Gut drei Jahre ist es her, dass die Firma Pearl Drums ihr komplettes Oberklasse-Sortiment überholt hat. Alle drei Masters Kits und die darüber positionierte Reference One Serie haben damals eine serienübergreifende Palette an Finishes und Gussreifen auf den Toms spendiert bekommen. Außerdem gab es mit dem R2Air-System eine neue Aufhängung samt dem allerersten Pearl L-Arm in der Firmengeschichte. Damit verbunden, sind die Preise auch spürbar nach oben gegangen. Heute checke ich ein vierteiliges Standard Set in Brooklyn Burst und versuche zu ergründen, ob der Sound zum Preisschild passt.

- sehr gute Verarbeitung
- voller und dynamischer Sound
- viele Finish-Optionen
- zwei Halter-Varianten
- vergleichsweise hoher Preis
- Floortom-Brackets nicht mehr so hochwertig
Worin unterscheidet sich das Reference One von den Pearl Masters Sets?
Vor allem bei der Kesselkonstruktion wird beim Reference One im Vergleich zu den Masters Sets noch mal eine ganze Schippe draufgelegt. Ansonsten ist der optisch größte Unterschied in den Spannböckchen zu finden. Beim Reference One sind Single Swivel Lugs mit starren Gewinden verbaut. Alle vier Serien sind durch die Bank mit Gussreifen auf den Toms ausgestattet. Hier hat Pearl also wesentlich vereinheitlicht.

Die Kessel: Edles Erscheinungsbild trifft auf sehr gute Verarbeitung
Die sechslagigen Toms des Reference One sind 5,4 Millimeter stark, das Standtom und die Bassdrum kommen mit acht Lagen auf eine Wandstärke von 7,2 Millimetern. Das Besondere ist, dass Pearl beim Reference One drei Hölzer verbaut, die je nach Kesselgröße auch mit unterschiedlichen Gratungsformen kombiniert werden.
So hat das 10“ x 7“ Tom einen Mischkessel aus zwei Innenlagen Birke und vier Lagen Maple, das 12“ x 8“ hat einen reinen, sechslagigen Maplekessel. Beim 16“ x 16“ Standtom und bei der 22“ x 16“ Bassdrum werden zwei Lagen Maple mit sechs Lagen Mahagoni kombiniert.
Ganz neu ist das Konzept mit den unterschiedlichen Hölzern allerdings nicht, denn es wurde vom Vorgänger, dem Reference Pure, quasi eins zu eins übernommen. Während die kleinen Toms eine von außen verrundete Gratung haben, sind die Fellauflagen beim Standtom und der 22“ x 16“ Bassdrum vollständig verrundet gestaltet.
Unser Testset ist in der Farbe Brooklyn Burst lackiert, einer sehr gut gemachten Hochglanz-Verlaufslackierung, welche die Holzmaserung durchscheinen lässt. Im Inneren sind die Kessel fein geschliffen und geben auch optisch Auskunft über die unterschiedlichen Holzarten. Auch die Gratungen sind perfekt ausgeführt und alle Remo Ambassador-Felle liegen optimal auf und lassen sich sehr leicht stimmen.

Ein Blick auf die Beschlagteile
Wie schon erwähnt, hat Pearl mit dem R2Air ein neues Aufhängesystem vorgestellt, das die Weiterentwicklung der Optimount-II-Halterung darstellt. Der Kunde hat bei der Bestellung des Sets die Wahl zwischen der Halterung für die altbewährten Pipestyle-Halter oder den neuen GyroLock L-Arm. Vom Anschaffungspreis machen beide Varianten keinen Unterschied, es gibt aber keine Tom-Arme zum Set dazu. Hier schlagen dann die L-Versionen im Einzelkauf etwas stärker zu Buche.
Wie üblich finden sich an allen Trommeln Edelstahlstimmschrauben, die in den Single Swivel Lugs makellos laufen. Deutlich abgespeckt hat Pearl allerdings bei den Floortom-Brackets und auch etwas bei den Bassdrum-Beinen. Letztere haben zwar technisch (und größtenteils auch optisch) das bekannte Design übernommen, fühlen sich haptisch aber nicht mehr ganz so „unzerstörbar“ an. Noch stärker fällt es bei den Brackets des Standtoms und bei den Standtombeinen auf. Früher gab es hier glatte Beine mit Memory Locks und Brackets aus Messing.
In der aktuellen Version hat Pearl ein Design aus der Mittelklasse übernommen: Die Beine sind jetzt geriffelt und man muss sie in Percussion-ähnliche Klemmen in den Halterungen einfädeln. Auch wirkt das Bracket insgesamt viel günstiger gemacht. Es würde mich bei einem Set für 1200 Euro nicht so stören, bei einem Kit für knapp 4800 Euro wirkt es in meinen Augen etwas deplatziert.
























