Test: Dixon Cornerstone Hybrid Kit – Mittelklasse mit vielen Extras?

Dixon setzt bei der Cornerstone-Serie auf eine Rezeptur aus drei Hölzern, vielen Finish-Optionen sowie einer Ausstattung, die in einigen Teilen über das bekannte Maß hinausgeht. Ob das Hybrid Kit des taiwanesischen Herstellers uns überzeugt hat, erfahrt ihr hier. 

Test: Dixon Cornerstone Hybrid Kit
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • gute Ausstattung
  • leicht stimmbar / großer Stimmumfang
  • kompakter, druckvoller Sound
  • Markenschlagfelle auf allen Trommeln
  • preisgünstige, optionale Stahlsnare mit gutem Sound
Contra
  • knitteriges Bassdrum-Resonanzfell
  • Mikrofonhalter sollten etwas länger sein

Dixon Cornerstone Hybrid – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Kessel hat das Cornerstone Hybrid? Eine Mischung aus US-Maple, Red Silkwood und Pappel. Daher auch der Namenszusatz Hybrid.
  • Wie ist die Ausstattung im Vergleich zur Konkurrenz? Das Cornerstone Hybrid punktet vor allem mit außergewöhnlichen Finishes und Evans-Markenschlagfellen, auch spezielle Mikronfonhalter sind enthalten.
  • Was sagt der Test? Druckvolle Sounds und ein großer nutzbarer Stimmumfang machen das Set zu einer interessanten Alternative für aufstrebende Drummer / preisbewusste Käufer. Auch die Cornerstone Stahlsnare, die nicht zum Set gehört, kann überzeugen.

Einmal ausgepackt…

Für mich als Tester ist immer spannend, sich „amtliches“, aber etwas preisgünstigeres Equipment anzuschauen und herauszufinden, was abseits der großen Hersteller so an Konzepten präsentiert wird. Das Cornerstone Hybrid Kit wird in zwei Kartons ausgeliefert und kostet zum Zeitpunkt des Tests 1.299 Euro. Dazu habe ich eine Cornerstone Steel Snare in 14″ x 6,5“ erhalten, die mit 225 Euro ebenfalls sehr attraktiv ausgepreist ist. Unser Set ist eine sogenannte Studio-Konfiguration mit den folgenden Kesselgrößen:

Artikelbild
20" Cornerstone Hybrid Set MST
Für 1.299,00€ bei
  • 20″ × 16″ Bassdrum
  • 10″ × 7″ und 12″ × 8″ Toms
  • 14″ × 12″ Floortom

Wer es etwas größer mag: Es gibt auch Varianten mit einer 22“ x 18“ Bassdrum und einem 16“ x 16“ Standtom – zum identischen Preis wie die hier vorliegende Studio-Konfiguration.

Alles ausgebreitet – bis auf die Bassdrum sind auch schon alle Trommeln befellt.
Alles ausgebreitet – bis auf die Bassdrum sind auch schon alle Trommeln befellt.

Lieferumfang und Felle

Bis auf die Bassdrum sind alle anderen Trommeln bereits fertig befellt und quasi spielbereit. Apropos Felle: Dixon stattet alle Cornerstone-Trommeln mit Markenschlagfellen von Evans aus. Für die Bassdrum ist ein klares Evans EMAD dabei, auf den Toms befinden sich klare G2-Felle. Und sogar die Cornerstone Steel Snare ist mit einem UV1-Schlagfell ausgestattet. Das ist in dieser Preisklasse wirklich selten.

Bei den Resonanzfellen wird dann etwas gespart, sie sind dünner und tragen lediglich das Dixon-Logo. Ein bisschen enttäuschend ist das vorgedämpfte Bassdrum-Resonanzfell im Chrome-Look: Es kommt bei unserem Testset stark zerknittert aus dem Karton, sodass ich es ziemlich stark spannen muss, damit es etwas ansehnlicher aussieht. Positiv fällt auf, dass das Loch zum Mikrofonieren direkt mit einem Bassdrum O’s Lochverstärkungsring versehen ist.

Fotostrecke: 3 Bilder Die siebenlagigen Kessel setzen sich aus drei Holzarten zusammen…

Dixon Cornerstone: Die Kessel und Gratungen

Wahrscheinlich auch um sich von der Topserie Artisan mit reinen Ahornkesseln abzugrenzen, verwendet Dixon beim Cornerstone eine Kombination aus drei Holzarten: zwei äußere Lagen Ahorn, drei Lagen Red Silkwood und zwei Innenlagen Pappel.

Bei Red Silkwood scheint es sich um einen schnell wachsenden Laubbaum zu handeln, der vor allem in fernöstlichen Ländern vorkommt. Den roten Anteil in der Mitte der Cornerstone-Kessel kann man jedenfalls sehr gut erkennen. 

