Anzeige

Test: Polyend MESS – Multieffektpedal mit Sequencer

Polyend Mess ist ein Multieffektpedal, das mit 125 Effekten und einem Sequencer ausgestattet wurde. Die Abkürzung MESS steht für Multi Effect Step Sequencer, womit auch die primäre Zielgruppe angesprochen wird: Sounddesigner, Live-Performer und Musiker, die Effekte abseits der Standards suchen.

Polyend Mess (Bildquelle: Sven Rosswog)
Polyend Mess (Bildquelle: Sven Rosswog)
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • Einfache Bedienung
  • 4 Effekte gleichzeitig
  • 4-Track Step Sequencer mit 16 Steps
  • unterschiedliche Sequencer Länge
  • Jeder Step kann ein Effekt Parameter modulieren
  • Verschalten der Effekte
  • 11 Effekt-Typen
  • MIDI In/Out
  • Verarbeitung
  • Klang
Contra
  • Gerasterte Regler eignen sich nicht für Echtzeit Modulation
Artikelbild
Test: Polyend MESS – Multieffektpedal mit Sequencer
Für 599,00€ bei

Polyend MESS – Das Wichtigste in Kürze

  • Multi-Effect Pedal mit Step Sequencer
  • 4 Effekte gleichzeitig
  • 4-Spur Step Sequencer mit bis zu 16 Steps pro Track
  • Perfekt für rhythmisches Sounddesign und kreative Live-Performances
Affiliate Links
Polyend Mess
Polyend Mess
Kundenbewertung:
(5)

Was ist Polyend Mess?

Auf den ersten Blick handelt es sich bei Mess um ein ganz normales Multieffektgerät, das vier Effekte gleichzeitig erzeugen kann. Alle Effekte tragen dazu bei, dem Klangmaterial interessante Strukturen zu verleihen. Besonders spannend wird Mess jedoch, wenn man den Sequencer aktiviert.

Sehr oft entsteht der Eindruck, dass es sich gar nicht mehr um Effekte handelt, sondern um ein zusätzliches Instrument, das parallel zum Eingangssignal erklingt. Mess ist daher ganz klar als Texturmaschine zu verstehen, die dank des Sequencers akustische Ereignisse erzeugen kann, die weit über das hinausgehen, was ein reguläres Effektgerät leisten kann. Mess-Effekte veredeln das Eingangssignal nicht nur, sondern fügen ihm völlig neue Elemente hinzu.

Polyend Mess (Bildquelle: Sven Rosswog)
Polyend Mess (Bildquelle: Sven Rosswog)

Was ich genau meine, kann man in den Audio-Beispielen nachhören. Neue perkussive Elemente in einem simplen Drumtrack wurden von Mess hinzugefügt. Ich habe auch unauffällige Effekte erzeugt, denn Mess eignet sich ebenso für dezente Klangbearbeitung. Allerdings nutzt man hier nur einen Bruchteil des Potentials und könnte stattdessen auf konventionelle Effektgeräte zurückzugreifen.

Die Verarbeitung und Ausstattung

Polyend Mess wurde mit einem Stereoklinken-Eingang und einem dualen Stereo-Ausgang ausgestattet. Performer werden den Expression-Pedal-Eingang zu schätzen wissen. MIDI-In und -Out sind als Miniklinkenanschlüsse vorhanden.

Das Gerät verfügt außerdem über einen 32-GB-Micro-SD-Kartenslot zum Speichern von Firmware-Updates und bietet Platz für 1000 Presets. 200 Presets liefert Mess von Haus aus mit. Mess arbeitet intern mit 32-Bit-Float-Audioverarbeitung bei 24 Bit und 48 kHz. Ein USB-C-Anschluss und ein Reset-Knopf sind ebenfalls vorhanden. Der Stromanschluss akzeptiert Netzteile zwischen 9 V und 18 V. Leider fehlt ein Ein- und Ausschalter.

