Sind PA-Leute die besseren Recording-Enigneers? Oder schlechtere?

Es wird viel diskutiert: Sind eigentlich Live-Techniker bessere Studio-Engineers? Es gibt durchaus ein paar typische Eigenschaften von Live-Technikern, die bei der Studioarbeit von Vorteil sein können. Und ein paar, bei denen das Gegenteil zutreffen könnte.

PA vs. Studio

Kurze Definitionen: Recording Engineers sind Personen, die im Tonstudio an Musikproduktionen arbeiten, PA-Engineers(„Public Address“) sind Personen, die Livekonzerte mischen. Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Tätigkeiten. Außerdem gibt es sehr viele Menschen, die beides tun, also sowol für die Bühne als auch die Konserve arbeiten. Natürlich kann man nicht in so einfachen Kategorien denken und alles so schwer verallgemeinern, aber ein wenig Gesprächsstoff schadet ja dann doch nicht. 😉

Unter Stress Probleme lösen

Live-Situationen erfordern spontane, aber professionelle Lösungen. Bei Problemen oder etwaiger Unzufriedenheit mit Ergebnissen mal eben Pause machen, einen Tee aufsetzen, nachdenklich in den Himmel gucken und sich beratschlagen? Im Live-Betrieb gibt es das nicht, da muss sofort gehandelt werden. Of kommen Aufgaben zur Unzeit hinzu, wenn schon Publikum einströmt, die Band auf die Bühne will oder mitten im Set ist. Erfahrene Live-Hasen sind Probleme gewohnt und behalten auch unter Druck einen kühlen Kopf. Im Studio ist das nicht verkehrt: Etwas klappt nicht? Ein Gerät streikt? Kein Thema, kriegen wir hin! Der vielbeschworene Teamgeist hat aber oft nicht wirkllich Tiefgang: Wenn etwas delegiert werden kann, wird das gemacht, auch mal eher robust und direkt statt rücksichtsvoll und diplomatisch. Wenn der PA-Mensch selber etwas für andere lösen kann, dient es vor allem dem Ziel, dass die Produktion funktioniert. Im Studio ist das oft gar nicht mal schlecht. Recording-Engineers sind hingegen oft geübt darin, im engen Kontakt mit den Musikern zu arbeiten und sie feinfühlig zu ihrer maximalen Lesitung zu bringen.

Pragmatischer Umgang mit der Technik

„An fast jeder Quelle tut es doch ein Shure SM57.“ „Preamp ist Preamp.“ „EQ ist EQ.“ „Man nimmt halt den Kompressor, der da ist.“ Die Anzahl Live-Engineers, die hochwertiges Outboard zum Gig schleppen, ist überschaubar. Die Nuancen verschiedener Mikrofone verlieren sich teilweise im Live-Umfeld, viele Typen fallen aus Gründen der Praktikabilität und Empfindlichkeit aus. Im Studio zählen allerdings die Feinheiten, um Sound optimal zu formen und für die Ewigkeit festzuhalten – nicht nur für den Moment. Hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied: Das „good enough“ aus dem Live-Leben reicht im Studio meist nicht.

DAWas? DAWer?

Ich schätze mal, dass ein typischer Recording-Engineer mindestens 80% seiner Zeit auf den Computerbildschirm guckt und sein Audioprogramm, die DAW, bedient. Im Arbeitsalltag der Live-Engineers spielen DAWs keine Rolle. Editierarbeit findet nicht statt.

Fazit

Gut, hier werden Äpfel und Birnen verglichen. Ein „Besser“ oder „Schlechter“ lässt sich kaum ausmachen, es sind einfach unterschiedliche Arbeitswirklichkeiten. In jedem Fall: PA-Erfahrung bereichert Studioarbeit. Die Frage, die sich nun natürlich anschließt, lautet: „Sind Recording-Engineers die besseren Live-Techniker?“ Was denkt ihr?

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