Workshop: Effektpedale für Blues – Die wichtigsten Effektpedale für perfekte Blues-Guitar-Sounds

Welche Effektpedale benötigt man für welchen Musikstil und/oder Gitarrensound? In unserer Workshop-Reihe „Die wichtigsten Effektpedale für …“ zeigen wir euch, welche Pedale sich am besten für die unterschiedlichen Musikstile eignen. Dabei kommen wir ohne Umwege direkt auf den Punkt. Und Soundbeispiele der unterschiedlichen Kombinationen gibt es natürlich auch. Hier sind die Pedale für Blues-Guitar-Sounds.

©martihosta, pixabay
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Blues-Guitar-Sounds – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Bands und Interpreten haben den Blues geprägt? Robert Johnson ist einer der frühen bekannten Interpreten. Zu den E-Gitarre spielenden Helden der ersten Generation zählen unter anderem B. B. King, Muddy Waters und John Lee Hooker.
  • Welche aktuellen Bands und Interpreten im Blues gibt es? Sehr viele! Der Blues hat sich in unterschiedliche Subgenres weiterentwickelt und zu den bekanntesten aktuellen Interpreten und Bands zählen beispielsweise Joe Bonamassa, Gary Clark Jr., Tedeschi Trucks Band, Larkin Poe oder Black Keys.
  • Was sind typische Merkmale von Blues-Guitar-Sounds? Zunächst ist ein mehr oder weniger puristischer Ansatz nicht verkehrt, denn viele Effekte sind nicht zwingend notwendig. Ein leicht angezerrter Sound, etwas Federhall, und schon steht die Basis für eine ausgiebige Blues-Session. Wichtig ist dabei die dynamische Ansprache von Amp und Overdrive, denn von der Gitarre kommt der Ton – per Volume- und Tone-Poti und natürlich von der Anschlagsdynamik.
  • Fazit: Der Basis-Sound sollte leicht angezerrt sein und sich per Volume an der Gitarre auch auf unverzerrt zurückregeln lassen. Wah und Spring-Reverb (Federhall) sind auch nicht verkehrt. Wer eine breite und farbige Klangpalette anbieten möchte, darf sein Arsenal auch gerne um diverse Modulationseffekte und unterschiedliche Zerrpedale erweitern.

Welche Effektpedale werden für Blues-Guitar-Sounds benötigt?

Möchte man ein etwas größeres Spektrum an Blues-Guitar-Sounds abdecken, reichen in der Regel fünf Effektpedale: zwei Overdrive-Pedale für unterschiedlich intensive Zerrsounds, ein Spring Reverb, ein Wah und ein Modulationseffekt. Letzterer eher mit Vintage-Charakter, wie zum Beispiel ein Tremolo oder ein Vibe.

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Einfaches Blues Pedalboard (3 Pedale) – Diese Effektpedale sind die Basis für deine Blues-Guitar-Sounds

Wah – Overdrive – Reverb

Mit diesen drei Pedalen seid ihr für die meisten Einsätze gut gerüstet.
Der Overdrive sorgt für die Verzerrung, wobei es sich empfiehlt, ein möglichst transparentes Pedal zu wählen, das dynamisch auf den Anschlag und die Aktionen am Volume-Poti der Gitarre reagiert. Dort darf der Zerrgrad dann nämlich recht hoch eingestellt werden. Wenn es zahmer zugehen soll, wird einfach der Volume-Regler der Gitarre zum “Entzerren” genutzt.

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Ein Reverb-Pedal lässt den Sound dreidimensionaler erscheinen, wobei ein Federhall dafür ideal geeignet ist. Allerdings ist ein echter Federhall keine kompakte Lösung, und wer keinen in seinem Amp hat, der darf auf jeden Fall auch auf digitale Nachbildungen zurückgreifen. Mittlerweile haben auch viele digitale Standard-Reverb-Pedale einen Federhall-Algorithmus an Bord.

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Nummer drei beim S-Size-Pedalboard ist das Wah-Pedal. Der Wah-Effekt ist quasi Pflicht für Blues-Einsätze, denn mit ihm kann man bei Solopassagen die “eigene Stimme” im Gitarrenton noch besser herausarbeiten. Aber auch bei Rhythmuspassagen bietet der Wah-Effekt kreatives Potenzial. Und clever eingesetzt sorgen auch fest eingestellte Positionen der Wippe für interessante Klänge. Mehr dazu später; hier sind die drei Effekte mit unterschiedlichen Sounds.

