Korg Nu:Tekt NTS-4 Mixer Test

Kleine Synthesizer liegen im Trend, kompakte Mixer ebenfalls. Zwischen Luxus wie dem Teenage Engineering TX-6 und günstigen Modellen im Lego-Look fällt auch Korg immer wieder mit cleveren Musik-Gadgets auf. Was kann der Korg Nu:Tekt NTS-4 Mixer ?

Zunächst mal setzt Korg auf ein lötfreies DIY-Konzept und lässt einem das Teil einfach selbst aus mitgelieferten Bauteilen zusammenstecken: zur finalen Ausstattung gehören sechs Kanäle, ein Send-Weg für externe Signalbearbeitung sowie umfangreiche, integrierte Effekte.

Zusätzlich ist ein USB-Interface verbaut, sodass sich der kompakte Mixer mit Rechner oder iPhone auch unkompliziert zum Unterwegs-Streamen verbinden lässt!

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • gute Reverb- und Delay-Effekte, externer Send/Return
  • umfangreiche Ausstattung zum günstigen Preis
  • sieben Eingänge, zwei Stereo-Ausgänge
  • Streaming-fähig
Contra
  • Cue- und Mute-Taster nicht beleuchtet

Die Highlights des Korg NTS-4:

  • Dicke Anschlüsse: Zwei Mono- und vier Stereo-Eingänge, USB-Stereo-In, interne Effekte, analoger Send/Return und separater Cue-Bus
  • Für welche Setups eignet er sich? Für kompakte Synthesizer-, Drum-Machine-, Live- und Streaming-Setups
  • Was macht ihn besonders flexibel? Die Mono-Kanäle lassen sich auf Eurorack-Pegel umschalten, während jeder Kanal über Send, Mute und Cue verfügt.
  • Kann der NTS-4 auch mit dem Computer arbeiten? Ja, über USB lassen sich Audiosignale wiedergeben und die Stereosumme aufnehmen.
  • Muss man ihn selbst löten? Nein, der Bausatz wird lediglich zusammengesteckt und verschraubt.

NTS-4 Mixer: 2x Mono & 4x Stereo rein

Der Korg “Nu:Tekt Synthesizer” NTS-4 Mixer ist ein kompakter Line-Mixer zum Selber-bauen. Platine, Gehäuseteile und zahlreiche Kunststoffelemente zum Herausbrechen liegen dem Bausatz bei. Etwas Fummelei, ein paar Steckverbinder und vier Schrauben später ist das Gerät auch schon einsatzbereit.

Mit 195 × 125 × 38 mm fällt der Mixer angenehm kompakt aus, bringt mit 613 g aber durchaus etwas Metall auf die Waage. Zur Verfügung stehen zwei Mono- und vier Stereo-Eingänge, ein USB-Eingang sowie zwei Ausgangsbusse.

Ausgangsseitig gibt es einen unsymmetrischen Stereo-Main-Out auf zwei 6,3-mm-Klinken sowie einen Kopfhörerausgang auf 3,5-mm-Miniklinke. Beide lassen sich separat im Pegel regeln und unabhängig voneinander adressieren. Die Mono-Kanäle verfügen zusätzlich über einen Panoramaregler.

Dual-Out, zwei Busse

Für Effekte steht ein übergreifender Send/Return-Weg bereit. Jeder der sechs Kanäle besitzt dazu einen Stereo-Send-Regler, der das Signal zur internen Effektsektion als auch zum externen Send schickt. Hinzu kommt ein Cue-Bus und eine Mute-Taste pro Kanal. Alle Eingänge wie auch die Send/Returns sind mit Miniklinke ausgestattet.

 Da die Cue- und Mute-Taster leider unbeleuchtet bleiben, ist ihr Status nur schwer zu erkennen.

Jeder Kanal lässt sich separat vorhören und stummschalten. Dadurch entstehen zwei unabhängig beschickbare Stereosummen: eine für den Main-Out und eine für den Kopfhörerausgang. Denn, die Mute-Taster wirken ausschließlich auf den Main-Out, während weder Mute noch der jeweilige Kanalpegel den Cue-Bus beeinflussen.

Anders betrachtet fungieren Mute und Cue damit als Routing-Taster für zwei separate Stereo-Busse. Der Kopfhörerausgang lässt sich so bei Bedarf als zusätzlicher Effekt-Send zweckentfremden.

USB ist ebenfalls integriert, aber sehr einfach gehalten. Ein eigener Regler bestimmt den Pegel des USB-Playbacks auf den Main-Out, sozusagen Stereo 5 – während sich die Stereosumme gleichzeitig auch über USB aufnehmen lässt. Der USB lässt sich aber nicht über USB aufnehmen, womit sich die Effekte auch nicht mit den USB-Playback nutzen lassen.