Polyend Mess (Bildquelle: Sven Rosswog)
Polyend Mess Anschlüsse (Bildquelle: Sven Rosswog)

Die Verarbeitung des MESS ist erstklassig. Das Gerät liegt angenehm schwer in der Hand, weil das Gehäuse aus Metall gefertigt ist. Das farbige Display zeigt die Parameter scharf und gut ablesbar an. Die Pads sind angenehm zu bedienen, liegen aber etwas eng beieinander, sodass große Finger das nächste Pad ungewollt berühren.

Die sechs Drehregler verfügen über Plastikkappen und lassen sich angenehm bedienen. Bei vier der Regler handelt es sich um gerasterte Endlosregler, die auch als Taster dienen, um zusätzliche Funktionen aufzurufen

Die Effekte: Standard bis Experimentell

Die Mess Effekte sind in Kategorien und Farben eingeteilt  (Bildquelle: Polyend)
Die Mess Effekte sind in Kategorien und Farben eingeteilt (Bildquelle: Polyend)

Die 120 Effekte setzen sich aus den Kategorien Panning, Waveshaper, Filter, Reverbs, Delay, Chorus, Flanger, Phaser, Tape Modulation, Vibrato und Tremolo zusammen. Diese Effekte müssen nicht weiter erläutert werden, denn es handelt sich um Klassiker der Audiobearbeitung, die ihre Aufgabe zufriedenstellend erfüllen.

Doch es finden sich auch ungewöhnliche Effekte in Mess, wie z. B. vier Granular-Engines, die sich für Texturen und experimentelle Klanglandschaften eignen. Zusätzlich stehen sechs verschiedene Micro-Looping-Optionen und ein Particle Sampler zur Verfügung. Diese ermöglichen rhythmische Wiederholungen, Stuttering oder Drop-Out-Effekte. In Mess finden sich außerdem Pitch-Shifting-Effekte und Spektralprozessoren, um Klänge dramatisch zu transformieren und neu zu gestalten.

Die Mess Effekte sind in Kategorien und Farben eingeteilt  (Bildquelle: Polyend)
Die Mess Effekte sind in Kategorien und Farben eingeteilt (Bildquelle: Polyend)
Die Mess Effekte sind in Kategorien und Farben eingeteilt  (Bildquelle: Polyend)
Die Mess Effekte sind in Kategorien und Farben eingeteilt (Bildquelle: Polyend)
Anzeige

Praxis: Wie arbeitet man mit Mess?

Polyend Mess verfügt über 125 Effekte, die individuell einem der vier Slots zugeordnet werden können, wobei jedem Slot gleichzeitig ein Sequencer zugeordnet wird. Die Effekte sind farblich kodiert und jeder Kategorie wurde ein Symbol zugeordnet. Allerdings fehlen übergeordnete Ordner. Man muss also durch alle Effekte scrollen, bis der gewünschte gefunden ist. Die Farben und Symbole erleichtern die schnelle Orientierung. So sind die Filter beispielsweise in der Farbe Orange hinterlegt. Nach kurzer Eingewöhnung geht die Suche zügig von der Hand.

Audio Samples
0:00
Mess Klavier 01 Mess Sequenz 05 Mess Drums 2

Die Parameter der Effekte

Die Effekte besitzen maximal acht Parameter, die auf zwei Seiten des Displays angeordnet wurden und mithilfe der gerasterten Regler eingestellt werden. Die Einstellung der Effektparameter findet auf Seite 1 statt, und somit besitzt jeder Effekt maximal vier klanggestaltende Parameter. Das scheint im Vergleich mit anderen Effekten wenige Funktionen zu sein, aber ich bitte zu bedenken, dass vier Effekte miteinander kombiniert werden, wodurch komplexe Ergebnisse entstehen.

Einstellung für Effekte auf Seite 1 mit Fortschrittsbalken (Bildquelle: Sven Rosswog)
Einstellung für Effekte auf Seite 1 mit Fortschrittsbalken (Bildquelle: Sven Rosswog)
Audio Samples
0:00
Mess Synthesizer 1 Mess Synthesizer 2 Mess Klavier 2
Einstellung für Mix und Sequencer auf Seite 2 (Bildquelle: Sven Rosswog)
Einstellung für Mix und Sequencer auf Seite 2 (Bildquelle: Sven Rosswog)

Da Effekte und Sequencer eine Einheit bilden, finden sich auf der zweiten Seite immer die Einstellungen für Sequencer und Mix. Sequencer-Speed bezieht sich nicht auf das Tempo des Sequencers. Der Sequencer kann in verschiedenen Tempi im Verhältnis zum eingestellten Tempo ablaufen. Wenn das Tempo 130 BPM beträgt, kann der Sequencer des Tracks beispielsweise halb so schnell oder doppelt so schnell ablaufen.