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Pedalboard S-Size: Wah - Overdrive - Reverb (v.r.n.l.)
Pedalboard S-Size: Wah – Overdrive – Reverb (v.r.n.l.)
Audio Samples
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Overdrive: Gitarren-Volume zuerst auf 10, dann auf 7 (Stratocaster) Overdrive & Reverb: Reverb Bypass > On (Stratocaster) Overdrive & Reverb: Höherer Effektanteil beim Reverb Wah & Overdrive & Reverb: Wah Effekt mit gleichmäßiger Bewegung (Stratocaster)

Erweitertes Blues Pedalboard (5 Pedale) – Zwei Overdrive-Pedale für flexible Zerrsounds

Wah – Overdrive 1 – Overdrive 2 – Vibe – Reverb

Was ist besser als ein Verzerrer? Na klar: Zwei Verzerrer!
Bei unserem Medium-Setup sind daher zwei Overdrive-Pedale im Einsatz. Dabei fungiert ein Pedal als Low-Gain-Overdrive (Tube Screamer), das andere (Okko Diablo) ist auf höhere Zerrgrade getrimmt. Beim Diablo steht der Gain-Regler niedriger als im ersten Setup, wo er für alle Zerrsounds zuständig war. Wenn es richtig krachen soll, werden beide Overdrives aktiviert. Allerdings sollte man dabei mit den Gain-Reglern beider Overdrive-Pedale etwas sensibler umgehen.

Wenn ihr zwei Overdrive-Pedale kombinieren wollt, gibt es einiges zu beachten: Der Frequenzgang der beiden Pedale sollte einigermaßen übereinstimmen. Wenn ein Pedal beispielsweise einen immensen Bass-Boost hat und das andere die Höhen stark anhebt, dann ergibt das wenig Sinn, weil so kein homogener Klang entsteht. Mit dem Tone-Regler kann man zwar immer noch etwas kosmetische Feinarbeit leisten, aber wenn die Basis nicht stimmt, wird es kritisch. Der Low-Gain-Overdrive sollte in der Signalkette vor den zweiten Zerrer geschaltet werden. Will man den zweiten Overdrive dann vom ersten anblasen lassen, empfiehlt es sich, dessen Level etwas anzuheben und das Gain recht weit unten zu lassen. Meist muss man bei diesem Setup einen Kompromiss eingehen, denn mit einem zu hohen Level wird das Signal des Low-Gain-Overdrives oft zu laut, wenn er allein im Einsatz ist. Falls ihr mehr über das Zusammenschalten von Overdrive-Pedalen wissen möchtet, empfehle ich euch den Artikel zum Thema Stacking Overdrive Pedals:

Stacking Overdrive Pedals Artikelbild
Stacking Overdrive Pedals

Wie kombiniere ich Verzerrerpedale für einen bestimmten Sound? Unser kleiner Workshop zeigt die optimale Verbindung von Overdrive, Distortion, Fuzz und Booster.

09.05.2020
4,6 / 5

Der zweite Neuzugang auf dem M-Size-Board ist ein Modulationseffekt, der etwas Farbe ins Spiel bringt. Bei Blues-Sounds ist ja bekanntlich Vintage-Ästhetik angesagt und ich habe mich für ein Pedal entschieden, das einen Uni-Vibe-Sound erzeugt. Aber das ist absolut Geschmackssache. Der Uni-Vibe-Sound geht klanglich etwas mehr in Richtung Hendrix. Alternativ dazu passt für Blues auch ein Rotary-Effekt (Stevie Ray Vaughan) oder ein Tremolo (Lautstärkemodulation)

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Pedalboard M-Size: Wah - Overdrive 1 - Overdrive 2 - Vibe - Reverb
Pedalboard M-Size: Wah – Overdrive 1 – Overdrive 2 – Vibe – Reverb
Audio Samples
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Reverb: Cleaner Ampsound mit Reverb (Stratocaster) Overdrive 1 & Reverb: Low Gain Overdrive (Stratocaster) Overdrive 2 & Reverb: Mid Gain Overdrive (Stratocaster) Overdrive 1 & Overdrive 2 & Reverb: Kombination beider Zerrpedale (Stratocaster) Overdrive 2 & Vibe & Reverb: Vibe zuerst Bypass, dann On (Stratocaster)

