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Test: Cornerstone Centurio – Zwei Klon-Klone in einem Pedal

Das Cornerstone Centurio ist eine Hommage an den legendären Klon Centaur Overdrive und vereint zwei Schaltkreise in einem Gehäuse. Mit unabhängigen Gain- und Volume-Potis soll das in Italien hergestellte Pedal besonders flexibel einsetzbar sein, ganz so, als hätte man zwei Klon-Style-Pedale auf dem Board. Zusätzlich hat Cornerstone-Mastermind Emilio Massari dem Centurio zwei stufenlos blendbare Clipping-Optionen spendiert, mit denen die verschiedenen „Dioden-Epochen“ des berühmten Originals eingefangen werden sollen.

Cornerstone Centurio bonedo Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • vielschichtige Sounds aus dem Klon-Universum
  • flexible Gain- und Clipping-Optionen
  • erweiterter Bassbereich
Contra
  • keine komplett unabhängigen Kanäle (Gain des Normal-Kanals immer aktiv)

Cornerstone Centurio – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Sounds liefert das Pedal? Das Centurio ist eine Interpretation der legendären Klon-Schaltung und eignet sich als Booster und Overdrive für Low- bis Medium-Gain.
  • Was ist das Besondere am Centurio? Das Centurio vereint zwei Schaltkreise mit separaten Volume- und Gain-Potis in einem kompakten Gehäuse. Außerdem bietet das Pedal zwei stufenlos kombinierbare Dioden-Clipping-Optionen.
  • Was sagt der Test?  Das Centurio ist eine flexible und vielseitig einsetzbare Interpretation des Klon Centaur mit erweitertem Gain- und Bassbereich. Der Hot-Mode lässt sich in der Praxis allerdings nur als zweite Gain-Stufe und nicht als komplett unabhängiger Kanal nutzen (Gain des Normal-Modus bleibt immer aktiv).

Wie wird das Centurio bedient?

Das Centurio sitzt in einem 334 Gramm schweren Gehäuse mit den Maßen (B × H × T) 65 × 60 × 125 mm und kann mit einem Standard-9V-Netzteil bei einer Stromaufnahme von 120 mA betrieben werden. Für die Verwaltung der beiden Schaltkreise stehen zwei Fußschalter bereit, von denen jeder einen der beiden Modi (Normal, Hot) separat an- und ausschaltet. Der direkte Wechsel zwischen den Modi kann außerdem über einen externen Fußschalter gesteuert werden (EXT-Switch-Buchse). Als Bedienelemente für den Normal-Modus stehen Potis für den Höhenanteil (Tone), die Ausgangslautstärke (Volume) und den Grad der Verzerrung (Gain) bereit, während sich der Hot-Mode mit den beiden Potis für Volume und Gain begnügt. Zusätzlich gibt es hier zwei feste Settings für den Anteil der Höhen, die per Schalter (Bright) angewählt werden können. 

Fotostrecke: 5 Bilder Das Cornerstone Centurio sitzt in einem 334 Gramm schweren Gehäuse mit den Maßen (B × H × T) 65 × 60 × 125 mm.

Mit dem Clip-Poti durch die Klon-Historie

Das Clip-Poti arbeitet global für beide Pedalhälften und bietet zwei unterschiedliche Clipping-Optionen, die sich stufenlos miteinander blenden lassen. In der Minimalstellung haben wir es hier mit einem asymmetrischen Clipping für mehr Headroom und Definition zu tun, während die Maximalstellung ein symmetrisches Clipping mit mehr Kompression erzeugt. Chef-Entwickler Emilio Massari hatte bei diesem Feature laut eigenen Aussagen das Spektrum der unterschiedlichen Bauteile im Hinterkopf, die über die Jahre in den verschiedenen Klon-Versionen verwendet wurden. Wie man weiß, spielen dabei für echte Klon-Nerds die Clipping-Dioden eine entscheidende Rolle, wenn es um den sagenumwobenen Sound der Originalschaltung geht. 

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So wird das Cornerstone Centurio getestet

Für den Test sitzt das Centurio vor einem Budda Superdrive 45 in Kombination mit einem Two Notes Torpedo Captor X. Alle Delay- und Reverb-Sounds kommen von einem MXR Carbon Copy und einem Neunaber Wet Reverb. Als Gitarren kommen eine Maybach Texonian T54, eine Maybach Lester und eine 87er Fender Squier Strat zum Einsatz. Als Vergleichspedal dient ein J. Rockett Audio Designs Archer Ikon.

