Um es schnell auf den Punkt zu bringen: Nein. Natürlich nicht. Die Musikmesse war zu ihren Hochzeiten ein riesiges, globales Event und erstreckte sich thematisch über alle erdenklichen Bereiche der Musik. Die GearExpo in Northwick Park richtet sich an Recording-Interessierte und Synth-Fans. Und weil die GearExpo erstmals unter diesem Namen und an neuem Ort stattfand (bislang als GearFest im sehr zentralen Tileyard), bin ich am 27. Juni 2026 kurzerhand mal hingefahren, um meine neugierige Nase in den Harrow Campus der University of Westminster zu stecken, wo die Ausstellung stattfand. Ich kann aber sagen: Sie ist eine sehr interessante Veranstaltung!

An wen richtet sich die GearExpo?
Das Profil der Messe ist recht vielseitig, die typischen Recording-Freunde werden angesprochen, und alle, die sich im weitesten Sinne mit Producing beschäftigen. Insofern: Es ist ein wenig wie bei der Superbooth, nur mit umgekehrten Rollen: mehr klassische Tontechnik, etwas weniger Synths & Co. Die Ticketpreise sind mit max. £ 18 äußerst moderat und tatsächlich waren Essen und Trinken günstiger als üblicherweise auf deutschen Messen. In London. Günstiger. 😳
Warum findet die GearExpo in einer Uni statt?
Der Harrow-Campus der University of Westminster verfügt über viele Tonstudios und Übungsräume unterschiedlicher Art. Das ist natürlich eine ideale Kombination. Damit sind hier viele verschiedene Showrooms möglich, was unter anderem die vielen Lautsprecherhersteller freut. Allerdings: Das Areal ist groß, die GearExpo wirkt deshalb nicht so zusammenhängend, es gibt bisweilen ordentliche Laufwege.


Wie kommt man hin?
Die Lage ist top. Von King’s Cross ist es eine zwanzigminütige Fahrt mit der Tube, der Campus ist direkt an der Haltestelle. King’s Cross / St. Pancras wiederum ist von den Flughäfen aus gut erreichbar – und in St. Pancras kommen auch die Eurostar-Züge an. Ich bin von Köln aus morgens zur Messe und abends wieder zurück gefahren. Wer mit dem Auto hin will: Es gibt sogar Parkplätze!
Wer stellt aus?
Die Ausstellerliste ist beeindruckend! Viele Namen sind zu lesen, viel Equipment ausgestellt und antestbereit. Zudem sind viele Spezialisten vor Ort, die kompetente Auskünfte geben können. Allerdings: Es sind teilweise die britischen Vertriebe, die mehrere Marken ausstellen. Positiv: Nicht wenige Aussteller haben Workshops und Vorträge organisiert.
Firmen aus dem deutschsprachigen Raum (beziehungsweise ihre Produkte) waren auch vertreten, zum Beispiel Eve Audio mit zwei Hörräumen, SPL, die auch einen Workshop angeboten haben, Austrian Audio, Schoeps, Myburgh, Ferrofish und HEDD. Die volle Liste gibt es hier.
Gibt es Neuigkeiten auf der Ausstellungen?
Bei einer ersten Messe ihrer Art war nicht damit zu rechnen, dass Neues vorgestellt wird, und genau so war es auch. Das sollte sich aber in den nächsten Jahren ändern.

Was waren die Highlights auf der GearExpo 2026?
Das Reverbophone konnte ausführlich getestet werden. Das ist eine in Schweden gebaute Hallplatte, die auch wie ein Mikrofon im Raum aufgebaut werden kann. Häufigster Ausruf am Stand: „Impressive!“. Außerdem waren so einige Pulte funktionsfähig aufgebaut, AMS Neve, RND, API, Trident, Interphase und sogar das Chandler mit mehreren REDD- und mehreren TG-Kanalzügen. Gar nicht Teil der Ausstellung, sondern ständig auf dem Campus sind so einige Vintage-Geräte, darunter Studer-Bandmaschinen und ein STC 4033-A.




MartY ATARI sagt:
#1 - 29.06.2026 um 14:01 Uhr
sehr schön! war 2 Mal in Frankfurt, 2013 und 2015. finde es schade, das es dort vorbei ist. die superbooth ist toll aber es sollte für alle Instrumente eine Messe geben.
Nick Mavridis sagt:
#2 - 29.06.2026 um 14:53 Uhr
Hallo Marty, ja, MM und PLS waren toll, als die noch funktioniert haben. Ich finde auch, statt der Einzelmessen so ein schönes, allumfassendes Ding, das wäre gut. In Leipzig fand einmal die "Music Park" (?!) statt, die war konzeptionell vielversprechend, aber das war genau vor der Pandemie. Grüße Nick