Test: Nord Electro 7 – Stagekeyboard mit Organ 3, FM-Synthese und neuen Effekten

Das Nord Electro geht in die siebte Generation und soll mit einer neuen Klangerzeugung ausgestattet werden. Zu den Highlights des Nord Electro 7 gehören z. B. die Orgel-Engine der Nord Organ 3, sowie eine umfangreichere Synth-Abteilung mit virtuell-analoger (VA) und FM-Synthese. Wir hatten den Nord Electro 7 in den Varianten mit 61 und 73 Tasten im Test.

Nord Electro 7 73
Nord Electro 7 Test
Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • Neue Orgel-Engine
  • Vielseitige Synth-Sektion
  • Kompatibel mit Nord Piano Library und Nord Sample Library
  • Effekte individuell pro Sektion einsetzbar
  • Sehr guter Klang
  • Einfache Bedienung
Contra
  • Reverb nur global einsetzbar
  • Synth-Abteilungen (Sample, Analog, FM) etwas umständlich erreichbar

Nord Electro 7 – das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Nord Electro 7? Das Nord Electro 7 ist ein Stagepiano mit einer Orgel-, Piano- und Synthesizer-Sektion. Dazu kommt eine umfangreiche Effektsektion für eine flexible klangliche Gestaltung. Das Nord Electro 7 richtet sich insbesondere an Bühnen- und Studiomusiker.
  • Was ist der Unterschied im Vergleich zum Vorgänger Nord Electro 6? Das Nord Electro 7 besitzt die Engine aus der Nord Organ 3. Im Vergleich zum Electro 6 bietet das Nord Electro 7 einige Features, die in ähnlicher Form auch im größeren Nord Stage 4 zu finden sind. U.a. eine umfangreiche Synthesizer-Abteilung, ein größeres farbiges Display sowie neue Effekte.
  • Was ist der Unterschied im Vergleich zum Nord Stage 4? Das Nord Stage 4 ist dem Nord Electro 7 ähnlich, bietet jedoch deutlich mehr Funktionen in den einzelnen Sektionen. Die Synthesizer-Sektion des Nord Stage 4 stammt aus dem Nord Wave und ist vielseitiger als jene des Nord Electro 7. Dazu bietet das Nord Stage 4 jeweils zwei Orgel- und Piano-Instanzen sowie gleich drei Synthesizer-Instanzen. Damit lassen sich komplexere Setups erstellen.
  • In welchen Punkten unterscheiden sich die drei Modelle des Nord Electro 7? Der Nord Electro 7 61 verfügt über eine Waterfall-Tastatur mit 61 Tasten. Der Nord Electro 7 73 verfügt über eine Waterfall-Tastatur mit 73 Tasten. Als drittes Modell gibt es den Nord Electro 7 73 HP – hierbei handelt es sich um das Modell mit Kawai-Tastatur und 73 gewichteten Tasten. Die beiden Modelle mit 73 Tasten bieten gegenüber der 61-Tasten-Version außerdem Pitchbender und Modwheel.
  • Kann man weitere Klänge in das Nord Electro 7 laden? Das Nord Electro 7 ist kompatibel mit der Nord Piano Library und der Nord Sample Library. Außerdem kann man mit dem Nord Sample Editor 4 eigene Samples erstellen und in das Nord Electro 7 laden.
Fotostrecke: 3 Bilder Das Nord Electro 7 61 mit Waterfall-Tastatur.

Nord Electro 7 – der Alleskönner mit Orgel, Pianos und Synth-Sounds

Im Grunde genommen bleibt Clavia dem Konzept der Electros treu: Das neue Nord Electro 7 ist ein intuitives Stagekeyboard mit drei Sound-Abteilungen für Orgel, Piano und Synthesizer. Dazu gesellt sich die bekannte Effekt-Sektion, mit der man den Klängen zu mehr Lebendigkeit verhilft. Alles ist „hands-on“ über die gut strukturierte Benutzeroberfläche zu bedienen. Doch wenn man sich die Features genauer anschaut, merkt man schnell: Das Nord Electro 7 hat sich in einigen Punkten dem großen Nord Stage 4 angenähert.

