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Test: Millenium MPS-1500 Hybrid-X E-Drum Set

Millenium präsentiert mit dem MPS-1500 Hybrid-X sein bisher teuerstes E-Drumset. Als Basis diente das bisherige Topmodell Millenium MPS-1000, allerdings liegt dem MPS-1500 ein neuartiges Konzept zugrunde. Während bei herkömmlichen E-Drumsets Soundmodul und Pads strikt voneinander getrennt sind, kommt beim MPS-1500 mit einem Modul mit integrierten Schlagflächen zum Einsatz. Solche Multipads sind zwar nicht neu, aber bisher waren sie nie Bestandteil eines E-Drumsets, sondern wurden meist als Ergänzung zum Akustik-Drumset eingesetzt. Wir ergründen in diesem Test, ob das Konzept aufgeht und ob das MPS-1500 seinen Preis wert ist.

Test: Millenium MPS-1500 Hybrid-X E-Drum Set
Unser Fazit:
3,5 / 5
Pro
  • große Auswahl an Sounds
  • Modul separat als Multipad nutzbar
  • vollflächig bespielbare Cymbal Pads
  • Bluetooth-Schnittstelle
Contra
  • Funktionsmängel bei der Hardware (siehe Praxis)
  • hohe Latenz

Millenium MPS-1500 Hybrid-X E-Drum Set – das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Besondere am Millenium MPS-1500 Hybrid-X? Das MPS-1500 ist ein E-Drumset mit Echtholzkesseln, welche mit Mesh Heads bespannt sind. Als Besonderheit ist das Soundmodul als Multipad mit neun Schlagflächen konzipiert.
  • Kann man das Soundmodul des MPS-1500 auch separat nutzen? Ja, das Modul ist separat nutzbar und kann beispielsweise als Ergänzung zu einem akustischen Schlagzeug verwendet werden.
  • Ist das MPS-1500 vergleichbar mit dem MPS-1000? Die Drum- und Cymbal Pads der beiden Sets sind zum Teil identisch, allerdings verfügt das MPS-1000 über ein herkömmliches Modul ohne integrierte Pads und bietet wesentlich weniger Sounds und Drumkits.
  • Wie viele Sounds und Drumkits bietet das MPS-1500? Das MPS-1500 verfügt über 3622 Sounds und 160 Drumkits, von denen 80 als User Kits frei konfigurierbar sind. 

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E-Drumset im Akustik-Look

Bei den Drumpads haben wir es mit Holzkesseln zu tun, die mit Mesh Heads bespannt sind. Dabei verfügen die Toms und die Snaredrum über jeweils zwei Triggerzonen.

Die Maße lauten: 

  • 22“ x 16″ Bassdrum
  • 10“ x 06“ und 12“ x 06“ Racktoms
  • 14“ x 14“ Floortom
  • 13“ x 5,5“ Snaredrum
Mesh-Head
Fotostrecke: 5 Bilder Alle Trommeln des MPS-1500 sind mit Meshheads bespannt.

Hinzu kommen eine zweiteilige 13“ Dual Zone Hi-Hat, zwei 15“ Dual Zone Crashes und ein 18“ Triple Zone Ride. Alle Beckenpads können auf der gesamten Fläche bespielt werden. 

Das Hardwarepaket besteht aus einem Snareständer, einer Hi-Hat-Maschine, drei Galgenbeckenständern und einem Bassdrum-Pedal. Darüber hinaus gibt es zwei Halter für die Racktoms, die mit Multiklammern an den Beckenständern befestigt werden sowie ein Stativ für das Modul.

Das Soundmodul ist als Multipad nutzbar

Die Pads werden per DB-25 Port am Modul angeschlossen, und hier kommt die Besonderheit: Beim Modul handelt es sich um ein Multipad, welches weitere neun Schlagflächen bereitstellt und auch separat nutzbar ist. Damit erinnert es an das Millenium NonaPad, allerdings ist das MPS-1500 Modul eine Neuentwicklung und bietet insgesamt deutlich mehr. Es beinhaltet über 3600 Sounds und 160 Drumkits, davon 80 Preset- und 80 User-Kits. Die Sounds können mit Effekten wie Reverb, Chorus, Flanger, Equalizer, Kompressor und Delay bearbeitet werden. Eine Layer-Funktion ermöglicht es, einem Pad zwei Sounds zuzuweisen.

Fotostrecke: 3 Bilder Das Multipad bietet neun zusätzliche Schlagflächen.

Begrenzter Speicher, kein USB-To-Audio

Bis zu 600 eigene Samples mit einer Gesamtkapazität von 500 MB können in das Modul importiert werden. Im Vergleich zum Roland SPD-SX oder dem Alesis Strike Multipad mit 16 bzw. 32 GB ist das leider ziemlich mager. Ein sinnvolles Feature für Live-Anwendungen ist die Möglichkeit, 16 verschiedene Setlists zu erstellen.

