit der Modulationseinheit aber auch vollkommen ad absurdum führen. Im Folgenden habe ich Rate auf 12 Uhr gestellt und den Depth-Regler allmählich immer weiter aufgedreht. Was anfangs noch gut klingt, wird irgendwann zur klanglichen Schiffschaukel.

Audio Samples
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Ping-Pong, Mod On, Time 12 Uhr, Rate 12 Uhr und Depth 8 Uhr, 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr

Ich finde die Filterfunktion sehr gut gelungen. Im Grunde klingen alle Einstellungen brauchbar, wobei der Sweetspot für meinen Geschmack zwischen 11 Uhr und 14 Uhr liegt. 

Audio Samples
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Mod Off, Ping-Pong, Time 12 Uhr und Filter 8 Uhr, 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr

Mit Hold/Clear zur Endlosschleife

Beim Betätigen des rechten Hold/Clear-Fußschalters wird der aktuelle Inhalt des Delay-Speichers eingefroren und anschließend in einer Endlosschleife wiedergegeben. Anders als bei einem klassischen Looper startet hier also keine neue Aufnahme. Stattdessen greift die Hold-Funktion auf das Material zurück, das sich in diesem Moment bereits im Delay-Puffer befindet. Anschließend kann man das Klangmaterial mit Time-, Rate- und Depth-Regler verbiegen. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang die EXP/MIDI-Buchse, über die sich verschiedene Parameter per Expression-Pedal steuern lassen. 

Audio Samples
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Hold Funktion – Blend 16 Uhr, Feedb 14 Uhr, Time 15 Uhr

Fazit 

Das Keeley RK2000 Funk Siren Delay ist ein eigenständiges Delaypedal, das den rauen Charakter eines 12-Bit-Delays mit einer sehr flexiblen Modulationssektion verbindet. Sein Spektrum reicht von klassischen, angenehm schwebenden Echos bis hin zu vollkommen abgedrehten Pitch- und Sirenensounds, wobei der Ping-Pong-Betrieb ein breites und tiefes Klangbild erzeugt. Die Hold-Funktion, Presets, MIDI und die Möglichkeit, verschiedene Parameter per Expression-Pedal zu steuern, erweitern die klanglichen Möglichkeiten zusätzlich. Was mir fehlt, ist ganz klar ein Display, um die Delayzeit genau einzustellen. Wer ein vielseitiges Delay mit eigenständigem Charakter und Hang zum Experimentellen sucht, sollte sich das RK2000 näher anschauen.

Artikelbild
RK2000 Funk Siren Delay
Für 389,00€ bei
  • Hersteller: Keeley Electronics
  • Typ: digitales Stereo-Delay mit Hold- und Modulationsfunktion
  • Vorbild: Ibanez DM2000 Rack-Delay
  • Herkunft: USA
  • Signalverarbeitung: 12 Bit
  • Delayzeit: 1 bis 1023 ms
  • Regler: Input, Blend, FDBK, Filter, Depth, Rate, Time
  • Taster: Ø/Sub, Mod, Preset
  • Fußschalter: Delay/Bypass/Tap, Hold/Clear
  • Presets: 5 am Gerät, 127 über MIDI
  • Tap-Tempo: ja
  • Filter: Hochpass und Tiefpass
  • Modulation: regelbare Modulationstiefe und -geschwindigkeit
  • Stereo-Modi: Normal und Ping-Pong
  • Bypass: True Bypass oder Buffered Bypass
  • Anschlüsse: 2 × Input, 2 × Output, Remote, EXP/MIDI, Netzteilbuchse
  • Stromversorgung: 9 bis 18 V DC, 150 mA (Netzteil optional)
  • Batteriebetrieb: nein
  • Abmessungen (L × B × H): 130 × 100 × 69 mm
  • Gewicht: 500 g
  • Ladenpreis: 389,00 Euro (Oktober 2026)

Herstellerwebsite: https://robertkeeley.com/product/rk2000-funk-siren-delay/

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