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So klingt der doppelte Klon-Klon vor dem Amp

Bei den ersten Soundchecks ertönt das Centurio wie erwartet mit den typischen Attributen eines Klon-Style-Pedals. Hierzu gehören eine leicht mittenbetonte, aber dennoch transparente Verzerrung, gepaart mit einer sehr charakteristischen Art der Kompression. Die eigenen Zerrreserven reichen dabei bis in den Medium-Gain-Bereich, während sich über das Volume-Poti nachfolgende Amps oder Pedale nachhaltig in die Sättigung treiben lassen. Dabei erzeugt das Centurio in meinen Ohren einen etwas ausgeprägteren Bassbereich als andere Klon-Style-Pedale. Dies gilt vor allem für den Hot-Modus, der noch einmal deutlich voluminöser erklingt und obendrein zusätzliche Gain-Reserven liefert. So sind in diesem Modus auch warme Medium-Gain-Sounds möglich, die mich teilweise an den Charakter von Dumble-Style-Pedalen erinnern.

Auch als Booster vor einem bereits verzerrten Amp glänzt das Centurio und zeigt sich insgesamt etwas breitbandiger als mein Referenzpedal. Wer seinen Klon gerne zum „Verschlanken“ von High-Gain-Sounds verwendet, dürfte sich daran eventuell etwas stören. 

Wir hören das Centurio zunächst in drei unterschiedlichen Disziplinen mit dem Clip-Poti in der Minimalstellung, dem Tone-Poti auf 14 Uhr und aktiviertem Bright-Switch im Hot-Modus.   

Audio Samples
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Soundcheck Low Gain, Bypass → Normal → Hot Mode (Tele) Soundcheck Mid Gain, Bypass → Normal → Hot Mode (Strat) Soundcheck Boost, Bypass → Normal → Hot Mode (Les Paul)

Während die Volume-Potis im Normal- und Hot-Mode komplett unabhängig voneinander arbeiten, bleibt das Gain-Poti des Normal-Modes auch im Hot-Modus aktiv. In der Praxis ergeben sich so, streng genommen, keine „unabhängigen“ Kanäle, sondern eher eine zweite Gain-Stufe. Somit kann man mit dem Gain-Poti im Hot-Mode nur Gain “addieren”, nicht aber einen völlig unabhängigen (z. B. geringeren) Gain-Wert einstellen. Wir hören den Regelweg beider Gain-Potis, wobei das Poti des Normal-Modus im zweiten Beispiel in der 14-Uhr-Stellung verweilt.

Audio Samples
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Gain Range Normal, min → max (Tele) Gain Range Hot Mode, min → max (Tele)

Der Bright-Switch liefert zwei alternative Höhen-Presets für den Hot-Mode und kam bei mir im direkten Vergleich mit dem Normal-Mode ausschließlich in der On-Position zum Einsatz. Mit dem Clip-Poti liefert das Centurio zwei unterschiedliche Clipping-Charakteristika (asymmetrisch/symmetrisch), die sich stufenlos ineinander blenden lassen. Auch wenn sich der Effekt für die Ohren sehr subtil verhält, spürt man im Anschlag einen leichten Unterschied in Bezug auf das Kompressionsverhalten und die Gain-Struktur.

Audio Samples
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Bright Switch, off/on (Strat) ClipPoti, Normal Mode, min/12/max (Tele) Clip-Poti, Hot Mode, min/12/max (Les Paul)

Abschließend hören wir noch einen Direktvergleich zwischen meinem Referenzpedal, dem J. Rocket Archer Ikon und dem Cornerstone Centurio.

Audio Samples
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J. Rockett Archer Ikon vs. Cornerstone Centurio (Tele)
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Fazit

Das Cornerstone Centurio ist eine vielseitig einsetzbare Interpretation der beliebten Klon-Schaltung und sorgt mit seiner zweiten Gain-Stufe und dem innovativen Clipping-Poti für willkommene Abwechslung. Ganz unabhängig vom Klon-Hype präsentiert sich das Centurio so als flexibles Dual-Overdrive- und Booster-Pedal. Der etwas ausgeprägtere Bassbereich sorgt in höheren Gain-Settings für etwas mehr Wärme als bei vergleichbaren Pedalen. Wer seinen Klon gerne zum „Verschlanken“ von High-Gain-Sounds verwendet dürfte sich hieran eventuell stören. Außerdem arbeiten die beiden Kanäle des Centurio nicht „komplett unabhängig“, da das Gain-Poti des Normal-Modes auch im Hot-Mode aktiv bleibt.

Artikelbild
Centurio Dual Overdrive
Für 299,00€ bei
  • Hersteller: Cornerstone
  • Modell: Centurio
  • Typ: Dual Overdrive Pedal
  • Herstellungsland: Italien
  • Anschlüsse: Input, Output, Ext Switch, Netzteil
  • Regler/Schalter: Tone, Clip, Volume (Normal), Volume (Hot Mode), Gain (Normal), Gain (Hot Mode), Bright
  • Stromversorgung: 9-V-Netzteil
  • Stromaufnahme: 120 mA
  • Abmessungen: (B × H × T) 65 × 60 × 125
  • Gewicht: 324 g
  • Ladenpreis: 299,00 Euro (Juni 2026)

Herstellerseite: https://www.cornerstonemusicgear.com/

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