Das Tempo wird im Menü eingestellt. Dort finden sich zusätzliche Einstellungen, wie z. B. MIDI, die Helligkeit der LEDs, Macro-Presets sowie Input-Optionen. Die Struktur wirkt insgesamt klar gegliedert und logisch nachvollziehbar.

Auch die Darstellung der Effekte ist einheitlich; auf komplexe Grafiken wurde verzichtet. Polyend setzt auf beschriftete Fortschrittsbalken, die automatisch und in gleicher Reihenfolge den Reglern zugeordnet wurden.

Die Arbeit mit dem Sequencer

Preset mit Symbolen der Effekte (Bildquelle: Sven Rosswog)
Preset mit Symbolen der Effekte (Bildquelle: Sven Rosswog)

Neben dem Bildschirm befinden sich vier nummerierte Taster, die für die einzelnen Tracks von Mess stehen. Die leuchtende Taste zeigt den aktiven Track an. Mit der Auswahl des Tracks wird gleichzeitig auch der dazugehörige Sequencer ausgewählt.

Jedem Step können individuelle Werte der Effektparameter zugewiesen werden, wodurch die Effekte kontinuierlich moduliert werden. Statische Klänge sind dadurch ausgeschlossen, da sich die Parameter stets in Bewegung befinden.

Audio Samples
0:00
Mess Sequenz 1 Mess Sequenz 4

Jeder Step triggert einen Effekt, was mitunter abgehackt klingen kann. Manchmal wünscht man sich, dass ein Effekt über einen längeren Zeitraum gehalten wird. Deshalb ist es möglich, den Effekt für eine bestimmte Dauer von Steps zu halten, wobei natürlich auch entscheidend ist, wie schnell der Sequencer im Verhältnis zum Tempo läuft.

Das Zusamenspiel von Effekte und Seqeuncer

Die meisten Effekte sind nicht sonderlich spektakulär und liefern das, was man von ihnen erwartet: die Filter filtern und die Hallräume erzeugen Hall. Der Sequencer erlaubt rhythmische Klanglandschaften, die sich weder mit Händen noch mit Füßen umsetzen lassen. Jeder der vier Tracks verfügt über einen 16-Step-Sequencer, und jeder der Steps kann andere Werte annehmen.

So könnte man beispielsweise auf Track 1 eine Filterfahrt programmieren und auf Track 2 auf jeden vierten Schlag einen Granular-Effekt setzen. Ich überlasse es der Fantasie der Lesenden, was auf Track 3 und 4 passieren soll. Da die Länge und Geschwindigkeit jeder Sequence sich frei bestimmen lässt, drängen sich polymetrische Experimente nahezu auf.

Die Anordnung der Effekte und ihre Verschaltung

Doch auch die Anordnung der Effekte ist für den Sound entscheidend. Es spielt eine wichtige Rolle, ob das Eingangssignal zuerst durch den Filter geschickt wird und dann durch den Hall läuft oder umgekehrt. Polyend erlaubt es, die Effekte ganz einfach zu verschieben, ohne dass das Scrollen durch Menüs notwendig ist.

Hauptmenü mit wichtigen Einstellungen, wie z.B. dem Routing (Bildquelle: Sven Rosswog)
Hauptmenü mit wichtigen Einstellungen, wie z.B. dem Routing (Bildquelle: Sven Rosswog)

Mit Mess können Effekte seriell, parallel und dual-parallel miteinander verschaltet werden. Die Funktionen Seriell und Parallel sollten selbsterklärend sein. Dual-Parallel schickt das Signal durch Effekt 1 und 2 und gleichzeitig durch Effekt 3 und 4. Die Wahl der Verschaltung hat eine Auswirkung auf den Klang und sollte nicht unterschätzt werden. Leider machen die mitgelieferten Presets kaum Gebrauch von diesen Möglichkeiten.

