Novation FL key 2 ist da! Mit dem FLkey 2 49 schickt Novation die zweite Generation seines speziell für FL Studio entwickelten MIDI-Keyboards ins Rennen. Äußerlich bleibt der Controller seinem Vorgänger weitgehend treu, unter der Haube hat Novation jedoch an zahlreichen Details gefeilt und den Workflow spürbar verbessert.
Novation FLkey 2 – Der beste Keyboard Controller für Fruity Loops?
Novation ersetzt die bisherigen Potis gegen Endlosdrehregler und spendiert dem FLkey 2 zudem ein OLED-Display, überarbeitete Pads sowie zusätzliche Performance- und Workflow-Funktionen. Darüber hinaus erweitert der Hersteller die DAW-Kompatibilität durch Mackie-HUI-Support und integriert neue kreative Werkzeuge wie Split-Zonen und einen verbesserten Arpeggiator.
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
Sehr tiefe FL-Studio-Integration
Endlos-Encoder verhindern Parameter-Pick-up
Navigationstasten für Plugin-Parameterseiten
OLED-Display verbessert die Übersicht
Pads mit Poly-Aftertouch
Split- und Layer-Funktionen
Verbesserter Arpeggiator
Mackie-HUI-Unterstützung
Vorgefertigter Custom Mode für NI KOMPLETE KONTROL
intuitive Step Sequencer und Channel Rack Fernsteuerung
Custom Mode für NI KOMPLETE KONTROL
Split-Zonen und Layer-Funktion
Pads mit polyphonem Aftertouch
DETAILS
Was ist das Novation FLkey 2?
Das FLkey 2 richtet sich vollständig an FL-Studio-Anwender und integriert sich tief in den Workflow der DAW. Dank des Skripts lassen sich viele typische Fruity Loops Features direkt von der Hardware aus bedienen.
Die Bedienoberfläche des FLkey 2 ist genau auf FL Studio zugeschnitten.
Besonders FL Studios Herzstück, aka das Channel Rack inklusive Step Sequencer, lässt sich präzise und komfortabel bedienen. Schauen wir uns die Neuerungen des FLkey 2 im Detail an.
Endlos-Encoder statt klassischer Potis
Während das erste FLkey auf klassische Potis mit festen Anfangs- und Endposition setzte, verwendet das FLkey 2 nun endlich Endlosdrehregler. Dadurch müsst ihr Parameterwerte nicht mehr mehr via „pick up“ abholen, sodass die beim Wechsel zwischen Mixer Tracks und Plugins keine Parametersprünge mehr entstehen.
Eine der praktischsten Neuerungen: Endlosdrehregler, statt Potis.
OLED-Display sorgt für mehr Übersicht
Das Vorgängermodell von FLkey 2 verfügte über ein kleines LCD mit 16×2-Character. Beim FLkey 2 kommt nun ein modernes OLED-Display zum Einsatz, das deutlich mehr Informationen darstellt.
Parameternamen, Werte, Akkorde oder Arpeggiator-Einstellungen werden so direkt am Controller angezeigt, wodurch auch die Bedienung einfacher wird.
OLED statt LCD!
Besonders bei der Plugin-Steuerung reduziert das Display die Blickwechsel zwischen Keyboard und Computerbildschirm und sorgt so für einen effizienteren Workflow. Parameterwerte wie „Cutoff = 67 %“ könnt ihr ab jetzt direkt vom Controller ablesen.
Verbesserte Pads mit Poly-Aftertouch
Die 16-RGB-Pads verfügen jetzt außerdem über polyphonen Aftertouch und erweitern die Ausdrucksmöglichkeiten im Vergleich zum Vorgänger damit deutlich.
Neu dabei: Pads mit Poly-Aftertouch!
Gerade für Fingerdrumming oder expressiveres Spielen von Streichern, Brass und Co. bietet sich der FLkey 2 damit sehr gut an. Die Pads sind wie von Novation gewohnt recht kompakt, spielen sich aber wirklich gut. Mit den 16 Pads lässt sich der Step Sequncer, der standardmäßig ebenfalls 16 Steps (oder ein Vielfaches davon) arbeitet, viel angenehmer programmieren. Im Vergleich zu Controllern mit weniger Pads, wie das Arturia KeyLab mk3 mit nur 12, bietet das FLkey 2 hier deutlich mehr Übersicht.