Nord Electro 7 61 Test
Etwas kleiner und ohne Pitch/Modwheel, aber ebenso umfangreiche Klangerzeugung: Der Nord Electro 7 61

Eine Synthesizer-Abteilung mit virtuell-analoger und FM-Synthese? Das gab es bislang nicht in den Electros und ist seit dieser Generation endlich auch Teil der Electro-Serie. Individuelle Effekte pro Sektion? Auch das ist jetzt möglich. Und tatsächlich gibt es viele weitere Details, die man vom Nord Stage 4 übernommen hat. Da wäre z. B. die Unison-Funktion zum „Andicken“ der Piano- und Synthesizer-Sounds und die Timbre-Einstellungen: Das Nord Electro 7 ist deutlich vielseitiger geworden!

Neue Orgel-Engine

Mit jedem Generationswechsel der Nord Electros wurde auch immer eine neue Orgel spendiert. Und so ist es auch mit dem Nord Electro 7, das über zahlreiche neue Orgel-Modelle verfügt. Tatsächlich beherbergt das Nord Electro 7 die Orgel-Engine aus der Nord Organ 3, welche gleich mit einer neuen Rotary-Speaker-Emulation daherkommt. Eine realistischere und räumlichere Darstellung des Rotary Speakers wird u. a. mit drei virtuellen Mikrofon-Positionen erreicht: Wide, Close und XY. Mit „Bass Wide“ wird der Bassrotor ebenfalls breit im Stereo-Spektrum abgebildet.

Neu ist auch die Stop-Funktion, welche auf Wunsch sogar an einer festen Position stehen bleibt. Neben der klassischen Tonewheel-Orgel gibt es hier auch die Modelle Vox, Farfisa, Pipe sowie B3-Bass. Letztere eignet sich zum Spielen von Left-Hand-Bass via Splitpunkt. Übrigens kombiniert das Nord Electro 7 zum ersten Mal physische Drawbars mit einer LED-Anzeige – für optimale Übersicht und einfaches „Recall“.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Orgel des Nord Electro 7 stammt aus der neuen Nord Organ 3.

Synth-Abteilung: virtuell-analoge und FM-Synthese

Zu den interessantesten Features des Nord Electro 7 gehört die aufgebohrte Synth-Abteilung. Konnte man bislang in den Electros nur auf die Sample-Synths zurückgreifen, so bietet die siebte Generation der Electros jetzt endlich eine Möglichkeit für echte Klangsynthese. Unter „Analog“ stehen jeweils zwei Oszillatoren zur Verfügung, die klassische Wellenformen wie Dreieck, Sägezahn und Rechteck bieten. Die Oszillatoren können gemischt und gegeneinander verstimmt werden.

Ein dezidierter Regler für Cutoff und Resonanz erlaubt geschmeidige Filtersweeps – eine wirklich tolle Ergänzung. Daneben darf man im FM-Bereich aus zahlreichen Operatoren à la DX7 wählen: ein gelungener Einstieg in die komplexe Welt der Frequenzmodulation. Zum Glück stehen hier auch etliche Presets bereit – vom Moog-Bass bis hin zum FM-Piano.

Dreifach Effekte: jetzt individuell pro Sektion

Im Vorgänger mussten die Sound-Sektionen die Effekte untereinander aufteilen. Dem ist jetzt nicht mehr so: Piano, Synth und Orgel können jetzt individuell auf die Effekte zugreifen. So kann das Piano z. B. einen Chorus aus MOD1 verwenden, während die Synth-Abteilung einen Phaser aus MOD1 verwendet. Die Zuweisung des Effektpanels auf die einzelnen Sektionen erfolgt ganz einfach über den FX-FOCUS-Taster. Einzige Ausnahme: Das Reverb steht nur global zur Verfügung und kann über den Layer-Send in seinem Anteil pro Sektion geregelt werden.