Das große Blues-Guitar-Pedalboard (7 Pedale)

Wah – Overdrive 1 – Fuzz – Overdrive 2 – Vibe – Delay – Reverb

Für deftige Einsätze ist nun ein Fuzz-Pedal mit an Bord. Wer moderne Blues-Sounds im Stil von Gary Clarke Jr. oder Dan Auerbach (Black Keys) erzeugen möchte, kommt an diesem charakteristischen Zerrer nicht vorbei. Aber mit dezenten Einstellungen lassen sich mit einem Fuzz-Pedal auch alte Clapton-Sounds aus Bluesbreaker- oder Cream-Zeiten imitieren.

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Allerdings gibt es auch beim Fuzz eine elementare Sache zu beachten: Manche Fuzz-Pedale sind eingangsseitig darauf ausgelegt, mit hochohmigen Gitarrensignalen zu interagieren. Das bedeutet, dass sie direkt hinter die Gitarre geschaltet werden sollten. Hängt man sie hinter ein Wah oder auch hinter ein Pedal mit einem Buffer-Amp, kann es mitunter zu klanglichen Unterschieden führen. Das muss man von Fall zu Fall ausprobieren. Das Boss Fuzz beispielsweise kann überall platziert werden, weshalb ich es auch zwischen die beiden Overdrives geschaltet habe, damit man es bei Bedarf mit dem Low-Gain-Overdrive noch etwas anfeuern kann. Beim Fuzz sollte man auch darauf achten, dass es auf das Volume-Poti an der Gitarre reagiert und nicht permanent Vollgas gibt, auch wenn man den Regler an der Gitarre zurückgenommen hat.

Beim L-Size-Board haben wir zusätzlich in der Kategorie Raumeffekte aufgerüstet und ein Delay-Pedal akquiriert. Damit kann man zum einen die typischen Slapback-Echo-Sounds erzeugen, aber mit etwas höherer Verzögerungszeit (ca. 400 ms) und mehreren Echowiederholungen auch einen Lead-Delay-Wohlfühlsound einstellen. Durch die Echowiederholungen wird quasi ein künstliches Sustain erzeugt und die Töne klingen länger und der Sound insgesamt größer.

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Boss DD-8 Digital Delay
Boss DD-8 Digital Delay
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Pedalboard L-Size: Wah - Overdrive 1 - Fuzz - Overdrive 2 - Vibe - Delay - Reverb
Pedalboard L-Size: Wah – Overdrive 1 – Fuzz – Overdrive 2 – Vibe – Delay – Reverb
Audio Samples
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Fuzz & Reverb: Zuerst Gitarren Volume auf 10, dann auf 3 (Les Paul) Fuzz & Reverb: Etwas weniger Gain am Pedal, Gitarren Volume 10, Tone 0 (Les Paul) Wah & Fuzz & Reverb: Wah Bypass, dann Fixed Wah in vier unterschiedlichen Positionen (Les Paul) Overdrive 1 & Delay & Reverb: Delay zuerst Bypass, dann mit Slapback Sound (Stratocaster) Overdrive 1 & Overdrive 2 & Delay & Reverb: Delay zuerst Bypass, dann Lead Delay (Stratocaster)

Wie klingen die Effektpedale für Blues-Guitar-Sounds im Band-Arrangement?

Zum Abschluss hört ihr drei Effektkombinationen im Bandeinsatz: Zuerst eine Tele mit Overdrive 1, Slapback-Delay und Reverb. Dann die Les Paul mit Fuzz und Reverb, und in der dritten Runde ist die Stratocaster (Volume auf 7) mit Overdrive 2, Vibe und Reverb im Einsatz. Die Rhythmusgitarren sind links eine Les Paul (Overdrive 2 und Reverb) und rechts eine Esquire (Overdrive 1 und Reverb).

Audio Samples
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Das Pedalboard im Band-Einsatz

Folgende Pedale waren in diesem Workshop im Einsatz:

Hot or Not
?
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