Klaviatur mit Halbgewichtung ab 49 Tasten
Die FLkey-2-Serie gibt es mit 25, 37, 49 oder 61 Tasten. Die Modelle unterscheiden sich aber nicht nur in ihrer Größe, sondern auch im Funktionsumfang der Bedienoberfläche und der Art der Tastatur.
Fullsize-Tasten mit Halbgewichtung gibt es nur für FLkey 2 49 und 61!
Während die Modelle mit 25 und 37 Tasten auf Synth-Action-Tastaturen setzen, verfügen die 49er- und 61er-Versionen über ein überarbeitetes Keybed mit Halbgewichtung. Einen spürbaren Unterschied zum Vorgänger habe ich im Test allerdings nicht festgestellt.
Zum Lieferumfang gehört der Controller, ein USB-C auf USB-A-Kabel und Sicherheitsanweisungen – kein Manual und kein Quicktstart Guide.
Anders als die Pads verzichtet die Tastatur weiterhin auf Aftertouch bzw. Poly-Aftertouch. Insgesamt hinterlässt die Tastatur aber einen guten Eindruck, auch wenn sie sich deutlich härter als die meines NI KOMPLETE KONTROL S49 MK3 spielt.
Gut ist, dass das FLkey 2 nun auf den aktuellen USB-C-Standard setzt. Fraglich bleibt für mich nur, warum statt einem USB-C auf USB-C Kabel ein USB-C auf USB-A Kabel im Lieferumfang beiliegt.
Überschaubare Rückseite: 5-Pol MIDI Out, Sustainpedal-Anschluss, Kensington-Slot und USB-C-Anschluss zur Stromversorgung und Verbindung mit dem Rechner.
Für so ziemlich jeden modernen Rechner müsst ihr also entweder zu einem anderen Kabel greifen oder einen USB-Hub verwenden.
PRAXIS
Anschließen und loslegen
Für den Controller selbst sind weder Installation noch eine Einrichtung erforderlich. Nach einem Update der DAW auf FL Studio 2025 Version 25.2.5 sollte das FLkey 2 direkt einsatzbereit sein. Ist das nicht der Fall, muss ihr dem Controller in den MIDI-Settings nur das Skript und entsprechende MIDI-Ports zuweisen.
Custom Modes und Firmware Updates mit Novation Components
Nach dem Anschluss des FLkey 2 per USB erscheint das Keyboard praktischerweise als Wechseldatenträger am Rechner und enthält einen Link zu Novation Components. Dort lassen sich Firmware-Updates und Custom Modes, etwa für NKS, bequem auf das Keyboard übertragen. Alternativ steht Novation Components auch als Desktop-App zur Verfügung.
Außerdem können eigene Custom Modes erstellt werden, um Encoder, Fader und Pads frei mit MIDI-Befehlen zu belegen.
Bedienung von Stock-Instrumenten und Effekten sowie Drittanbieter-Plugins
Die Bedienung des Controllers ist denkbar einfach. Über die Pads könnt ihr nämlich nicht nur Noten und Chords spielen bzw. den Step Sequencer programmieren, sondern auch Modi aufrufen, mit denen ihr bestimmt, was genau mit den Encodern und Pads gesteuert wird.
Im Plugin-Modus könnt ihr direkt über die Encoder sowohl Instrumente als auch Effekt-Plugins von FL Studio bedienen. Die Voraussetzung dafür ist, dass das jeweilige Plugin als aktives Fenster geöffnet ist. Für native FL-Studio-Plugins (Instrumente und Effekte) stehen fertige Parameterzuweisungen zur Verfügung. Die Zuweisungen der FL-Plugins ist gut gelöst – hier kommt man schnell ans Ziel. Auch das Durchsteppen von Presets funktioniert dank der dedizierten Buttons einwandfrei.
Instrumente und Effekte von FL Studio lassen sich direkt bedienen.
Drittanbieter-Plugins unterstützt FLkey 2 dagegen nicht automatisch. Hier könnt ihr entweder eigene Zuweisungen über die Custom Modes und FL Studios MIDI-Mapping-Funktion „Link to Controller“ vornehmen oder auf Community-Skripte zurückgreifen, die automatische Mappings für viele beliebte Plugins nachrüsten. Diese Skripte werden allerdings von Usern erstellt und nicht offiziell von Novation unterstützt.
Native Instruments NKS-Support
Da Native Instruments den NKS-Standard mittlerweile auch für Dritthersteller bereitstellt, könnt ihr mit dem FLkey 2 sogar Instrumente im VST-Wrapper KOMPLETE KONTROL über den Controller fernsteuern.