Neues Display bietet mehr Übersicht

Mit dem neuen Farbdisplay bietet das Nord Electro 7 eine deutlich bessere Übersicht über Klänge und Effekteinstellungen. Preset-Nummer, Name und eingestellte Klänge lassen sich hier sehr gut darstellen. Ganz besonders in der Synth-Abteilung zeigt das Display seine Stärken: Die verschiedenen Wellenformen, Hüllkurven-Einstellungen sowie Filter-Cutoff und Filter-Resonanz werden hier bildlich dargestellt. Dazu gesellen sich gleich drei Encoder, die mit einer Push-Funktion ausgestattet sind. Schnelles Navigieren durch die einzelnen Sound-Kategorien und Presets bei den Pianos und Synths ist damit wirklich einfach. Per Druck auf die beiden Library-Push-Encoder öffnen sich jeweils Listen mit vielen Presets – schnellen Sound-Kreationen steht hiermit nichts mehr im Weg!

Fotostrecke: 5 Bilder In der Analog-Sektion stehen zwei Oszillatoren zur Verfügung.

We Hear You: zwei Modelle erscheinen mit Pitchstick und Modwheel

Das Nord Electro 7 erschien zunächst mit 61 Tasten und Waterfalltastatur. Aufgrund des kompakten Gehäuses gibt es hier keinen Pitchbender und auch kein Modwheel. Mit dem größeren Nord Electro 7 73 halten nun aber erstmals Pitchstick und Modwheel Einzug in die Electro-Serie. Optisch rückt das Instrument damit noch näher an das Nord Stage 4 heran.

Gerade in Verbindung mit der neuen Synth-Sektion erweitern die beiden Controller die Ausdrucksmöglichkeiten deutlich: So lassen sich Lead-Sounds nun mit Bendings, Vibrato und anderen Modulationen deutlich lebendiger gestalten.

Nord Electro 73: Pitchstick und Modwheel
Endlich auch beim Nord Electro 7 73: Pitchstick und Modwheel

Der hölzerne Pitchstick liegt hervorragend in der Hand und bietet genau den richtigen Widerstand, um Tonhöhenänderungen präzise zu kontrollieren. Ergänzend dazu ermöglicht das Modwheel die stufenlose Steuerung von Vibrato und weiteren Klangparametern.

Über den Taster „Wheel Assign“ im Program-Panel lassen sich unter anderem Organ-, Piano- und Synth-Lautstärken sowie Filter-Cutoff, Mod-Rate und Mod-Amount den Modwheel-Bewegungen zuweisen. Das macht das Electro 7 insbesondere im Live-Einsatz noch flexibler und schließt eine Lücke, die viele Electro-Anwender seit Jahren bemängelt haben.

Seamless Transitions, Split und Expression Pedal Assign

Dass das Nord Electro 7 ganz besonders für den Live-Betrieb konzipiert wurde, erkennt man auch daran, dass es keine abreißenden Klänge mehr gibt. Mit Seamless Transitions können Klänge umgeschaltet werden, ohne dass der ausgehaltene Klang inkl. Effekten abreißt. Daneben erlaubt das Nord Electro 7 natürlich auch das Splitten der Tastatur, was seit der neuen Synth-Abteilung besonders praktisch ist. Und noch ein Feature aus dem Nord Stage 4 ist hier zu finden: Das Expression Pedal lässt sich über die Assign-Funktion ganz einfach zahlreichen Reglern zuweisen – so bleiben die Hände fürs Spielen frei.

Nord Piano Library, Sample Library und Sample Editor

Mit dem Nord Electro 7 profitiert man natürlich auch von der wirklich üppigen und kostenlosen Nord Library. Zahlreiche Flügel, Upright-Pianos und E-Pianos können in verschiedenen Größen in das Nord Electro 7 geladen werden. Daneben findet man in der Synth-Library wirklich alles, was man als Keyboarder in jeglichem musikalischen Kontext gebrauchen kann: Streicher, Bläser, Mellotron- und Synthesizer-Samples lassen Keyboarder-Herzen höherschlagen. Bedenkt man dieses Angebot, dann darf man hier durchaus attestieren: So etwas findet man bei keinem anderen Hersteller in dieser Qualität. Dazu kommt der Nord Sample Editor, um kinderleicht Samples zu editieren und diese auf der Tastatur zu mappen. Das ist wirklich eine feine Sache!

