Wer “Shure-Mikrofone” sagt, meint dynamische Arbeitstiere vom Schlage eines SM57 oder SM7B. Kondensatormikrofone hat das US-Unternehmen natürlich auch im Programm, die verströmen allerdings denselben Werkzeug-Charme wie ihre nüchternen Tauchspulen-Kollegen. Für 2026 hat Shure drei nagelneue Nachfolger der bisherigen KSM-Großmembraner vorgestellt. Beim KSM44MP handelt es sich um das Flaggschiff mit drei schaltbaren Richtcharakteristiken, das KSM40C besitzt eine 1“-Kapsel mit Nierencharakteristik, während das kompakte KSM32C mit einer 3/4“-Kapsel ausgestattet ist. Wie die Kandidaten am Schlagzeug und am Gesang abschneiden und welche Vorteile sie noch zu bieten haben, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

- sehr ausgewogene Klangeigenschaften aller Modelle
- sehr gute Verarbeitung
- Spinnen- und Poppfilter-Design
- geringes Gewicht
- –
Die beiden Topmodelle kommen mit Vollausstattung
Der deutsche Shure Vertrieb hat mir alle drei Mikros in einem großen Testkoffer zukommen lassen. Im „echten Leben“ werden sowohl das KSM44MP als auch das KSM40C jeweils mit einer Spinne samt magnetischem Poppschutz aus Metall ausgeliefert, beim KSM32C sind beide Teile nur beim Studio Kit dabei. In der Grundausstattung (Stage Kit) kommt das kleinste Modell mit einer einfachen Halterung sowie einem Schaumstoffaufsatz. Gemein ist allen Mikros ein textiles Transport-Case, eine EU-Gewindeverkleinerung sowie eine Anleitung.


Leicht und kompakt präsentieren sich alle neuen Shure KSM Mikrofone
Was zuerst auffällt, sind die – für Kondensator-Großmembraner – ziemlich handlichen Abmaße und das geringe Gewicht. Bei allen drei Modellen besteht das Gehäuse aus zweiteiligen Metalltuben mit identischem Durchmesser. Der untere Teil besteht aus Aluminium, der Korb aus Stahl. Bei der Länge gleichen sich das 44MP und das 40C ebenfalls (17,1 Zentimeter), das 32C ist mit 15,4 Zentimetern deutlich kürzer. Das liegt auch am Innenleben, denn während bei den größeren Modellen jeweils 1“ messende Kapseln verbaut sind, setzt Shure beim 32C auf eine 3/4“ Kapsel. Positiv fällt die sehr robuste Verarbeitung aller Komponenten auf.


Mehrere Richtcharakteristiken bietet nur das KSM44MP
Warum gibt es überhaupt gleich drei neue Modelle in der KSM Serie? Die Antwort liefert ein Blick auf die Ausstattung der drei Testkandidaten. Am üppigsten fällt die beim KSM44MP aus. MP steht für Multi Pattern, neben der Niere stehen auch noch eine Kugel sowie eine Acht zur Verfügung. Ermöglicht wird dies durch die neu entwickelte 1“ Doppelmembran. Umgeschaltet wird auf der Einsprechseite, weitere zwei Schalter sitzen hinten. Hier kann ein -15 dB Pad aktiviert werden, auch ein Low Cut darf nicht fehlen. Dieses arbeitet entweder mit 18 dB/Oktave bei 80 Hertz oder 6 dB/Oktave bei 115 Hertz. Beide Schaltungen sind ebenfalls am KSM40C zu finden. Auch dieser Schallwandler bietet eine neue 1“ Kapsel, ist jedoch als fixe Niere ausgelegt.
Der Einsatzbereich des KSM32C unterscheidet sich von dem der großen Kollegen
Das KSM32C ist nicht nur kürzer und besitzt eine flachere Spinne (Studio Kit), als die großen Modelle, seine Rolle ist auch eine etwas andere. Während alle drei Mikros natürlich auch und gerade als Gesangsmikrofone konzipiert wurden, soll sich das KSM32C besonders gut als Instrumentenmikrofon eignen. Die kleinere Kapsel soll zudem besonders schnell auf Transienten reagieren und seitliche Einsprechungen effektiv dämpfen. Dass auch der Maximalschalldruck am höchsten liegt, passt gut zu dieser Auslegung. In der Tabelle findet ihr die wichtigsten Unterschiede.
| KSM44MP | KSM40C | KSM32C | |
| Kapseldesign | 1“ Doppelmembran, Mylar, goldbeschichtet | 1“ Single Membran | 3/4“ geprägte Single Membran |
| Charakteristiken | Niere, Kugel, Acht | Niere | Niere |
| Low Cut | Neutral, 115, 80 Hz | Neutral, 115, 80 Hz | Neutral, 115, 80 Hz |
| Pad | -15 dB | – 15 dB | – 15 dB |
| Max SPL (Niere,ohne Pad) | 130 dB | 134 dB | 137 dB |
| Rauschabstand | 89 (Niere), 87 (Kugel), 86 (Acht) dB | 86,5 dB | 83 dB |
| Frequenzbereich | 20 Hz – 20 kHz | 20 Hz – 20 kHz | 20 Hz – 20 kHz |









