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Test: Gibson J-45 Century 12-Fret – Eine lohnenswerte Alternative zum Klassiker?

Mit der Gibson J-45 Century 12-Fret präsentiert sich eine besondere Variante der legendären Dreadnought. Dabei ist das Instrument Teil der zur NAMM 2026 vorgestellten Century Collection, die das 100-jährige Jubiläum der ersten Flat-Top-Acoustics von Gibson zelebriert. Wie der Produktname schon vorab verrät, setzt die Spezialausgabe auf einen Hals-Korpus-Übergang am 12. Bund, der – inspiriert vom klassischen Gitarrenbau – besonders bei frühen Westerngitarren von Martin und Gibson zu finden ist.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • kompaktes und bequemes Format
  • gute Bespielbarkeit
  • charakterstarker Klang
Contra
  • etwas nachlässig ausgeführte Bundbearbeitung

Gibson J-45 Century 12-Fret – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist die Gibson J-45 Century 12-Fret? Die Gibson J-45 Century 12-Fret ist eine Sonderausgabe der berühmten Gibson J-45 zum 100-jährigen Jubiläum der ersten Flat-Top-Akustikgitarren des Herstellers. 
  • Worin unterscheidet sich die J-45 Century 12-Fret von der typischen J-45? Der Unterschied liegt im Hals-Korpus-Übergang, der sich hier am 12. Bund und nicht wie gewöhnlich am 14. Bund befindet. Durch diese Modifikation verschiebt sich auch die Position des Stegs, was einen entscheidenden Einfluss auf das Schwingungsverhalten hat.
  • Kommt die J-45 Century 12-Fret mit Tonabnehmer? Nein, ein Pickup muss bei Bedarf nachgerüstet werden.
  • Das sagt der Test: Die J-45 Century 12-Fret entpuppt sich als interessante Alternative zu ihrer berühmten Schwester und spielt sich sehr bequem. Einzig die Bundbearbeitung könnte etwas sorgfältiger ausfallen. 

Erster Eindruck: Entspricht die Fertigungsqualität der J-45 Century 12-Fret dem Preis?

Ausgeliefert wird die J-45 Century 12-Fret in einem schicken Formkoffer mit Tweed-Bezug und – passend zu Thema der Century-Collection – dem frühen Schriftzug des Herstellers. Wie eine erste Begutachtung der Gitarre zeigt, wirkt sie mit ihrer satinierten Nitro-Lackierung etwas schlichter als die aktuelle Standardversion der Gibson J-45. Abgesehen von ihren veränderten Proportionen unterscheidet sie sich vom Dreadnought-Klassiker außerdem durch ein Schlagbrett im Stil der Gibson L-00. Auch wenn die Sonderausgabe des Gibson-Workhorses eine solide Verarbeitung aufweist, könnten bei einem Preis von über 2000 Euro die Bundkanten sauberer abgerundet und die Bünde stellenweise auch etwas sorgfältiger poliert sein. 

Fotostrecke: 5 Bilder Die Gibson J-45 Century 12-Fret ist eine Sonderausgabe der berühmten Gibson J-45.

Keine Experimente bei der Holzauswahl

Was die Hölzer anbelangt, bleibt auch bei der Sonderedition alles beim Alten. Dementsprechend vertraut die Gibson J-45 Century 12-Fret auf die bewährte Kombination aus massiver Fichtendecke und Mahagonikorpus, gepaart mit einem Hals aus Mahagoni samt Palisandergriffbrett. Aufgrund des kürzeren Halses hat die Gitarre zudem nur 19 statt 20 Bünde.

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Die perfekte Dreadnought für die Couch?

Beim ersten Anspielen ist es erst einmal erstaunlich, wie sich die vorliegende Modifikation der J-45 aufs Spielgefühl auswirkt. Denn obwohl wir es hier nach wie vor mit einer Dreadnought zu tun haben, wirkt die mit knapp 1,8 kg angenehm leichte 12-Fret-Version spürbar kompakter und entpuppt sich als tolle Partnerin für das gemütliche Spiel auf der Couch. Klanglich wirkt sie wiederum keineswegs geschrumpft, sondern ertönt sehr laut, kräftig und selbstbewusst. Ist man mit dem Spielgefühl der klassischen J-45 vertraut, macht sich die veränderte Position des Stegs durchaus auch für die rechte Hand bemerkbar. Für meine Begriffe hat man hier etwas mehr Platz.

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Die klanglichen Unterschiede zur regulären J-45

Nicht nur auf das Spielgefühl, sondern auch auf den Sound wirkt sich die Modifikation hörbar aus. Kaum verwunderlich, hat die veränderte Stegposition Einfluss auf das Schwingungsverhalten der Decke. Und auch wenn die Gitarre zweifelsohne die Gene des Dreadnought-Klassikers in sich trägt, ist die Ansprache im Bass nicht so trocken und auch das typisch-Nasale im Sound für meine Begriffe weniger ausgeprägt. Ist das jetzt besser oder schlechter? Weder noch – einfach nur anders und vom Geschmack abhängig.

Aufnahmen mit der Gibson J-45 Century 12-Fret

Für die Aufnahmen habe ich einen bunten Strauß verschiedener Spielweisen und Stile zusammengestellt. Abgenommen wird die Gitarre mit einem Neumann TLM 103 auf Höhe des Hals-Korpus-Übergangs.

Audio Samples
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Melody & Chords 1 Strumming Fingerpicking 1 Melody & Chords 2 Powerchords Melody & Chords 3 Fingerpicking 2
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Fazit

12-Fret-Varianten der J-45 waren auch vor dem diesjährigen Jubiläum der Gibson-Flat-Tops hin und wieder Teil des Herstellerkatalogs, allerdings eher als hochpreisige und limitierte Ausgaben. Mit der J-45 Century 12-Fret präsentiert sich nun erstmals eine erschwinglichere Version. Und wie sich im Test zeigt, lohnt es sich absolut, diese anzuspielen. Klanglich bewahrt sie die typischen Eigenschaften des Klassikers, zeigt aber durchaus eigene Charaktereigenschaften. Darüber hinaus spielt sie sich äußerst bequem. Einzig die Bundbearbeitung dürfte bei einem Preis von aktuell knapp 2300 Euro sorgfältiger ausfallen.

Artikelbild
J-45 Century 12-Fret VS
Für 2.279,00€ bei
  • Hersteller: Gibson
  • Modell: J-45 Century 12-Fret
  • Bauform: Dreadnought
  • Typ: Westerngitarre
  • Herstellungsland: USA
  • Decke: massive Sitka-Fichte
  • Finish: Vintage Sunburst (satinierter Nitro-Lack)
  • Boden und Zargen: Mahagoni
  • Hals: Mahagoni (Slim-Taper)
  • Griffbrett: Palisander
  • Griffbrettradius: 304,8 mm (12″)
  • Sattelbreite: 43,81 mm/1.724“
  • Mensur: 628,7 mm / 24.75″
  • Sattel & Stegeinlage: Knochen
  • Bünde: 19
  • Stimmmechaniken: Vintage-Style mit cremefarbenen Stimmflügeln
  • Gewicht: 1750 g
  • Zubehör: Case
  • Verkaufspreis: 2.279,00 Euro (Juli 2026)

Herstellerseite: https://www.gibson.com/de-eu

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