Für Play-Along-Zwecke gibt es 79 Loops, zu denen man trommeln kann. Das MPS-1500 kann MIDI-Daten über den USB-Anschluss senden und empfangen und verfügt über Bluetooth Audio. Das bedeutet, dass beispielsweise Songs vom Smartphone kabellos ins Modul eingespeist werden können. Eine USB-to-Audio-Funktion ist nicht vorhanden, was bedeutet, dass man, um Audio vom MPS-1500 auf einen Rechner aufzuzeichnen, ein Audio Interface benötigt.

Das Millenium MPS-1500 Modul kann 23 Pad-Kanäle verwalten

Neben den fünf Drum- und vier Cymbal Pads können übrigens fünf weitere externe Pads an das Modul angeschlossen werden. Zusammen mit den neun internen Pads kann das MPS-1500 Modul also 23 Instrumentenkanäle steuern. Mit acht Direct Outs können Einzelinstrumente wie Bassdrum, Snare oder Toms auf verschiedene Kanäle an ein Mischpult geleitet werden. Eine solche Möglichkeit bieten die Konkurrenten Alesis Strike Multipad und Roland SPD-SX nicht. Eine Gemeinsamkeit mit den eben genannten Kits sind die Pad-LEDs, die bei Anschlägen des jeweiligen Pads aufleuchten und auch zur Signalisierung des Tempos verwendet werden können.

Fotostrecke: 3 Bilder Zusätzlich zu den Line Outs gibt es acht Einzelausgänge.

Sämtliche Pads können nicht nur Sounds triggern, sondern auch Steuerbefehle ausgeben. So können sie beispielsweise Effekte an- und ausschalten, das Metronom steuern oder durch die Kits navigieren.

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Das MPS-1500 in der Praxis: Ordentliche Pads, aber träge Signalverarbeitung

Die Bedienung und Editierung des MPS-1500 Moduls gestaltet sich dank des 4,3 Zoll Farb-Displays und der klaren Strukturierung übersichtlich und intuitiv. Die neun Pads des Moduls haben einen angenehmen, mittleren Härtegrad, sprechen sensibel an und zeigen auch bei maximal eingestellter Sensitivity keine Tendenz zum Crosstalk. Auch die Drum- und Cymbal Pads arbeiten zuverlässig und setzen die Anschlagsdynamik akkurat um. Allerdings macht sich beim Spielen der Pads eine nicht unbeträchtliche Latenz bemerkbar. Auf dem Snarepad messe ich 15 Millisekunden, was deutlich oberhalb der Toleranzgrenze von etwa 10 Millisekunden liegt. 

Die relativ hohe Latenz hat ein etwas träges Spielgefühl zur Folge.
Die relativ hohe Latenz hat ein etwas träges Spielgefühl zur Folge.

Schwächen bei der Hardware

Schauen wir uns noch kurz die Hardware an. Das Bassdrum-Pedal macht optisch einen hochwertigen Eindruck, hat aber an der Achse zu viel Spiel. Darüber hinaus muss ich feststellen, dass die Trittplatte beim Spielen die darunter liegende Befestigungsschraube berührt. Die zweibeinig konstruierte Hi-Hat-Maschine arbeitet zuverlässig, gerät aber beim Spielen sehr stark in Bewegung. 

Bei den Stativen handelt es sich um doppelstrebige Modelle, die auf den ersten Blick robust wirken, aber relativ dünnwandige Rohre haben und dadurch sehr leicht sind. Die Flügelschrauben sind innen hohl und etwas scharfkantig und leider war ein Gewinde an einem der Beckenständer bereits nach dem ersten Anziehen der Schraube überdreht.

Eine Kombination aus E-Drumset und Multipad bietet zur Zeit nur das MPS-1500.
Eine Kombination aus E-Drumset und Multipad bietet zur Zeit nur das MPS-1500.

So klingt das Millenium MPS-1500 Hybrid-X E-Drum Set

Im Folgenden sind einige der Preset Kits sowie die Einzelinstrumente zu hören:

Audio Samples
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Standard Kit Pop/Rock Kit Bebop Jazz Kit Progressive Metal Kit Hang Drum Kit Latin Percussion Kit Orchestra Hit Kit Snare, Toms, Bassdrum solo Hi-Hat + Cymbals solo

Noch mehr interne Kits gibt es im folgenden Video zu hören:

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Große Anzahl an Sounds – Qualität eher durchschnittlich

Im Vergleich zum MPS-1000 erkenne ich einige Kits wieder, trotzdem kommt es mir so vor, als ob sie hier etwas ausgewogener klingen. Andererseits reicht das MPS-1500 klanglich nicht an die etablierten Mittelklasse-Kits – wie zum Bespiel das Roland TD-313 oder das Yamaha DTX6 – heran. Allerdings kann man mit etwas Editierarbeit und geschicktem Einsatz von Effekten aus den über 3600 Sounds schon ein paar ordentliche Kits kreieren. 

Ein Vorteil gegenüber dem MPS-1000 sind die tonalen Kits wie Hang Drum, Marimba oder Vibraphone, die sich perfekt auf dem Multipad spielen lassen, während man auf dem Hauptset für den Groove sorgt. 

