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Bon Scott: Eine Nacht, die AC/DC für immer veränderte

Am 19. Februar 1980 starb Ronald Belford „Bon“ Scott in London – mit nur 33 Jahren. Für AC/DC endet damit nicht nur eine Ära. Fast schon zerbricht die Band und damit die Frage, ob es AC/DC überhaupt weiter geben kann.

Elfast, Public domain, via Wikimedia Commons

Vom Einwanderer-Kind zur Stimme des Rocks

Bon Scott wird 1946 im schottischen Forfar geboren und wächst später in Australien auf – wie auch die Young-Brüder, mit denen er ab 1974 den Sound und die Attitüde von AC/DC entscheidend prägt.
Laut Berichten von Irene Thornton, Scotts Ex-Frau, spielte AC/DC im Pooraka Hotel in Adelaide eine instrumentale Show. Das soll das erste Aufeinandertreffen mit Bon gewesen sein: Ein Freund ermutigte den Sänger spontan, auf die Bühne zu gehen und den Rock’n’Roll-Covern einen Text zu geben.
In wenigen Jahren wird aus der rauen Newcomer-Band ein globales Brett: „Highway to Hell“ (1979) bringt den Durchbruch.

Shortfacts

  • Name: Ronald Belford „Bon“ Scott
  • Geboren: 9. Juli 1946 (Forfar, Schottland)
  • Gestorben: 19. Februar 1980 (London)
  • Alter: 33
  • Offiziell: akute Alkoholvergiftung / „death by misadventure“

Was ist in Bon Scotts Todes-Nacht passiert?

Im Februar 1980 hält sich die Band in London auf, um an Songs wie „Have a Drink on Me“ für das nächste Album „Backin Black“ zu arbeiten. Bon Scott ist am Abend des 18. Februar unterwegs (u. a. im Club Music Machine, heute KOKO) und wird später auf der Rückbank des Renault 5 seines Freundes Allistair Kinnear zurückgelassen, um auszuschlafen. Am nächsten Tag wird er leblos gefunden. Im King’s College Krankenhaus kann nur noch sein Tod festgestellt werden.

Als offizielle Todesursache gilt laut Gerichtsmedizin eine akute Alkoholvergiftung, eingestuft als „death by misadventure“ (Tod durch Unglücksfall/Fehlentscheidung). Häufig wird außerdem beschrieben, dass Scott an seinem Erbrochenen erstickt sei. Eine Formulierung, die in vielen Rückblicken auftaucht, weil sie das Tragische dieser Nacht so brutal zusammenfasst.

Seit Jahrzehnten wird über die Details der Nacht diskutiert: Zeitabläufe, Zeugenaussagen, mögliche zusätzliche Faktoren. Bezweifelt werden die Details dieser Nacht unter Anderem von Jesse Fink, der in seinem Buch „Bon: The Last Highway“ behauptet, dass das Erbrechen durch eine Überdosis Heroin herbeigeführt worden sei.

Seine These stützt er durch die Aussagen von UFO-Gitarristen Paul Chapman und Joe Fury, die besagen, dass Bon das Apartment am Abend verlassen hatte, um Heroin zu besorgen.

Trauer, Trotz – und „Back in Black“

Nach Bons Tod steht die Band vor der Auflösung. Doch AC/DC machen weiter, unter Anderem mit dem Gefühl: Bon hätte das so gewollt. 1980 übernimmt Brian Johnson das Mikro, und „Back in Black“ wird als Tribut veröffentlicht: ein Album, das nicht nach „Neuanfang“ klingt, sondern als Versprechen.

Bon Scott bleibt: nicht nur Legende, sondern Maßstab für alles, was danach kommt

Bon Scott war vielleicht kein „perfekter“ Frontmann. Er war der, der zwischen Kneipenwitz und Abgrund balancierte. Seine Texte konnten rotzig sein, erschreckend direkt, oft unfassbar klar. Und genau deshalb funktionieren sie bis heute: weil sie nicht komplett glattgebügelt sind, sondern nach Straße, Schweiß und Wahrheit riechen.

Wir können Bon Scott nicht „zurückholen“, aber wir können uns richtig an ihn erinnern: als Stimme einer Band, die aus drei Mal A-Dur und maximaler Power Weltgeschichte geschrieben hat.

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