Anschlüsse des Nord Electro 7

Die Anschlüsse des Nord Electro 7 befinden sich auf der Rückseite des Keyboards. Hier finden wir auf der rechten Seite zwei Line-Outs, einen Kopfhöreranschluss sowie einen Monitor-In. Weiter mittig liegen die Anschlüsse für Pedale: Sustain, Expression-Pedal und Rotary Control. Auch MIDI In/Out sowie ein USB-Anschluss dürfen hier nicht fehlen. Links außen befindet sich dann noch der Netzschalter.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Anschlüsse des Nord Electro 7 auf der Rückseite des Instruments.

So schlägt sich das Nord Electro 7 in der Praxis

Orgel-Section

Hören wir uns die Klänge des Nord Electro 7 an. Den Anfang macht die neue Orgel aus der Nord Organ 3. Die neue Rotary-Speaker-Emulation verleiht der B3-Orgel einen wirklich realistischen und räumlichen Sound, was mir besonders gut gefällt. Im folgenden Beispiel befindet sie sich zunächst im Stop-Mode, dann auf Slow und später auf Fast.

 Alles im direkten Zugriff: Die Organ-Sektion des Nord Electro 7
Alles im direkten Zugriff: Die Organ-Sektion des Nord Electro 7

Während des Spielens ziehe ich außerdem die Drawbars langsam heraus und lasse den Drive beherzt zupacken. Die Einstellung „Rotary Wide“ (inkl. Bass Wide) hat den breitesten Stereo-Sound und klingt für meinen Geschmack besonders reizvoll – hier rotiert es ganz besonders schön.

Audio Samples
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Organ+Rotary Wide

Auch die anderen beiden virtuellen Mikrofonpositionen sind sehr schön. Je nach Einstellung ist der Stereo-Effekt unterschiedlich stark ausgeprägt, und jede Einstellung findet einen speziellen Einsatzzweck. Egal ob im Live-Kontext oder für eine Studio-Produktion: Hier wurde an alles gedacht. XY bietet dabei übrigens die beste Monokompatibilität, was im Zeitalter der Bluetooth-Lautsprecher wieder eine besondere Relevanz hat. Außerdem bietet das Spring Reverb des Nord Electro 7 den Vorteil, dass es durch den virtuellen Speaker geschickt und dabei verwirbelt wird – ein Effekt, den ich persönlich besonders gerne nutze. Abschließend hören wir noch den B3-Bass, der sich für einen Walking Bass eignet und den Sound des B3-Fußpedals simuliert.

Audio Samples
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Organ+Rotary XY Organ+Rotary Close Organ+SpringReverb B3 Bass

Auch die weiteren Klänge der Orgel-Sektion wurden überarbeitet. Hier finden wir neben Vox und Farfisa auch eine Pfeifenorgel. Das Nord Electro 7 bietet also jede Menge Vintage-Flair, und für den Ernstfall lässt sich damit auch eine Trauung bewerkstelligen. Die virtuelle Kirchenorgel klingt ebenso authentisch wie die anderen Orgelmodelle!

Audio Samples
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Vox Farfisa Pipe

Piano-Sektion

Weiter geht es mit der Piano-Abteilung, in der wir ab Werk bereits viele neue Piano-Modelle finden. Zum Glück kann man mit dem Nord Electro 7 auf alle Klänge der Nord Piano Library zurückgreifen, und gerade hier liegt eines der Alleinstellungsmerkmale der schwedischen Keyboardmanufaktur. Unzählige Flügel-, Upright- und E-Piano-Modelle stehen kostenlos zur Verfügung.

Dabei sind die Pianos sehr unterschiedlich und reichen vom scharfen Pop-Sound bis zum dumpfen Felt-Piano, von Jazz über Klassik bis Ambient. Erst kürzlich wurde der Astoria Grand vorgestellt, welcher schon im Nord Electro 7 seinen Platz findet. Neben diesem Piano gehören das White Grand und das Amber Upright zu meinen persönlichen Lieblingssounds.