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Fazit

Das MPS-1500 Modul ist logisch aufgebaut, intuitiv bedienbar und vollgepackt mit massenhaft Sounds. Da lohnt es sich durchaus, ein bisschen zu stöbern. Klanglich entspricht das MPS-1500 nicht ganz seiner Preisklasse. Ich würde es auf eine Stufe mit dem Alesis Nitro Ultimate stellen. Das ist zwar 600 Euro günstiger, aber bietet natürlich auch nicht die Multipad-Option und hat – im Gegensatz zu den großen Holzkesseln des MPS-1500 – kleine, konventionelle E-Drum- und Cymbal Pads. Wie wichtig einem diese Features sind, muss jeder für sich entscheiden.

Die fehlende Möglichkeit, über die USB-Verbindung Audiodaten auf eine DAW im Rechner aufzuzeichnen, mag für einige von Bedeutung sein, für andere nicht. Ein echtes Manko ist aber die überdurchschnittlich hohe Latenz beim Spielen der Drum- und Cymbal Pads, die man beim Spielen schon spüren kann. Auch die zum Teil kompromissbehafteten Stative und Pedale mindern die Gesamtpunktzahl.

Abschließend würde ich sagen, dass das Millenium MPS-1500 Hybrid-X interessant sein dürfte für alle, die großen Wert auf einen Akustik-Look legen und das Multipad auch separat nutzen möchten. Dieses Konzept ist zur Zeit ein klares Alleinstellungsmerkmal des MPS-1500. Wer auch mit kleineren, konventionellen Pads zurechtkommt und keinen Bedarf für das Multipad hat, findet mit dem geringfügig teureren Yamaha DTX6K3-X ein besser klingendes Kit.

Artikelbild
MPS-1500 Hybrid-X E-Drum Set
Für 1.398,00€ bei
  • Hersteller: Millenium
  • Bezeichnung: MPS-1500 Hybrid-X E-Drum Set
  • Modul
  • Anzahl der Drumkits: 160 (80 Preset + 80 User Kits)
  • Anzahl der Sounds: 3622
  • Anzahl der Songs: 79
  • Einzelausgänge: 8
  • Effekte: 4-Band EQ, Kompressor, Reverb, Chorus, Flanger, Tremolo, Delay
  • Sample Import: max. 600 Files, 500 MB Gesamtkapazität
  • Besonderheiten: Multipad mit neun integrierten Schlagflächen, Bluetooth-Audio-Funktion, Sample Import Funktion, Pads mit LED-Beleuchtung
  • Anschlüsse:
  • 25-pin Input für Triggerpads
  • 5 x External Trigger Input
  • 2 x Line Out
  • 8 x Direct Out
  • Phones Out
  • Line In
  • Footswitch
  • HH Control
  • 3 x USB Port (Computer, Digital I/O, User Sample)
  • Netzteilanschluss (12V)
  • Pads
  • Bass Drum: 22“ x 16″ Holzkessel mit Mesh Head
  • Snare: 13“ x 5,5“ Holzkessel mit Mesh Head (Dual Zone)
  • Toms: 10“ x 6“, 12“ x 6“ und 14“ x 14“ Holzkessel mit Mesh Head (Dual Zone)
  • Cymbal Pads: 2 x 15“ Dual Zone Crash, 18“ Triple Zone Ride (alle mit Choke-Funktion)
  • Hi-Hat: 13“ Dual Zone Hi-Hat Pad
  • Hardware
  • Snareständer
  • 3 x Galgenbeckenständer
  • Pad-Ständer
  • Hi-Hat Pedal
  • Bassdrum Pedal
  • Zubehör
  • Anleitungen, Anschlusskabel für Pads, Klettbänder, Netzteil, Vierkantschlüssel, Drumsticks, Schraubendreher
  • Preis (Verkaufspreis 09/2026): EUR 1398,-

Herstellerseite: https://milleniumdrums.com/de

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ErrJott sagt:

#1 - 21.09.2026 um 14:22 Uhr

0

Die Idee, ein Multipad als Soundmodul zu nehmen halte ich für TOTAL GENIAL und insgesamt ein lang ersehntes "Gimmick"! Qualitätsmäßig rangiert das Ganze sicher nicht auf meinem Qualitäts-Anspruchs-Niveau aber vielleicht verhilft dieses überraschende Vorpreschen von Thomann den etwas denkfaul gewordenen Platzhirschen einen wichtigen Tritt in den Allerwertesten... Oder noch besser: Thomann entwickelt einfach weiter und liefert ein professionell ausgestattetes Set nach. Nach dem alten Motto: Lieber gut und dafür etwas mehr. Kann dann gerne auch mehr kosten...

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ErrJott sagt:

#2 - 21.09.2026 um 14:28 Uhr

0

Noch ein paar Nachfragen an den Autor: 1. Sind auch die Pads des Multipads / Moduls von dieser Latenz betroffen oder nur die großen Eumel und die noch extern anschließbaren Pads. 2. Wird dieses Multipad auch einzeln erhältlich sein oder bleibt das ein "Gesamtpaket"???

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