Dazu werden die entsprechenden Custom Modes über Novation Components installiert. Danach lassen sich NKS-kompatible Instrumente direkt über die Encoder und Buttons des FLkey 2 steuern, sobald der Custom Mode am Controller ausgewählt wird.
Mit dem vorgefertigten Custom Mode „KOMPLETE KONTROL“ lässt sich die NI Software fernsteuern.
Im Vergleich zu einem NI KOMPLETE KONTROL Keyboard fällt das Display des FLkey 2 deutlich kleiner aus. Dadurch ist die Übersicht etwas eingeschränkt und man blickt häufiger zum Computerbildschirm, um die Encoder-Zuweisungen nachzuvollziehen. Die Steuerung selbst funktioniert aber zuverlässig!
Im Test zeigt sich schnell, dass das FLkey 2 – wie schon sein Vorgänger – der wohl am besten auf FL Studio zugeschnittene Controller am Markt ist. Die Integration wirkt durchdacht und orientiert sich konsequent an den Arbeitsabläufen der DAW. Bei nahezu jedem Handgriff merkt man, dass das Keyboard speziell für FL Studio entwickelt wurde und kein universeller Controller für möglichst viele DAWs sein möchte!
Besonders bei der Bedienung des Channel Racks inkl. Step Sequencer und der Bedienung von FL Plugins spielt das FLkey 2 seine Stärken aus!
Geniales Patternprogramming und komfortable Channel Rack Bedienung
as Programmieren von Patterns geht schnell von der Hand und sorgt beim Beatbauen für einen angenehm fokussierten Workflow. Neue Patterns erstellen, duplizieren und bearbeiten klappt ohne Umwege. Praktisch ist zudem die neue Pattern/Song-Taste, mit der sich direkt zwischen Pattern- und Song-Modus wechseln lässt.
Der Step Sequencer und die Channel Rack Bedienung sind mit die größten Stärken des Controllers!
Auch das Channel Rack inklusive Parametern wie Velocity, Pitch, Release, Pan, Fine Tune, X/Y oder Note Repeat lässt sich intuitiv am Controller bedienen. So entstehen lebendige Grooves und Variationen, ohne ständig zur Maus greifen zu müssen – genau so, wie es beim Beatmaking sein sollte.
Endlich Endlosdrehregler!
Die neuen Endlosdrehregler zählen zu den größten Verbesserungen des FLkey 2. Parametersprünge und unnötiges Parameter-Pick-up des Vorgängers gehören damit der Vergangenheit an. Bei den Fadern hätte ich einen Motorfader statt neun nicht motorisierter Fader besser gefunden.
Wie beim Vorgänger steuern die Encoder Plugins, Mixer, Channel Rack, Inserts und Transportfunktionen. Neu sind die Pfeiltasten, mit denen sich zusätzliche Parameterseiten schnell aufrufen lassen. Das macht die Bedienung spürbar flexibler.
Split-Zonen und Layer-Funktion
Neu sind außerdem Split-Zonen und Layer-Funktion. Das FLkey 2 kann die Tastatur in zwei unabhängige Zonen, hier „Parts“ genannt, aufteilen und auf unterschiedliche MIDI-Kanäle routen. So lässt sich etwa links ein Bass und rechts ein Piano spielen, was den Controller deutlich flexibler und auch für Live-Performances interessanter macht.
Zusätzlich können zwei Instrumente als Layer übereinandergelegt werden, etwa Piano und Pad. Für beide Funktionen gibt es eigene Buttons, wodurch Split und Layer spontan abrufbar sind – sehr gut!
Erweiterter Arpeggiator
Der Arpeggiator wurde sinnvoll ausgebaut. Neben klassischen Up- und Down-Mustern stehen nun Random- und Strum-Modi sowie programmierbare Steps und Akzente bereit. Dazu kommen die von den aktuellen Launchkey-Modellen bekannten Parameter „Mutate“ und „Rhythm“. Insgesamt bietet der Arpeggiator damit deutlich mehr kreative Möglichkeiten als beim Vorgänger.
Neue Scales und Chords
Auch die Skalen- und Akkordhilfen wurden erweitert. Die Scale-Modi verhindern auf Wunsch falsche Noten, während die Chord-Funktionen komplexe Akkorde einfacher spielbar machen. Gegenüber dem Vorgänger stehen zusätzliche Akkorde und Tonleitern zur Verfügung, was vor allem Einsteigern und Beat-Producern entgegenkommt.