Audio Samples
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Astoria Grand White Grand Amber Upright

Neu ist der Unison-Mode, mit dem das Piano vervielfacht und leicht verstimmt wird. Perfekt für Klänge à la „Don’t Stop Believin’“ von Journey. Für eine geschmackvolle Kompression eignet sich die Dynamic Compression, bei der leisere Passagen automatisch lauter erklingen. Für akustische und elektrische Pianos sind die Timbre-Einstellungen sehr nützlich: Hier handelt es sich um EQ-Presets, die den Klang stark variieren lassen. Insbesondere bei E-Pianos bieten die Dyno-Presets weitere klangliche Finessen und lassen den glockigen Klang der 80er-Jahre wieder aufleben.

Audio Samples
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Unison Mode Dynamic Compression Timbre Dyno Wurlitzer

Neues in der Synth-Abteilung

Die Synth-Abteilung des Nord Electro 7 besteht aus drei Abteilungen: Neben den Samples gehören jetzt auch Analog und FM dazu. Mit Analog ist natürlich eine virtuell-analoge Synthese mit Filter und Hüllkurven gemeint. Die FM-Synthese ergänzt die Synth-Abteilung des Nord Electro 7 nochmals um einen großen Sprung, denn sie ermöglicht einen einfachen Einstieg in die klanglich komplexe Welt der Frequenzmodulation.

 Die Synthsektion im Nord Electro 7
Die Synthsektion im Nord Electro 7

Die drei Bereiche werden übrigens über den Category-Regler erreicht: Ein einfaches Drücken blendet eine Listenansicht verschiedener Preset-Gruppen im Display ein. Jetzt kann man mit selbigem Regler ganz einfach durch die Bereiche Samples, Analog und FM scrollen. Gleichzeitig finde ich das tatsächlich etwas umständlich: Zum Erreichen der FM-Synthese muss ich jedes Mal erst durch die Samples- und Analog-Presets scrollen. Das hätte man durchaus etwas besser strukturieren können.

Samples

Fangen wir aber zunächst vorne an und hören uns ein paar Samples aus dem Nord Electro 7 an. Mit dem Nord Electro 7 können wir aus dem mittlerweile gigantischen Fundus der Nord Sample Library schöpfen und unser Instrument nach Herzenslaune mit allerlei Klängen bestücken. Zur Verfügung stehen akustische Instrumente wie Streicher, Bläser und Percussion sowie zahlreiche Vintage-Samples aus Mellotron, Fairlight CMI und vielen mehr. Auch hier wird das Angebot kontinuierlich erweitert, was ich wirklich großartig finde. Die Qualität der Sounds ist in jeglicher Hinsicht hervorragend.

Audio Samples
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Mellotron Cinematic Strings

Analog-Synthese

Im Bereich Analog eröffnet das Nord Electro 7 zum ersten Mal eine Tür in die Welt der subtraktiven Synthese. Für mich ist das übrigens neben der neuen Orgel-Engine die womöglich wichtigste Neuerung des Nord Electro 7. Zwei Wellenformen à la Dreieck, Sägezahn, Pulswelle etc. stehen hier zur Verfügung und können miteinander gemischt und verstimmt werden. Ein Filter mit Cutoff- und Resonanzregler ermöglicht schöne Filter-Sweeps, und zwei Hüllkurven für Lautstärke und Filter erlauben alle wichtigen Features, die man von einem Synthesizer verlangt.

Pads, Leads, Synth-Brass und Polysynths: Das Nord Electro 7 macht’s möglich. Wer keine Lust zum Programmieren hat, der darf sich hier auf zahlreiche wirklich gute Presets freuen. Damit ist es besonders einfach, schnelle Sounds zu basteln. Die Synth-Abteilung ist übrigens mit 20 Stimmen ausgestattet, was mehr als ausreichend ist.