Audio Samples
0:00
Mess Drums 3 Mess Drums 5 Mess Drums 4 Mess Drums 1

Was passiert also in Mess? Beispielsweise triggert der Sequencer den Filter, dessen Signal dann in einen Hall geschickt wird, der seinerseits wieder von Sequences getriggert werden kann, und zwar auf einer ganz anderen zeitlichen und rhythmischen Ebene. Dieses Zusammenspiel erzeugt ungewöhnliche Soundlandschaften, und deswegen ist Mess das ideale Werkzeug für Sounddesigner. Wer keine eigenen Ideen hat, kann sich per Zufallsgenerator Effektketten erstellen lassen.

Die Rhythmen des Sequencers bestimmen die Klangwelten von Mess. Erfreulicherweise läuft er immer im MIDI-Takt. Ein echter Bonus: Effektgeräte empfangen meist nur Steuersignale, Mess sendet sie aber auch und liefert ein stabiles Clock-Signal.

Preset Auswahl (Bildquelle: Sven Rosswog)
Preset Auswahl (Bildquelle: Sven Rosswog)
Anzeige

Fazit

Polyend Mess präsentiert sich als außergewöhnliches und experimentelles Effektgerät, das ungewöhnliches Sounddesign auf einfache Weise ermöglicht. Dabei spielt es keine Rolle, welche Klänge als Ausgangsmaterial dienen. Ob Gitarre, Klavier, Samples, Synthesizer oder Schlagzeug – das Gerät formt daraus eigenständige und interessante Klangwelten.

Als klassisches Multieffektgerät lässt sich Mess zwar verwenden, doch damit schöpft man sein Potenzial nicht aus. Seine eigentliche Stärke zeigt es beim Sequencen, Modulieren und Verschalten der Effekte. Erst durch diese Arbeitsweise entstehen markante und unkonventionelle Strukturen.

Besonders für Soundtracks, elektronische Musik und experimentelle Produktionen eröffnet das Gerät vielfältige Möglichkeiten. Der Klangcharakter lässt sich als modern und digital beschreiben, und dieser Ansatz verleiht dem Gerät seinen unvergleichlichen klanglichen Charme.

Noch ist das Gerät nicht perfekt, aber Polyend arbeitet an Mess und hat vor wenigen Tage das Update 1.1 veröffentlicht. Doch benutzen kann man Mess auch jetzt schon ohne Probleme.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
  • Multi-Effect Step Sequencer Pedal
  • Verwendung als klassisches Multieffektpedal mit bis zu 4 Effekten gleichzeitig möglich
  • 4-Track Step Sequencer mit 16 Steps ermöglicht komplexe Effekte
  • jedem Track kann ein Effekt aus den mehr als 120 Effekten frei zugewiesen werden
  • 11 Effekt-Typen: Reverb, Pitch Shifter, Granular Burst, Modulation, Panning usw.
  • mehrere Effekt-Parameter pro Schritt programmierbar
  • programmierbare Wahrscheinlichkeit, Polyrhythmen und Polymeter, Tap-Tempo
  • MIDI In/Out als 3,5 mm TRS-Klinke (TRS-MIDI Type B)
  • USB-C Anschluss
  • 2x TRS Klinke Ausgang
  • 2x TRS Klinke Eingang
  • Stromversorgung mit einem DC Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten)
  • separat erhältliches, passendes Netzteil Art. 409939
  • Gewicht: 0,93kg
  • Abmessungen: 180 x 120 x 57 mm
  • inkl. 32 GB microSD Card

Polyend Website

Hot or Not
?
Polyend Mess_08 Bild

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Profilbild von dr-w

dr-w sagt:

#1 - 27.02.2026 um 16:53 Uhr

0

spannendes ding. muss ich mal "in echt" hoeren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • Palmer Orbit 11 - the most underrated studio monitor?
  • NUX NAI-24 USB-C Interface - All You Need To Know!
  • Apple Logic Pro 12 – Chord ID and Synth Player Demo (No Talking)