Die Toms kommen auf eine Wandstärke von 6,7 Millimetern, die Bassdrum auf 7,2 Millimeter. Die Kesselgratungen sind im 45-Grad-Winkel geschnitten und haben einen sehr kleinen Gegenschnitt. Das ist bekannter Standard, an den Gratungen gibt es von meiner Seite aus nichts zu beanstanden.

Metallic Silver with Turquoise Blue heißt das Finish unseres Testkandidaten.

Beim Finish handelt es sich um eine silbergraue Lackierung (Metallic Silver with Turquoise Blue) die sehr sauber ausgeführt ist. Als Kontrast kommen die Spannreifen der Bassdrum ins Spiel. Sie sind innen türkis (oder je nach Lichteinfall auch mintgrün) lackiert und außen mit einer Chromfolie überzogen. Das passt optisch hervorragend zum vorgedämpften Resonanzfell. Wem das Finish allerdings einen Tacken zu viel des Guten ist, dem sei gesagt, dass es auch zahlreiche andere Finishes gibt, die etwas klassischer ausfallen. Zum Beispiel ein hochglanzlackiertes Schwarz oder ein ebenfalls hochglanzlackiertes Natural-Finish mit dunkleren Spannreifen.

Hardware und Zubehör

Alle Trommeln sind mit 2,3 Millimeter starken, dreifach geflanschten Reifen bestückt, die Toms haben ein Rims-System, das am untersten Punkt mit einem Gummi am Kessel anliegt. Das kann man auf dem folgenden Foto gut erkennen.

Der untere Teil des Haltesystems liegt am Kessel an.
Der untere Teil des Haltesystems liegt am Kessel an.

Ein paar Extras außer der Reihe

Wie schon in der Einleitung angesprochen, hat das Cornerstone Hybrid ein paar Besonderheiten im Lieferumfang. Dazu gehören beispielsweise zwei Mikrofonadapter für die kleineren Toms, die in die breiteren Zwischenräume des Hängetom-Aufhängungssystems passen. Das ist eine coole Idee, da Anclip-Mics in Kombination mit Rims viele Tonmenschen vor Herausforderungen stellen.  

In meinem Fall konnte ich sie allerdings nicht benutzen, da der obere Teil etwas kurz geraten scheint. Meine Audix-D2-Mikrofone berühren so die Trommelfelle, deshalb musste ich auf meine eigenen Klemmen zurückgreifen.

Jede Menge Zubehör, wie zum Beispiel die zu den Spannreifen passenden Mikrofonhalter.
Jede Menge Zubehör, wie zum Beispiel die zu den Spannreifen passenden Mikrofonhalter.

Mit Mikrofonen wie dem Sennheiser E609, das sich nach hinten abwinkeln lässt, sollte es funktionieren. Vielleicht sollte Dixon den oberen Teil der Adapter etwas verlängern, damit auch normale Tom-Mikrofone besser passen.

Ebenfalls dabei ist der Drummer Pouch, der einen Stimmschlüssel und einige Ersatzteile enthält.

Vermisst habe ich ein Dämpfungskissen für die Bassdrum. Auch ein Schutzaufkleber für den Schlagfell-Spannreifen der Bassdrum liegt nicht bei. Der wäre durchaus sinnvoll, um Kratzer durch das Bassdrum-Pedal zu vermeiden.

Die Cornerstone Steel Snare

Die 14“ x 6,5“ große Cornerstone Steel Snare ist eine passende Ergänzung zum Set. Sie hat einen 1,0 Millimeter starken, geschweißten Kessel ohne mittlere Sicke, der mit zehn Doppel-Spannböckchen ausgerüstet ist. Auch hier bin ich von der Ausstattung positiv überrascht. Eine stabile, seitlich abklappbare Abhebung mit komfortablen Einstellrädchen und ein guter Snareteppich sowie das UV1-Schlagfell runden das Gesamtbild ab.

Fotostrecke: 3 Bilder Der Blick auf die optionale Cornerstone Steel Snare.

So klingt das Cornerstone Hybrid Set in der Praxis

Für die Aufnahmen habe ich zunächst einen Durchgang mit den Werksfellen und einer eher tiefen Stimmung gemacht. Das ging dank der gleichmäßig laufenden Stimmschrauben recht einfach. Auch über die Stimmstabilität kann ich nur Positives berichten. Ich habe keine zusätzliche Dämpfung verwendet, abgesehen von einem Kissen in der Bassdrum. Besonders gut gefällt mir das kontrollierte Sustain der Toms. Insgesamt klingt das Set druckvoll, aber gleichzeitig kompakt.