Audio Samples
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Sawtooth Detune Pad+Filter Cutoff Analog Brass Poly Synths Analog Leads

Einfaches Sound-Programming

Die Analog-Abteilung des Nord Electro 7 ist bewusst übersichtlich gehalten und konzentriert sich auf die wichtigsten Elemente der subtraktiven Synthese. Statt möglichst viele Funktionen zu integrieren, setzt Nord hier auf einen direkten und leicht verständlichen Workflow. Auf komplexere Features wie eine Pulsweitenmodulation muss man deshalb verzichten. Gerade diese Reduktion erweist sich jedoch als Stärke: Die Klangerzeugung lässt sich schnell erfassen und eignet sich hervorragend für Musiker, die erste Erfahrungen mit klassischer Synthese sammeln möchten. Wer dagegen tiefgreifendere Eingriffe und umfangreichere Modulationsmöglichkeiten sucht, wird eher bei einem Nord Stage oder Nord Wave fündig.

Gute Übersicht dank neuem Display

Zusätzliche Unterstützung bietet das farbige Display, das Filter-Cutoff, Resonanz und Hüllkurven grafisch darstellt und damit das Sounddesign deutlich anschaulicher macht. Ebenfalls an Bord ist die Unison-Funktion, mit der sich Synth-Sounds ohne großen Aufwand breiter und druckvoller gestalten lassen. Und obwohl dem Nord Electro 7 61 Pitchbend-Stick und Modwheel fehlen, sorgt der Synth-Vibrato-Taster auf der linken Bedienfeldseite dennoch für zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten beim Spielen.

FM-Synthese

Im FM-Bereich stehen zahlreiche Algorithmen zur Verfügung, bei denen jeweils Operatoren und Modulatoren verknüpft sind. Dadurch entstehen sehr eigenständige und obertonreiche Klänge, die deutlich komplexer als die Analog-Klänge sind. Wer einen Yamaha DX7 besitzt, der wird sich hier schnell zurechtfinden. Zum Glück gelingt dies aber auch ohne Vorkenntnisse, denn die überschaubaren Features, eine vereinfachte Bedienung und die gute Darstellung im Display machen auch diese komplexere Technik sehr verständlich.

Beim Ausprobieren verschiedener Algorithmen konnte ich in kurzer Zeit sehr interessante Klänge erstellen. Dazu kommt eine gelungene Auswahl an Presets, welche sich auch gut als Ausgangspunkt fürs Erstellen eigener Sounds eignen. Schaltet man jetzt noch ein paar Effekte hinzu, dann zeigt das Nord Electro 7 ein wirklich geballtes klangliches Potenzial.

Audio Samples
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FM Lead FM Bells FM Piano FM Pluck

Effekte des Nord Electro 7

Die Effektsektion des Nord Electro 7 gehört zu den Key-Features des Stagekeyboards. Zwei Slots mit typischen Modulationseffekten, ein EQ mit Speaker Cabinets, ein Compressor und Delay sowie ein Reverb-Effekt stehen hier zur Verfügung und erlauben allerhand klangliche Experimente. Auch hier lässt sich alles direkt ohne Menüs auf der Bedienoberfläche einstellen.

 Die Effektsektion des Nord Electro 7 setzt auch auf Algorithmen des Flaggschiffs Nord Stage 4
Die Effektsektion des Nord Electro 7 setzt auch auf Algorithmen des Flaggschiffs Nord Stage 4

Jede der drei Sektionen kann jetzt individuell auf die Effekte zugreifen – mit Ausnahme des globalen Reverbs. Die Auswahl der jeweiligen Sektion erfolgt dabei über den FX-FOCUS-Taster. Übrigens sind ein paar neue Effekte hinzugekommen, die es bislang nur beim Nord Stage 4 gab. Der Spring Reverb, der Ensemble-Effekt und der Chorale-Effekt ergänzen die Effektsektion. Letzterer versieht den ausklingenden Hall mit einem Chorus, was besonders reizvoll und lebendig klingt.

Audio Samples
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Spring Reverb Ensemble FX Amp Simulator Delay+Chorale Reverb Organ+Piano+Synth – Alltogether now!