Double FX: Send FX und Total FX

Zur Klangbearbeitung stehen zwei üppige Effektsektionen bereit. Besonders Send FX bietet jede Menge Sound und arbeitet auch praktischerweise parallel: Zur Wahl stehen Delay, Ping-Pong-Delay, vier Reverbs sowie ein Chorus. Über die individuellen Send-Regler lässt sich der Effektanteil für jeden der sechs Kanäle separat bestimmen. Derselbe Bus speist zudem den externen Send; das dort bearbeitete Stereosignal gelangt über den Stereo-Return zurück in den Mixer.

Screenshot

Total FX liegt hingegen auf der finalen Stereosumme und bearbeitet den kompletten Mix – mit Ausnahme des USB-Playbacks. Zur Auswahl stehen Hoch- und Tiefpassfilter, Isolator, Flanger, Phaser, Decimator, Drive, Distortion, Kompressor und Limiter. Erfasst werden dabei auch die internen Send-Effekte und der externe Return.

Bedient werden die Effekte recht komfortabel über das kleine Display und zwei Edit-Regler. Shift + Edit 1 wechselt den Algorithmus, Shift + Edit 2 bestimmt die Effektintensität beziehungsweise den Return-Pegel des internen Effekts. Ohne Shift steuern die beiden Regler jeweils zwei Parameter des gewählten Algorithmus, beispielsweise Time und Feedback.

Audio Samples
0:00
Send FX auf Vocals Total FX auf Drums

Die Effekte klingen überraschend gut und dicht. Parameteränderungen erzeugen bewusst musikalische Artefakte, sodass man live ordentlich zwirbeln kann, ohne sich hässliche Knackser einzufangen. Lediglich der Compressor und Limiter waren etwas schwach.

Ein direkter Vergleich steht noch aus, doch Preis/Leistung sprechen bereits jetzt schon für Korg …

Kurz gesagt: Die Klangqualität überrascht positiv – besonders angesichts des Preises, für den es andernorts mitunter nur einen einzelnen Bodentreter gibt. Hier bekommt man zusätzlich einen üppig ausgestatteten Stereo-Mixer samt USB-Interface. Für Playbacks reicht dessen Qualität allemal, ebenso für spontane Jam-Aufnahmen oder direkte Streams mit dem iPhone.

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FAZIT: Korg Nu:Tekt NTS-4 Mixer Test

Der Korg Nu:Tekt NTS-4 ist ein kompakter und erfreulich vielseitiger Line-Mixer, der sich ohne Löten zusammenbauen lässt. Sechs Kanäle, zwei unabhängig beschickbare Ausgangsbusse, ein Send/Return und das einfache USB-Audiointerface bieten für den Preis erstaunlich viele Möglichkeiten. Besonders die internen Send-Effekte überzeugen: Vier Reverbs und zwei Delays klingen dicht und musikalisch und laden mit ihren gewollten Artefakten zum Schrauben ein. Die Total-FX fallen dagegen etwas ab; Kompressor und Limiter wirken eher schwach.

Weniger erfreulich sind die schwergängigen Potis und die unbeleuchteten Cue- und Mute-Taster. Die fehlende Batterieversorgung ist angesichts der Streaming- und Stromversorgungsmöglichkeit per iPhone verschmerzbar. Ein Mikrofon- oder Headset-Eingang hätte dem mobilen Einsatz dennoch gutgestanden.

Unterm Strich ist das Gesamtpaket für den Preis ziemlich stark: Der NTS-4 lässt sich seriös bedienen, kostet wenig und kombiniert auf kleinstem Raum einen analogen Mixer mit guten Effekten und simplen USB-Interface. Für kleine Setups, Jams und Streams ist das Ding deshalb ziemlich geil – und vor allem auch nicht zu fummelig!

Features

  • Kompakter, lötfreier DIY-Mixer für kleine Synthesizer- und Drum-Machine-Setups
  • 2 Mono- und 4 Stereo-Kanäle, Mono-Eingänge auf Eurorack-Pegel umschaltbar
  • Zwei unabhängig nutzbare Ausgangsbusse dank Mute und Cue pro Kanal
  • Umfangreiche Send- und Master-Effekte, besonders gute Delays und Reverbs
  • Stereo-Send/Return für externe Effekte
  • USB-Audio/MIDI-Interface mit 24 Bit
  • Stereo-Main-Out: 2 × 6,3-mm-Klinke
  • Kopfhörer, MIDI-Out und Send/Return auf 3,5-mm-Miniklinke
  • Stromversorgung über USB-C oder optionales 9-V-Netzteil
  • Maße: 195 × 125 × 38 mm, Gewicht: 613 g
  • Hergestellt in: VIETNAM
  • PREIS: 219 € am 18.9.26
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