Grundsätzlich bleibt das Konzept aber vertraut: „Scale“ und „Fixed Chord“ für die Klaviatur, „Chord Map“ für die Pads.
Mackie-HUI-Support erweitert den Nutzerkreis
Dank Mackie-HUI-Unterstützung lässt sich das FLkey 2 nun auch besser in anderen DAWs wie Logic, Cubase oder Studio One nutzen. In kompatiblen DAWs stehen darüber grundlegende Funktionen wie Transport, Lautstärke, Panorama, Mute/Solo und Spurauswahl bereit.
Custom Modes, Updates und mehr werden bequem in Components durchgeführt (über Browser oder App).
Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, hängt von der jeweiligen DAW und deren HUI-Implementierung ab. Zusätzliche individuelle Zuweisungen, etwa für Plugins, lassen sich weiterhin über die Custom Modes erstellen.
Für wen lohnt sich das FLkey 2?
Wer zwischen dem FLkey und dem neuen FLkey 2 schwankt, sollte den Aufpreis für den Nachfolger investieren. Insbesondere die Endlos-Encoder statt Potis (inkl. der Parameterseiten-Tasten), aber auch das OLED-Display und die Split- und Layer-Funktionen bieten einen spürbaren Mehrwert!
Wer ein FLkey hauptsächlich wegen der Step-Sequencer-Bedienung nutzt und weniger Plugins damit bedient, wird kaum Unterschiede feststellen, da sich hier nicht viel geändert hat. Die erweiterten Spielhilfen sind ebenfalls kaum ein Upgrade-Grund.
Novation FLkey 2 37, 49 oder 61?
Wer zwischen einem 37er und 49er FLkey 2 entscheiden möchte, sollte besser zu den 49 Tasten greifen, da es mehr Features und die deutlich besser Klaviatur bietet und das zu einem geringen Aufpreis. Das 61er hat tatsächlich einfach nur mehr Tasten. Daher ist das 49er die beste die goldene Mitte in puncto Preis-Leistung!
Das KeyLab MK3 überzeugt mit einer hochwertigen Tastatur, Aftertouch und einer umfangreichen DAW-Integration. Es richtet sich vor allem an Produzenten, die neben FL Studio auch mit anderen DAWs arbeiten und einen vielseitigen Allrounder suchen. Der Step Sequencer kann programmiert werden, jedoch lange nicht so gut, wie mit dem FLkey 2.
Novation Launchkey MK4
Das Launchkey MK4 bietet viele kreative Performance-Funktionen wie Arpeggiator, Chord- und Scale-Modi und eignet sich für nahezu jede DAW. Im Vergleich zum FLkey ist die FL-Studio-Integration allerdings weniger tief.
Native Instruments KOMPLETE KONTROL S MK3
Das KOMPLETE KONTROL S MK3 ist die ideale Wahl für alle, die intensiv mit KONTAKT, KOMPLETE KONTROL und NKS-kompatiblen Instrumenten arbeiten. Die hochwertige Tastatur und das große Display sorgen für einen besonders komfortablen Workflow. Allerdings seit ihr auf KONTAKT bzw. KOMPLETE KONTROL angewiesen und könnt damit nicht ohne Weiteres FL Studio Stock Plugins bedienen.
Mit dem FLkey 2 liefert Novation eine durchdachte und konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers. Besonders die Endlosdrehregler mit zusätzlichen Parameterseiten, das OLED-Display und die überarbeiteten Pads mit Poly-Aftertouch verbessern den Workflow spürbar. Hinzu kommen sinnvolle Erweiterungen wie Split-Zonen, Layer-Funktionen und die neue Mackie-HUI-Unterstützung, die den Einsatzbereich deutlich vergrößern.
Wer bereits ein FLkey 49 der ersten Generation besitzt, erhält keine völlig neue Arbeitsweise, profitiert jedoch von zahlreichen Detailverbesserungen, die sich im Alltag bemerkbar machen. Mit der zweiten Generation bleibt das FLkey 2 noch einmal mehr die erste Wahl für alle, die FL Studio möglichst umfangreich steuern möchten.
Kaum ein anderer Controller am Markt ist so eng auf „Fruity Loops“ abgestimmt und ermöglicht einen derart flüssigen Workflow. Die zweite Generation wirkt insgesamt ausgereifter und flexibler als ihr Vorgänger. Für FL Studio User, die viel mit FL Stock-Plugins sowie auch NI KOMPLETE KONTROL arbeiten ist dieses Controller Keyboard eine absolute Kaufempfehlung.
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