Fazit

Das Nord Electro 7 ist eine konsequente Weiterentwicklung der Electro-Serie und hat an den richtigen Stellen einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Die neue Orgel-Engine aus der Nord Organ 3 klingt sehr realistisch. Insbesondere die Analog- und FM-Abteilung erweitern das Nord Electro 7 zu einem vielseitigen Synthesizer. Die Effekte können individuell für alle drei Sektionen verwendet werden und erlauben deutlich mehr Flexibilität. Das Nord Electro 7 profitiert ebenso wie fast alle Nord-Keyboards von der großen Auswahl der Nord Piano Library und Nord Sample Library. Das neue Display ermöglicht eine bessere Übersicht und hilft insbesondere beim Programmieren der Synthesizer-Sektion. Dank der Waterfall-Tastatur lässt sich das Keyboard sehr gut spielen, ganz gleich, welcher Sound eingestellt ist. Trotz der vielen Features bleibt das Nord Electro 7 sehr kompakt und lässt sich einfach bedienen – ein wirklich tolles Instrument!

Das Nord Electro 7 verbindet die klassischen Electro-Stärken mit neuer Organ-Engine, vielseitiger Synth-Abteilung und deutlich flexibleren Effekten.
Das Nord Electro 7 verbindet die klassischen Electro-Stärken mit neuer Organ-Engine, vielseitiger Synth-Abteilung und deutlich flexibleren Effekten.
  • Hersteller: Clavia Nord
  • Bezeichnung: Nord Electro 7
  • Herkunftsland: Schweden
  • Besonderheit: 3 Modelle erhältlich
  • 61er und 73er Waterfall-Versionen sowie HP-Version mit gewichteter Tastatur
  • Specs:
  • 3 unabhängige Sektionen für Piano, Orgel und Synthesizer mit Split- und Layer-Funktion
  • 6 frei definierbare Splitpunkte mit LED-Anzeige
  • Großes Farbdisplay und intuitive Bedienung mit Push-Encodern
  • Seamless Transitions für unterbrechungsfreie Soundwechsel
  • Neue Orgel-Engine aus der Nord Organ 3 mit B3-, Vox-, Farfisa- und Pipe-Organ-Modellen
  • Rotary-Speaker-Simulation mit verschiedenen Mikrofonpositionen sowie Slow/Fast/Stop
  • Physische Drawbars mit LED-Anzeige und Dual-Organ-Modus
  • Piano-Sektion kompatibel mit der Nord Piano Library
  • Dynamic Compression und Unison-Funktion für druckvollere Piano-Sounds
  • Neue Synth-Sektion mit Sample-Playback, virtuell-analoger und FM-Synthese
  • Filter, Hüllkurven, Glide, Mono-/Legato-Modus und Unison-Funktion
  • Kompatibel mit der Nord Sample Library
  • Effektsektion mit individuellen Effekten pro Sound-Sektion
  • Modulationseffekte, Delay, Amp-Simulation, EQ, Kompressor und Reverb in Stereo
  • Neue Effekte wie Ensemble und erweiterte Reverb-Varianten
  • Umfangreiche Anschlussmöglichkeiten für Bühne und Studio inklusive MIDI, USB, Audio- und Pedalanschlüssen
  • Gewicht:
  • Nord Electro 7 61: 8,4 kg
  • Nord Electro 7 73: 9,7 kg
  • Nord Electro 7 HP: 13,0 kg
  • Preise (Verkaufspreise Mai 2026)
  • Nord Electro 7 61: EUR 2477,-
  • Nord Electro 7 73: EUR 2679,-
  • Nord Electro 7 HP: EUR 2979,-

Herstellerseite: https://www.nordkeyboards.com

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Profilbild von Gunter Frank

Gunter Frank sagt:

#1 - 16.06.2026 um 23:27 Uhr

0

Ja, neben dem Viscount Legend One endlich eine amtliche Orgel mit Sample und Synth Sounds. Ideal als Zweitkeyboard auf einem Stagepiano. Aber ausgerechnet die 61er Version ohne Pitchbend. Ich hätte es mir auf mein Crumar Seven gestellt. Aber so geht es halt nicht.

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