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Mehr Informationen

Für den zweiten Durchgang habe ich ein paar Änderungen an der Bassdrum vorgenommen, um das gesamte klangliche Potenzial auszuloten. Mit dem serienmäßigen Resonanzfell klang die Bassdrum zwar konkret, aber für meinen Geschmack etwas zu dumpf. Also habe ich ein ungedämpftes Resonanzfell montiert und auch den Dämpfungsring aus dem EMAD-Fell entfernt. Dadurch klingt die Bassdrum jetzt deutlich offener und dynamischer. Außerdem habe ich die Tomfelle gegen beschichtete UV1-Felle ausgetauscht und das gesamte Set deutlich höher gestimmt.

Audio Samples
0:00
Werksfelle, tiefe Stimmung – Check Werksfelle, tiefe Stimmung – 12/8-Groove Werksfelle, tiefe Stimmung – Rod- & Mallet-Groove UV1 auf Toms, BD offener – Check UV1 auf Toms, BD offener – Groove UV1 auf Toms, BD offener – Besen
Dixon Cornerstone Hybrid

Welche Alternativen gibt es zum Dixon Cornerstone?

In der Preisklasse zwischen 800 und 1.400 Euro gibt es einige Sets. Die erste Empfehlung wäre nach wie vor das Yamaha Stage Custom Birch. Es ist als Shellset ab etwa 800 Euro erhältlich, inklusive Snare. Alternativ gibt es ein Komplettpaket mit Hardwareset für 1.198 Euro. Meine zweite Wahl wäre das etwas teurere Tama Starclassic Performer als vierteiliges Set. Es ist mit Gussspannreifen und Evans-G1-Schlagfellen ausgestattet und kostet zwischen 1.349 und 1.399 Euro. Beide Sets verfügen zudem über eine Doppeltomhalterung, das Yamaha hat allerdings keine Markenfelle. Klanglich kann das Cornerstone aber mit beiden Sets mithalten.

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Fazit 

Das Cornerstone Hybrid Kit ist ein wirklich gut klingendes Instrument. Es ist in meinen Augen eine perfekte Wahl für aufstrebende Schlagzeuger, die ein zuverlässiges Kit mit fokussiertem Klang suchen, aber nicht das Budget für ein Set oberhalb von 2.000 Euro aufbringen können. Besonders gut gefällt mir, dass Dixon in dieser Preisklasse Marken-Schlagfelle verwendet. Auch der Stimmumfang ist bemerkenswert groß. Klar, ein 14″ × 12″ Floortom kommt nicht so tief herunter wie ein 16-Zöller, insgesamt gefällt mir aber der kompakte Charakter der drei Toms in Kombination mit der 20“ Bassdrum. Auch dass Dixon viele weitere Finish-Optionen und Shellsets mit einer 22“ Bassdrum und 16“ Floortom zum identischen Preis anbietet, ist ein kundenfreundlicher Schachzug.

Ich könnte mir vorstellen, dass mit Marken-Resonanzfellen auf den Toms sogar noch etwas mehr klangliches Potenzial herauszuholen wäre. In der Summe gibt es auch nicht viel zu bemängeln. Wie bereits erwähnt, könnte das verchromte Resonanzfell der Bassdrum optisch etwas schöner ausfallen. Auch die zwei speziell zu den Spannreifen passenden Mikrofonadapter sind eine coole Idee, allerdings für meine Audix-Mikrofone etwas zu kurz. Hier könnte der Hersteller noch einmal nachlegen.

Nicht Teil des Sets, aber definitiv einen Check wert ist auch die Cornerstone Steel Snare. Sie klingt knackig und hat gleichzeitig ordentlich Bauch – und das zu einem sehr attraktiven Preis. 

  • Hersteller:
  • Dixon
  • Serie: Cornerstone Hybrid
  • Herkunftsland: Taiwan
  • Kessel: 7-lagig (Maple, Red Silkwood, Poplar)
  • Finish: Metallic Silver with Turquoise Blue (Lackierung)
  • Kesselgrößen:
  • 20“ x 16“ Bassdrum
  • 10“ x 7“, 12“ x 8“ Toms
  • 14“ x 12“ Standtom
  • Hardware: verchromt
  • Zubehör: Drummer Pouch, Mikrofonhalter (2x)
  • 3x Standtombeine, 2x Tomhalterungen
  • Preise: (Verkaufspreise Oktober 2026)
  • Dixon Cornerstone Hybrid Set EUR 1.299,-
  • Dixon Cornerstone Steel Snare EUR 225,-
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Herstellerseite: https://playdixon.com/drum-kits/cornerstone

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Metallic Silver with Turquoise Blue heißt das Finish unseres Testkandidaten.

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