Samson Q9U Test – Broadcast-Sound per USB und XLR

Das Samson 9QU erinnert optisch wohl nicht ganz zufällig an dynamische Sprecher-Standards wie das RE-20 oder das SM7B. Es kostet in etwa rund die Hälfte dieser Tauchspulen-Klassiker und bietet neben dem XLR-Anschluss auch die Möglichkeit eines einfachen Plug-and-Play via USB-C. Lohnt sich der Kauf? Finden wir’s heraus!

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • an Vorbilder angelehnter Klang
  • gute Sprachverständlichkeit durch Präsenzanhebung
  • sowohl USB-C- als auch XLR-Anschluss
Contra
  • relativ hoher Preis, entsprechend große Konkurrenz in diesem Preissegment
  • benötigt hohe Vorverstärkung (XLR)

Quick Facts zum Samson Q9U

  • dynamisches Mikrofon
  • feste Richtcharakteristik Niere
  • optimiert für Sprechstimmen
  • Kopfhörerausgang für latenzfreies Monitoring
  • USB-C und XLR-Output

​Radio, Streaming, Podcast

Das sind die Bereiche, für die das Samson Q9U empfohlen wird. Doch auch für Musikproduktionen, Liveauftritte und Voice-Over Jobs eignet es sich laut Hersteller. Mit dem Bügel wird es auf Tischstativen oder kopfunter am Schwenkarm montiert.

​Samson Q9U wird frontal besprochen

Wie die meisten reinen Sprecher-Mikrofone ist das Samson ein ‚End-Address‘ Mic. Die Kapsel mit Nierencharakteristik ist auf einer internen Stoßdämpferhalterung gelagert. Eine Brummkompensationsspule sorgt dafür, dass Interferenzen nur schwer in’s Signal gelangen.

Der Mikrofonkorb nimmt die halbe Länge des Q9U ein.

​USB und Mute-Switch

Im Test läuft das Q9U zunächst denkbar einfach über USB und erhöht die Signalqualität gegenüber den in kommerziellen Endgeräten verbauten Mikros: Via USB-C in’s MacBook stöpseln, als Quelle akzeptieren, fertig. Im Samson arbeitet ein A/D-Wandler mit 24 Bit/96 kHz. Der Mute-Knopf am Gehäuse ist praktisch, allerdings leichtgängig und wird schnell unabsichtlich gedrückt. Er schaltet simultan den USB- und den XLR-Ausgang stumm.

Boden des Samson Q9U mit USB-C-, XLR- und Kopfhörerausgängen sowie schaltbarem Low Cut und Mid Boost.
Leichtgängiger Mute-Knopf aus Kunststoff

​Auf der Spielwiese der ‚Großen‘

Im Praxistest zeigt das Samson Q9U die charakteristischen Eigenschaften der populären Broadcast-Mic-Ikonen: Klanglich höhenbedämpft und eher dunkel. Negativ formuliert, klingt es bei linearer Einstellung etwas dumpf. Der Mid Boost Switch am Gehäuseboden kommt gelegen: Er frischt das Signal hörbar auf. Das Mikrofon überträgt Signale zwischen fünfzig Hertz und zwanzig Kilohertz. Über die per Switch angehobenen Frequenzbereiche erfährt man bei Samson genau so wenig, wie darüber, wo das schaltbare Hochpassfilter ansetzt.

Das Q9U funktioniert gleichermaßen gut für Männer- und Frauenstimmen (danke, Emily). Eine einfache Aufsteckhaube aus Schaumstoff (‚Windschutz‘) minimiert Plosivlaute effektiv.

Das Samson Q9U kommt mit Schaumstoffüberzug, der als Wind- und Popschutz fungiert.

Der direkte Vergleich mit dem Aston Origin zeigt zum einen den geringeren Output des Samson Q9U am XLR-Ausgang, zum anderen die feinere Auflösung und größere Luftigkeit des Kondensator-Signals. Als Bundle mit Popschutz-Spinnen-Kombi ist der Allrounder für eine ähnliche Summe wie das Samson Q9U erhältlich. Die Aufnahmen wurden mit einem Zoom F8 Field Recorder gemacht und sind, abgesehen von einer Lautstärkenormalisierung und der Runterrechnung auf 16 Bit, unbearbeitet.

