Anzeige

Reeperbahnfestival 2026 – Das waren meine Highlights

Vier Tage Reeperbahn Festival. Rund 70 Spielstätten, tausende Menschen aus der Musikbranche und eigentlich viel zu viele Programmpunkte, um auch nur ansatzweise alles mitzubekommen. Also habe ich irgendwann aufgehört, es zu versuchen.

REEPERBAHN FESTIVAL, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Und vielleicht war genau das die beste Entscheidung.

Denn meine schönsten Momente beim Reeperbahn Festival 2026 waren nicht unbedingt die, die ich vorher geplant hatte. Ich war gemeinsam mit Marshall auf dem Festival unterwegs, habe Konzerte in den Levi’s Studios gesehen, bin für einen DJ-Gig bei MediaMarkt gelandet, habe Talks besucht, Menschen aus der Branche getroffen und zwischendurch eine neue Band entdeckt, die ich seitdem nicht mehr aus meinem Kopf bekomme.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Einmal quer durch das Musikbusiness

Das Schöne am Reeperbahn Festival ist, dass sich innerhalb weniger Meter komplett unterschiedliche Welten treffen. Gerade stand ich noch vor einer Bühne, wenige Minuten später mitten in einem Branchentalk und nebenan spielen irgendwie auch schon die nächsten Acts.

In den Levi’s Studios habe ich unter anderem Mia Gjakonovski und Ashaine White erlebt, bei MediaMarkt DJ Na.Cho. Und dann war da CHAMELEON LIME WHOOPIEPIE. Die japanische Band war für mich wahrscheinlich die größte musikalische Überraschung des Festivals. Ich wollte eigentlich nur noch kurz nach etwas zum futtern auf dem Spielbudenplatz suchen, doch bin nicht weiter gekommen als zu der riesen Bühne, auf der die Band gerade ihren Soundcheck hatte. „Das ist ja super witzig!“, hörte ich mich sagen, beeindruckt von den Tonnen Autotune und den bunten, künstlerischen Videos auf der Leinwand. Jetzt läuft „Mad Doctor“ bei mir in Dauerschleife und genau für solche Entdeckungen liebe ich Festivals. Man geht irgendwo rein, weil man neugierig ist und kommt mit neuer Musik für die eigene Playlist wieder raus.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Auch abseits der Bühnen gab es Begegnungen, mit denen ich vorher nicht gerechnet hatte. Eine davon: Bucci. Influencer, Musiker und jemand, den ich plötzlich mitten in diesem ganzen Festivalwahnsinn persönlich vor mir stehen hatte. Genau diese Begegnungen machen das RBF für mich genauso sehr aus wie die Konzerte.

Reeperbahnfestival heißt auch: über die Musikbranche reden

Zwischen all der Musik ging es beim Festival aber auch um die Frage, wie die Branche eigentlich aussehen soll, in der diese Musik entsteht. Besonders hängen geblieben ist mir der Talk „Zu laut, zu emotional, zu unbequem?!“. Dort diskutierten Frauen aus unterschiedlichen Bereichen der Musikbranche darüber, was passiert, wenn Frauen Grenzen setzen, Sexismus ansprechen oder schlicht ihren Raum einnehmen.

Es ging um den Begriff „Männerhasserin“, um Frauen, denen Professionalität abgesprochen wird, und um Situationen, in denen man lieber nichts sagt, weil man Angst hat, sich damit den nächsten Job zu verbauen. Vor allem aber ging es um Verantwortung und darum, dass Männer nicht erst dann reagieren sollten, wenn etwas eskaliert. Dass sie ihre Freunde ansprechen können, wenn diese Grenzen überschreiten. Und dass feministische Gespräche nicht ausschließlich zwischen Frauen stattfinden dürfen.

Ein Talk, der definitiv noch länger in meinem Kopf geblieben ist und dem wir genau deshalb auch einen eigenen Artikel widmen.

„Die coolere Geschichte ist die von Freiheit“

Einen Tag später bekam dieses Thema für mich noch einmal eine andere Dimension.

Bei der RockCity PopReception „Fish You Were Here!“ sprach Hamburgs Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda über Popkultur, Demokratie und darüber, warum Kunst gerade jetzt mehr sein muss als schöne Unterhaltung. Seine zentrale Botschaft: Gegen antidemokratische Kräfte ausschließlich „Nein“ zu sagen, reicht nicht. Demokratie muss auch eine bessere Alternative anbieten.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Oder, wie Brosda es formulierte: „Die coolere Geschichte ist die von Freiheit, von Offenheit, von Vielfalt, von Liebe in der Öffentlichkeit.“

Kunst und Musik spielen dabei für ihn eine entscheidende Rolle. Denn neue gesellschaftliche Ideen entstehen laut Brosda eben nicht zwangsläufig in der Politik. Sie entstehen dort, wo Menschen zusammenkommen, ausprobieren und darüber nachdenken, wie Dinge anders funktionieren könnten: in Musik, Kunst, Wissenschaft, Journalismus und Zivilgesellschaft.

Politik müsse diese Ideen aufnehmen und daraus Mehrheiten organisieren. Ein Gedanke, der erstaunlich gut zu einem Festival passt, bei dem innerhalb weniger Tage so viele unterschiedliche Menschen, Genres und Ideen aufeinandertreffen.

Und auch eine andere Aussage Brosdas ist mir hängen geblieben: Demokratie bedeutet nicht, nur die Musik oder die Haltung auf die Bühne zu holen, die man selbst problemlos aushalten kann. Kultur darf unbequem sein.

Reeperbahnfestival: Handy weg, Musik an

Und dann sagte Brosda noch etwas, bei dem ich mich als jemand, der auf einem Festival beruflich permanent mit dem Handy herumläuft, durchaus ertappt fühlen durfte.

Live-Orte seien eine der wenigen Möglichkeiten, bei denen wir uns noch vollständig auf Kunst einlassen können. Wer im Kino permanent mit der Nebenperson redet oder während eines Konzerts WhatsApp beantwortet, wird irgendwann schließlich völlig zu Recht schräg angeschaut.

Seine Empfehlung: Handy in den Flugmodus und einfach mal zwei Stunden Musik hören.

Zugegeben: Als Redakteurin auf dem Reeperbahn Festival leichter gesagt als getan.

Aber vielleicht ist genau das am Ende wieder eines meiner größten Learnings aus diesen Tagen.

Ich habe beim RBF 2026 wahnsinnig viel gesehen. Ich habe Interviews geführt, Content produziert, Künstlerinnen und Künstler kennengelernt und bin von Location zu Location gelaufen. Aber die Momente, an die ich mich jetzt noch erinnere, sind nicht unbedingt die, bei denen ich versucht habe, möglichst viel mitzunehmen.

Es sind die Momente, in denen ich einfach irgendwo stand und dachte: Wow.

Bei einer Band, von der ich vorher noch nie gehört hatte. Bei Gesprächen oder Begegnungen, mit denen ich so überhaupt nicht gerechnet hatte.

Vielleicht muss man auf dem Reeperbahn Festival also gar nicht versuchen, alles zu sehen. Man muss nur offen genug bleiben, sich überraschen zu lassen.

Hot or Not
?
RBF Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • One Pedal for 3 EXP Functions | Xotic XXP-1 | Demo
  • This 26" Ludwig 3-ply kit rocks! #ludwigdrums #bonham
  • Building a John Bonham Drum Kit from Vintage Ludwig Shells