Audio Samples
0:00
5 cm 5 cm, Midboost 5 cm Midboost und Lowcut Aston origin 5 cm 10 cm 10 cm Midboost 10 cm Midboost und Lowcut Aston Origin 10 cm Emily, 10 cm Aston Origin, Emily, 10 cm

​Alternativen zum Samson Q9U

Davon gibt es zahlreiche, und wenn man so will ist dies das Hauptmanko des Samson: Die Welt hat nicht unbedingt auf ein weiteres, ganz gleich wie solides, Sprechermikro im mittleren Preissegment gewartet. Wenn es nur um die Aufwertung deines vom Notebook-internen Mic eingefangenen Signals geht, bekommst du für schlappe 89 Euro mit dem the t.bone MB 7 Beta USB ein Broadcast-Mikro, das ebenfalls mit USB-C, XLR- und Kopfhörer-Anschlüssen aufwartet und dem Q9U optisch ähnelt. Zum Vergleich: Der mittlere Marktpreis des Samson Q9U liegt im Juni 2026 bei rund 247 Euro. Das Shure MV7 bietet auch USB wie XLR-Outs, wir haben es ausführlich getestet.

Sollte dir die reine XLR-Variante reichen, bekommst du das Shure MV7X aktuell bei den Thomann Music Days für 195 Euro, inklusive Tisch-Mikrofonarm. Aufgrund des etablierten Markennamens ist bei den MV7ern gegenüber dem Samson mit einem stabileren Wiederverkaufswert zu rechnen. Nur XLR nötig und gerne noch günstiger? Gemessen am Preis-Leistungs-Verhältnis befanden wir das Audio-Technica AT2040 als gut bis sehr gut. Thomann hat es für 90 Euro im Sortiment.

Wenn du nicht auf einen bestimmten (Wandler-)Typ, Formfaktor oder die Broadcast-Optik festgelegt bist, kommt vielleicht alternativ ein Preis-Leistungs-Schlager wie das im Test kontrastiv verwendete Kondensatormikro Aston Origin in Frage, das sich als Allrounder vor so ziemlich allen Signalquellen gut schlägt.

Samson Q9U in der Seitenansicht
Das Mikrofon ist nicht ohne Konkurrenz.

​Test des Samson Q9U: Fazit

Das Samson Q9U ist ein solides Produkt. Allerdings ist es nicht innovativ und wird es aufgrund des recht selbstbewussten Preises schwer auf dem Markt gegenüber der direkten dynamischen Broadcast-Mic-Konkurrenz haben. Das Mikrofon liefert den für RE20- und SM7B-inspirierte Mikros typischen dunklen Klang, der primär zu Sprecherstimmen passt. Wenn das der Sound ist, den du für Radiobeiträge, Podcasts, Streaming oder die nächste Videokonferenz suchst, teste es ruhig einmal selbst an. Ob sich der Kauf lohnt, entscheidet jeder für sich. Bräuchte ich ein weiteres dynamisches Mikro, und insbesondere eines das sowohl USB- als auch XLR-fähig ist, würde ich wohl allein aufgrund des höheren zu erwartenden Wiederverkaufswerts zu einer Alternative wie dem Shure MV7X greifen.

Broadcastmikrofon mit Schaumstoff-Windschutz, liegend betrachtet
  • Tauchspulenmikrofon mit Brummkompensationsspule
  • Frequenzbereich von 50 Hertz bis 20 Kilohertz
  • Richtcharakteristik: Niere
  • max. Empfindlichkeit XLR: -57 dbV/Pa (1 kHz)
  • max. Empfindlichkeit USB: -16 dBFS/Pa (1 kHz)
  • Eigenrauschen USB: +23 dBSPL(A)
  • max. Schalldruckpegel >140 dBSPL
  • Bittiefe und Samplerate: 24 Bit/max. 96 kHz
  • Kopfhörer-Output: 38 mW bei 32 Ohm
  • Gehäuse aus Zink-Legierung, Mikrofonkorb aus Stahl
  • mitgeliefertes Zubehör: Windschutz, USB-C auf USB-C und USB-C auf USB-A Kabel
  • Maße: 7,95 cm x 17,85 cm
  • Gewicht: 0,97 Kg
  • hergestellt in: China
  • Webseite: samsontech.com
  • Preis: € 247,– (Straßenpreis am 15.7.2026)
Hot or Not
?
01_Samson_Q9U_Test Bild

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • Arturia REV OCEAN Demo – Abyss, Tide & Foam – no talking!
  • K-array & Trinnov Audio: Exploring Berlin’s New Pro Audio Showroom
  • MIDI Keyboard with TRACKPAD?! – Nux NTK-61 Review